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7. Dhammapada (v.090-156)

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90
Wer angelangt am Ziel, sorglos und ganz befreit,
Wer alle Fesseln brach, für den gibt es kein Leid.
 
91
Verschmähend Häuslichkeit, zieh'n Achtsame hinaus;
Wie Schwäne aus dem Sumpf, so flieh'n sie Heim und Haus.
 
92
Wer keine Schätze häuft, andächtig ist beim Essen,
Nach Freiheit strebt, die leer und ungetrübt ist, dessen
Weg ist, wie Vogelflug im Luftraum, nicht zu messen.
 
93
Wer frei von Leidenschaft und nicht erpicht auf's Essen,
Nach Freiheit strebt, die leer und ungetrübt ist, dessen
Weg ist, wie Vogelflug im Luftraum, nicht zu messen (*f6).
 
(*94) 94
Wer seine Sinne, Rossen gleich, im Zaume hält,
Befreit von Stolz und Wunsch, der lacht der Götterwelt,
 
95
Wer wie die Schwelle fromm, der Erde gleich ergeben
Und wie ein Bergsee klar, der wird nicht nochmals leben.
 
96
Gedanken sind gestillt, auch Worte und das Handeln
Bei denen, die, befreit in Weisheit, friedsam wandeln.
 
97
Der ist der höchste Mensch, der nicht am Glauben hängt,
Das Unerschaff'ne kennt und alle Fesseln sprengt,
Den nichts, weil frei von Sucht, zum Wiederdasein drängt.
 
98
Sei es im Dorf, im Wald, im Tal, auf Bergeshöh'n:
Wo heil'ge Männer sind, ein solcher Ort ist schön.
 
99
Schön ist Waldeinsamkeit, wo Menschen nicht verkehren;
Daran erfreuen sich, die Weltlust nicht begehren.
 (v. 98 und 99 von Sāriputta = Theragāthā 991-992)


(*f6) Vergl. ähnliche Verse im Udāna VIII,10, wo der Buddha von einem Mönche, der eben erloschen ist, sagt: Gleichwie der rotglühend geschlagene Schmiedehammer allmählich erkaltet und man nicht sehen kann, wohin die Glut geht, so auch läßt sich der Gang des vollkommen Erlösten nicht offenbaren.


Sahassa - Tausend

 
100
Mehr wert als tausend Worte ohne rechten Sinn
Ist ein sinnvoller Spruch, der führt zum Frieden hin.
 
101
Mehr wert als tausend Lieder ohne rechten Sinn
Ist ein sinnvolles Lied, das führt zum Frieden hin.
 
102
Mehr wert als hundert Lieder singen ohne Sinn
Ist uns ein Buddhawort (ein Dhammapada), das führt zum Frieden hin.
 
103
Nicht wer in Kampf und Schlacht besiegt viel tausend Krieger,
Nur wer sich selbst besiegt, der ist der höchste Sieger.
 
104
Wer selber sich besiegt, ist allen überlegen;
Denn, wandelt selbstbeherrscht ein solcher allerwegen,
 
105
So kann kein Gott der Welt, kein Teufel und kein Drachen,
Selbst Brahma kann dann nicht den Sieg zunichte machen.
 
106
Wenn einer hundert Jahr' im Monat tausend opfert
Und einen Heiligen mit einem Blick nur ehrt,
So hat doch die Verehrung vielmals höhern Wert,
 
107
Wenn einer hundert Jahr' im Wald dem Feuer opfert
Und einen Heiligen mit einem Blick nur ehrt,
So hat doch die Verehrung vielmals höhern Wert.
 
108
Was einer opfern mag, um zu Verdienst zu kommen,
Ist nicht ein Viertel wert des Grußes für den Frommen.
 
109
Wer höflich Alte ehrt, Vorteile hat der vier:
Ein langes Leben, Glück und Kraft und Körperzier.
 
110
Mehr wert als hundert Jahre ohne Zucht und Streben
Ist ein Tag tugendhaft und in Versenkung leben.
 
111
Mehr wert als hundert Jahr' in Dumpfheit ohne Streben
Ist ein Tag weisheitsvoll und in Versenkung leben.
 
112
Mehr wert als hundert Jahr' zu leben faul und schwach,
Ist stark und krafterfüllt zu leben einen Tag.
 
113
Mehr wert als hundert Jahr' das Auf und Ab nicht sehen,
Ist ein Tag, wenn du schaust das Werden und Vergehen.
 
114
Mehr wert als hundert Jahr' nichts wissend von Nirvana
Ist ein Tag, den du lebst im Hinblick auf Nirvana.
 
115
Mehr wert als hundert Jahr' in Blindheit für die Lehre
Ist ein Tag, wenn das Aug' ist offen für die Lehre.
 
(In 114 und 115 sind im Pali die letzten Worte der Zeilen die gleichen.)


Pāpa - Übel-Böses

 
116
Zum Guten strebe schnell, halt' übles Denken fern!
Wer langsam Gutes tut, verweilt beim Üblen gern
 
117
Wer einmal Böses tat, soll Wiederholung meiden,
Sich nicht daran erfreu'n; gehäuft bringt Böses Leiden.
 
118
Wer Gutes hat getan, der tu' es mehr und mehr
Und freue sich daran! Gehäuft beglückt es sehr.
 
119
Auch Bösen geht es gut, solang' nicht reif die Tat;
Doch ist sie ausgereift, geht auf die böse Saat.
 
120
Auch Guten geht es schlecht, solang' nicht reif die Tat;
Doch ist sie ausgereift, geht auf die gute Saat.
 
121
Vom Bösen denk' nicht leicht, daß es nicht kommen soll.
Auch tropfenweise wird ein Eimer schließlich voll.
Mit Bösem füllt der Tor sich an, auch Zoll für Zoll.
 
122
Vom Guten denk' nicht leicht: Ich kann nicht, was ich soll.
Auch tropfenweise wird ein Eimer schließlich voll.
Erfüllt vom Guten wird der Weise Zoll für Zoll.
 
123
Das Böse meide, wie, wer leben will, Gift flieht,
Wie auf unsich'rem Weg kein reicher Kaufmann zieht.
 
124
Wer heile Hände hat, dem tut das Gift nichts an;
Das Böse schadet nicht dem, der es nicht getan.
 
(*125) 125
Unrecht, dem angetan, der schuldlos wie ein Kind,
Zum Täter kehrt's zurück, wie Staubwurf gegen Wind.
 
126
Mancher wird wieder Mensch; Böse zur Hölle gehen,
Gute ins Himmelreich; die Heil'gen ganz verwehen.
 
127
Nicht in der Luft, im Meer, in Bergeseinsamkeit
Ist ein Ort, wo man sich von böser Tat befreit.
 
128
Nicht in der Luft, in Bergesschacht, in Meerestiefe
Gibt's einen Ort, wo uns der Tod nicht abberiefe.


Danda - Gewalttat

129
Da alle Schläge scheu'n und vor dem Tode beben,
Bedenk': dir selbst geht's so! Drum schone andrer Leben (*f8)!
 
130
Da alle Schläge scheu'n und sind des Lebens froh,
Verkürz' ihr Leben nicht! Bedenk': auch dir geht's so!
 
(*131) 131
Wer andre Wesen quält, die auch nach Wohlsein streben,
So wie er selbst, der hat kein Glück im nächsten Leben.
 
132
Wer andre Wesen schont, die auch nach Wohlsein streben,
So wie er selbst, der findet Glück im nächsten Leben.
(v. 131 und 132 = Udāna II, 3.)
 
133
Behandle niemand grob, sonst wird zurückgescholten;
Schimpfworte bringen Leid; sie werden dir vergolten.
 
134
Wenn du nicht widertönst, zersprung'nem Erz vergleichbar,
Bist im Nirvana schon, dem Streitwort unerreichbar.
 
135
Die Rinder treibt der Hirt mit Stock zum Weideort;
Das Alter und der Tod treibt so das Leben fort.
 
136
Ein Tor, der Übles tat, oft ohne es zu merken,
Quält, wie mit Feuerbrand, sich mit den eig'nen Werken.
 
137
Wer Unschuldige, Reine schädigt mit Gewalt,
Den trifft wohl eine der zehn schlimmen Folgen bald:
 
138
Er leidet herben Schmerz, Entkräftung bis zum Tod;
Auch schwere Krankheit oder Geistesstörung droht;
 
139
Der König sucht ihn heim und man verleumdet ihn;
Verwandte sterben und die Habe schwindet hin;
 
140
Durch eine Feuersbrunst verliert sein Haus der Tor
Und nach dem Tode steht die Hölle ihm bevor.
 
141
Nicht Nacktheit, Fasten, Schmutz, noch sonstiges Kastei'n
Macht den in Sinnenlust befang'nen Menschen rein.
 
142
Wer ruhig, selbstbeherrscht, gleichmütig, gütig, rein,
Mag auch in gutem Kleid ein rechter Bhikkhu sein.
 
(*143) 143
Ist wohl ein Mensch so sehr empfindlich gegen Rügen,
Wie edle Rosse sind, die Peitschen nicht ertrügen?
 
144
Wie ein vom Peitschenhieb getroff'nes edles Roß
Seid eifrig, züchtig, stark, im rechten Wissen groß,
Gesammelt, andachtsvoll, macht euch vom Leiden los!
 
145
Der Brunner Wasser führt, die Pfeile biegt der Schmied,
Der Zimm'rer biegt das Holz, der Fromme sich erzieht.


(*f8) Vergl. Schlußkapitel des Khuddakapātha, wo es heißt: Wie eine Mutter zeitlebens auf ihr einziges Kind sieht, solchen Sinnes erweitere man sein Herz für alle Wesen, schließe man in das unbeschränkte liebevoll die ganze Welt ein. Vergl. Sn.149.


Jarā - Altern
 

146
Könnt ihr, wenn's immer brennt, noch fröhlich sein und lachen?
Wollt in der Finsternis ihr nicht ein Licht entfachen?
 
147
Schau diese Puppe an, bemalt, doch siech inwendig,
Die vieles wünscht und plant, ist krank und unbeständig
(v. 147 von Ratthapāla = M.82)
 
148
Der abgenutzte Leib ist siech, ein Krankheitsnest,
Ein Unratshaufen nur, der nach dem Tod verwest.
 
149
Ist's ein Vergnügen wohl, die morschen, taubengrauen
Gebeine, billig wie der Kohl im Herbst, zu schauen?
 
150
Aus Knochen ist die Stadt, die Fleisch und Blut verkleben,
Wo Alter, Tod, Betrug und Stolz als Bürger leben.
 
151
Prunkwagen altern auch, und unser Leib muß schwinden;
Die Lehre altert nicht, weil Gute sie verkünden.
 
152
Ein Mensch, der nichts gelernt hat, altert wie ein Rind;
Es wächst sein Fleisch, wobei sein Wissen nicht gewinnt.
 
(*153) 153
Vergebens mußte ich durch viele Leben wandern;
Den Bauherrn suchte ich; ein Leiden kam zum andern.
 
154
Jetzt, Bauherr, seh' ich dich! Das Bau'n ist dir verwehrt,
Die Balken sind dahin, der Dachstuhl ist zerstört,
Mein Denken ist jetzt frei; der Drang hat aufgehört.
 
155
Wer Reinheitswandel mied und sparte keinen Dreier,
Stirbt wie am ausgefischten Teich ein alter Reiher.
 
156
Wer jung kein Geld erwarb und übte keine Tugend,
Liegt wie ein alter Bogen und beweint die Jugend.

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12. (157-166) Atta - Sich Selbst

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(*157) 157
Der Weise nehme sich, wenn er sich schätzt, in acht,
Er halte stets sich wach im dritten Teil der Nacht!
 
158
Der Weise mach' zuerst sein eig'nes Leben recht,
Dann mag er andre lehr'n; so handelt er nicht schlecht.
 
159
Bevor du anderen darfst gute Lehren geben,
Mußt du dich selbst erzieh'n. Vorbildlich sei dein Leben!
 
160
Sei selbst dein eig'ner Herr! Wer könnte sonst dich schützen?
Nur wer sich selbst beherrscht, wird sichern Schutz besitzen.
 
161
Die eig'ne Missetat, die er erdacht, geplant,
Zermalmt den Toren, wie das Glas der Diamant.
 
162
Der Sittenlose gleicht dem Baume, den umrankt
Ein Schlinggewächs; macht selbst sich, wie's sein Feind verlangt.
 
163
Leicht tun wir Böses, das uns selbst Verderben bringt;
Doch lobenswerte Tat nur äußerst schwer gelingt.
 
164
Ein Tor, der schmäht, weil er zu schlechter Lehre neigt,
Auf edle Heilige und ihre Lehr', der gleicht
Dem Schilfrohr, dem die Frucht zum eig'nen Tod gereicht.
 
(*165) 165
Wer selber Unrecht tut, beschmutzt sich selbst allein;
Wer sich vor Unrecht scheut, der schmückt sich selber fein.
Ihr selbst, kein andrer, macht euch unrein oder rein.
 
166
Gib nicht dein eig'nes Heil der andern wegen hin;
Hast du dein Heil erkannt, behalt es stets im Sinn!


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26. (383-423) Brāhma - Der Brahmane

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 383
Strom halt' tapfer auf, wirf weg die Lust, Brahmane (*f20),
Sieh alles, wie's vergeht, und schaue das Nirvana!
 
384
Bist du ans Ziel gelangt, Brahmane, zwiefach gehend (*f21),
Dann fallen von dir ab die Fesseln; du wirst sehend.
 
385
Geht ihn das Diesseits und das Jenseits nichts mehr an,
Von Furcht und Fesseln frei, der ist ein heil'ger Mann.
 
386
Wer wunschlos sich versenkt und seine Pflicht getan,
Von Fesseln frei, am Ziel, der ist ein heil'ger Mann.
 
(*387) 387 
Die Sonne glänzt am Tag, der Mond glänzt in der Nacht,
Der Weise, wenn versenkt, der Held in Waffenpracht;
Doch Tag und Nacht erglänzt des Buddhas Geistesmacht.
 
388
Brahmane heißt: vom Übel frei; ein Samana (Asket, Mönch):
Der ruhig geht; vom Schmutz erlöst: Pabbājita (*).
(*) Weltentsagender; im Pali sind dies drei Wortspiele, die nicht übersetzbar.
 
389
Brahmanen schlage nicht! Brahmane, wehr' dich nicht!
Weh dem, der einen schlägt! Weh dem, der widerficht!
 
390
Brahmane, nicht gering acht' die Enthaltsamkeit!
Gib auf die Angriffslust! So schwindet alles Leid.
 
391
Kein Unrecht tun in Werk, in Worten und Gedanken!
Ein echter Brahmana darf hierin niemals schwanken.

392
Wer uns das Buddhawort erklärt, der sei uns teuer!
Man ehre ihn, wie der Brahmane ehrt das Feuer.
 
393
Brahmane wird man nicht durch Haartracht oder Ahnen;
Nur die in Recht und Wahrheit leben, sind Brahmanen.
 
394
Wozu das Haargeflecht? Wozu das Fell, der Putz?
Du Tor bist außen fein und innerlich voll Schmutz.
 
395
Den Mann im Lumpenkleid, voll Adern, abgezehrt,
Der sich im Wald versenkt, halt' als Brahmanen wert!
 
396
Brahmane ist nicht der, der sich berufen kann
Auf Ahnen, eingebildet und ein reicher Mann;
Wer arm und wunschlos, den sieh als Brahmanen an!
 
397
Wer alle Ketten brach und nichts zu fürchten hat,
Der Freigeword'ne ist Brahmane in der Tat.
 
(*398) 398 
Brahmane ist nur, wer von Bindung frei sich machte,
Die Kette brach, den Riegel hob und dann erwachte.
 
399
Brahmane heiße, wer unschuldig Schimpf und Strafe
Erträgt und die Geduld gebraucht als starke Waffe.
 
400
Brahmane heiße, wer den Zorn hat abgelegt
Und, wunschlos, sittsam, fest, den letzten Körper trägt.
 
401
Brahmane heißt, von dem die Lust abgleitet glatt
Wie von der Nadel Senf, wie Tau vom Lotusblatt.
 
402
Brahmane heißt, wer hier des Leidens Ende fand,
Die Last abwarf und alles abschnitt, was ihn band.
 
403
Die, weisheitstief und klug, den Weg und Abweg kennen,
Ans Ziel Gelangte, sie will ich Brahmanen nennen.
 
404
Brahmane heißt, wer, heimatlos, Verkehr nicht pflegt
Mit Pilgern und mit Volk und wenig Wünsche hegt.
 
405
Brahmane heißt, wer niemals eine Waffe trägt,
Ob schwach, ob stark, kein Wesen schlagen läßt noch schlägt.
 
406
Brahmane heißt, wer gegen Feinde sich nicht wehrt,
Bei Heft'gen ruhig bleibt, bei Gier'gen nicht begehrt.
 
407
Brahmane heißt, bei wem, wie an der Nadel Spitzen
Kein Senfkorn, so nicht Gier und Haß und Stolz bleibt sitzen.
 
408
Brahmane heißt, wer klug und wahr die Worte setzt
Und niemals rauh und grob, so daß er nicht verletzt.
 
409
Wer nichts nimmt ungeschenkt, ob kurz, ob lang, ob klein,
Ob groß, ob gut, ob schlecht, der mag Brahmane sein.
 
410
Wer nicht nach dieser Welt und nicht nach jener trachtet,
Wunschlos und fesselfrei, sei als Brahman' erachtet.
 
411
Wer wunschlos, weisheitsstark den Zweifel überwand
Und zum Nirvana kam, sei Brahmana genannt.
 
412
Wen nicht Verdienst noch Schuld hier bindet, wer ganz rein
Und ohne Sorgen lebt, der mag Brahmane sein.

(*413) 413
Brahmane heißt, wer, wie der Mond, so rein und klar ist
Und alles Strebens nach der Welt Vergnügen bar ist.
 
414
Wer gänzlich überwand die Wandrung durch die Welten,
Der sich versenkt und den nicht Wunsch noch Zweifel quälten,
Der ganz erloschen ist, mag als Brahmane gelten.
 
(*415) 415
Brahmane heißt, wer hier auf Sinnenlust verzichtet
Und, heimatlos, den Lust- und Lebenstrieb vernichtet.
 
416
Brahmane heißt, wer hier den Lebensdurst vernichtet
Und, heimatlos, auf Durst und Leben ganz verzichtet.
 
417
Brahmane heißt, wer sich von aller Bindung trennt,
Bindung an Menschen und an Götter nicht mehr kennt.
 
418
Brahmane heißt, wer frei von Lust und Leid sich hält,
Kühl, ohne Leidenschaft, die Welt besiegt als Held.
 
419
Wer Werden und Vergeh'n der Wesen in den Welten
Kennt, haftensfrei, erwacht, mag als Brahmane gelten.
 
420
Der, dessen Weg nicht Götter, Engel, Menschen kennen,
Der weltfrei, heilig ist, mag sich Brahmane nennen.

421
Brahmane heißt, wer nichts besitzt und nichts vermißt,
Auch nichts erhofft, wer arm, doch ohne Wünsche ist.
 
422
Den sieghaft starken Held, den wunschlos großen Weisen,
Den voll Erwachten will ich als Brahmanen preisen.
 
423
Wer früh're Leben kennt, Himmel und Unterwelten,
Ein Wissensreicher, der des Daseins Ende fand,
Ein ganz vollkomm'ner Mensch mag als Brahmane gelten.

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Ende des Dhammapada

25. (360-382) Bhikkhu - Bhikkhu

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360
Gut ist es, Auge, Ohr und Nase zu bewachen
Und auch die Zunge, daß sie uns nicht lüstern machen.
 
361
Beim Wort und bei der Tat, da gilt es wachsam sein;
Wachsam beim Denken auch, sei wachsam allgemein!
Ein Mönch, der wachsam ist, wird sich von Leid befrei'n.
 
362
Ein rechter Mönch nimmt Hand und Fuß und Wort' in acht,
Zufrieden, einsam, froh, auf Geisteszucht bedacht.
 
363
Gar lieblich spricht ein Mönch mit wohl beherrschtem Mund,
Macht er mit Maß und klug die Lehre lichtvoll kund.
 
364
Ein Mönch, der Lehre froh, der nachsinnt über sie
Und sich ihr widmet viel, abtrünnig wird der nie.
 
365
Begnüg' dich, Mönch, mit dem, was man dir gibt, und sieh
Auf andre nicht mit Neid, sonst find'st du Sammlung nie.
 
366
Wirst du auch knapp versorgt, sei drum nicht mißgestimmt!
Die Götter loben den, der stets sich rein benimmt.
 
367
Wer den beseelten Leib nicht als sein Ich betrachtet,
Um Nicht'ges sich nicht sorgt, der wird als Mönch geachtet.
 
(*368) 368
Ein Mönch, der Güte pflegt, vertraut mit Buddhas Wort,
Der findet Ruh' und Glück, gelangt zum Friedenshort.

369
Schöpf' aus das Schiff, o Mönch, dann fährt es schnell und leicht;
Sind Gier und Haß getilgt, dann ist Nirvan' erreicht.
 
370
Zerbrich die fünf (samyojana 1-5),
laß ab von fünf (samyojana 6-10),
fünf (bala) mußt du nähren;
Wer die fünf Bänder (khandha) löst, der kann die Flut durchqueren.

371
Versenk' dich, Mönch, sei achtsam, laß dich nicht zerstreuen,
Daß du nicht glühend' Eisen schlucken mußt und schreien!
 
372
Wie Jhāna Weisheit braucht, so braucht die Weisheit Jhāna;
Wenn beides sich vereint, dann ist nicht weit Nirvana.
 
373
Ein Mönch, gedankenstill, einsam in leerer Zelle,
Ist übermenschlich froh; ihm scheint die Lehre helle;
 
374
Sieht bei den Gruppen er das Werden und Vergehen,
Erlangt er Freud' und Glück und wird Nirvana sehen.
 
375
Auf diese Weise soll ein weiser Mönch beginnen:
Er sei genügsam, züchtig, mit bewachten Sinnen;
Zu Freunden mag er Reine, Tüchtige gewinnen;
 
376
Er sei stets liebevoll, im Wandel tadellos;
So endet alles Leid, und seine Freud' ist groß.
 
377
Wie der Jasmin wirft ab verwelkte Blütenzier,
So werfe ab der Mönch die Feindschaft und die Gier!
 
378
Befriedet heißt ein Mönch, der ruhig handelt, spricht
Und denkt, gesammelt ist, auf Weltlust nicht erpicht.
 
379
Erforsche dich, o Mönch, und halte dich zurück,
Besonnen, selbstbeherrscht! So lebst du stets im Glück.
 
380
Du bist dein eig'ner Herr, drum zügle selbst dich gut,
Wie mit dem edlen Roß ein kluger Händler tut.
 
381
Mit Freuden kommt der Mönch, vom Buddhawort erfüllt,
Beglückt zum Friedenshort; die Triebe sind gestillt.
 
382
Ein Mönch, wenn auch noch jung, dem Buddhawort geweiht,
Der leuchtet wie der Mond, von Wolkendunst befreit.

 
(*f20) "Brahmane" bedeutet hier und an manchen anderen Stellen: "der echte Brahmane, der heilige Mann, der Weise", und wird in der Übersetzung bald durch das eine, bald durch das andere Wort wiedergegeben.

 (*f21) Nach dem Kommentar: auf dem Wege der Beruhigung und auf dem der Hellsicht gehend; zugleich Anspielung auf die Bezeichnung der Brahmanen als "Zwiefach Geborene".


 Brāhma - Der Brahmane

 
383
Strom halt' tapfer auf, wirf weg die Lust, Brahmane (*f20),
Sieh alles, wie's vergeht, und schaue das Nirvana!
 
384
Bist du ans Ziel gelangt, Brahmane, zwiefach gehend (*f21),
Dann fallen von dir ab die Fesseln; du wirst sehend.
 
385
Geht ihn das Diesseits und das Jenseits nichts mehr an,
Von Furcht und Fesseln frei, der ist ein heil'ger Mann.
 
386
Wer wunschlos sich versenkt und seine Pflicht getan,
Von Fesseln frei, am Ziel, der ist ein heil'ger Mann.
 
(*387) 387 
Die Sonne glänzt am Tag, der Mond glänzt in der Nacht,
Der Weise, wenn versenkt, der Held in Waffenpracht;
Doch Tag und Nacht erglänzt des Buddhas Geistesmacht.
 
388
Brahmane heißt: vom Übel frei; ein Samana (Asket, Mönch):
Der ruhig geht; vom Schmutz erlöst: Pabbājita (*).
(*) Weltentsagender; im Pali sind dies drei Wortspiele, die nicht übersetzbar.
 
389
Brahmanen schlage nicht! Brahmane, wehr' dich nicht!
Weh dem, der einen schlägt! Weh dem, der widerficht!
 
390
Brahmane, nicht gering acht' die Enthaltsamkeit!
Gib auf die Angriffslust! So schwindet alles Leid.
 
391
Kein Unrecht tun in Werk, in Worten und Gedanken!
Ein echter Brahmana darf hierin niemals schwanken.

392
Wer uns das Buddhawort erklärt, der sei uns teuer!
Man ehre ihn, wie der Brahmane ehrt das Feuer.
 
393
Brahmane wird man nicht durch Haartracht oder Ahnen;
Nur die in Recht und Wahrheit leben, sind Brahmanen.
 
394
Wozu das Haargeflecht? Wozu das Fell, der Putz?
Du Tor bist außen fein und innerlich voll Schmutz.
 
395
Den Mann im Lumpenkleid, voll Adern, abgezehrt,
Der sich im Wald versenkt, halt' als Brahmanen wert!
 
396
Brahmane ist nicht der, der sich berufen kann
Auf Ahnen, eingebildet und ein reicher Mann;
Wer arm und wunschlos, den sieh als Brahmanen an!
 
397
Wer alle Ketten brach und nichts zu fürchten hat,
Der Freigeword'ne ist Brahmane in der Tat.
 
(*398) 398 
Brahmane ist nur, wer von Bindung frei sich machte,
Die Kette brach, den Riegel hob und dann erwachte.
 
399
Brahmane heiße, wer unschuldig Schimpf und Strafe
Erträgt und die Geduld gebraucht als starke Waffe.
 
400
Brahmane heiße, wer den Zorn hat abgelegt
Und, wunschlos, sittsam, fest, den letzten Körper trägt.
 
401
Brahmane heißt, von dem die Lust abgleitet glatt
Wie von der Nadel Senf, wie Tau vom Lotusblatt.
 
402
Brahmane heißt, wer hier des Leidens Ende fand,
Die Last abwarf und alles abschnitt, was ihn band.
 
403
Die, weisheitstief und klug, den Weg und Abweg kennen,
Ans Ziel Gelangte, sie will ich Brahmanen nennen.
 
404
Brahmane heißt, wer, heimatlos, Verkehr nicht pflegt
Mit Pilgern und mit Volk und wenig Wünsche hegt.
 
405
Brahmane heißt, wer niemals eine Waffe trägt,
Ob schwach, ob stark, kein Wesen schlagen läßt noch schlägt.
 
406
Brahmane heißt, wer gegen Feinde sich nicht wehrt,
Bei Heft'gen ruhig bleibt, bei Gier'gen nicht begehrt.
 
407
Brahmane heißt, bei wem, wie an der Nadel Spitzen
Kein Senfkorn, so nicht Gier und Haß und Stolz bleibt sitzen.
 
408
Brahmane heißt, wer klug und wahr die Worte setzt
Und niemals rauh und grob, so daß er nicht verletzt.
 
409
Wer nichts nimmt ungeschenkt, ob kurz, ob lang, ob klein,
Ob groß, ob gut, ob schlecht, der mag Brahmane sein.
 
410
Wer nicht nach dieser Welt und nicht nach jener trachtet,
Wunschlos und fesselfrei, sei als Brahman' erachtet.
 
411
Wer wunschlos, weisheitsstark den Zweifel überwand
Und zum Nirvana kam, sei Brahmana genannt.
 
412
Wen nicht Verdienst noch Schuld hier bindet, wer ganz rein
Und ohne Sorgen lebt, der mag Brahmane sein.

(*413) 413
Brahmane heißt, wer, wie der Mond, so rein und klar ist
Und alles Strebens nach der Welt Vergnügen bar ist.
 
414
Wer gänzlich überwand die Wandrung durch die Welten,
Der sich versenkt und den nicht Wunsch noch Zweifel quälten,
Der ganz erloschen ist, mag als Brahmane gelten.
 
(*415) 415
Brahmane heißt, wer hier auf Sinnenlust verzichtet
Und, heimatlos, den Lust- und Lebenstrieb vernichtet.
 
416
Brahmane heißt, wer hier den Lebensdurst vernichtet
Und, heimatlos, auf Durst und Leben ganz verzichtet.
 
417
Brahmane heißt, wer sich von aller Bindung trennt,
Bindung an Menschen und an Götter nicht mehr kennt.
 
418
Brahmane heißt, wer frei von Lust und Leid sich hält,
Kühl, ohne Leidenschaft, die Welt besiegt als Held.
 
419
Wer Werden und Vergeh'n der Wesen in den Welten
Kennt, haftensfrei, erwacht, mag als Brahmane gelten.
 
420
Der, dessen Weg nicht Götter, Engel, Menschen kennen,
Der weltfrei, heilig ist, mag sich Brahmane nennen.

421
Brahmane heißt, wer nichts besitzt und nichts vermißt,
Auch nichts erhofft, wer arm, doch ohne Wünsche ist.
 
422
Den sieghaft starken Held, den wunschlos großen Weisen,
Den voll Erwachten will ich als Brahmanen preisen.
 
423
Wer früh're Leben kennt, Himmel und Unterwelten,
Ein Wissensreicher, der des Daseins Ende fand,
Ein ganz vollkomm'ner Mensch mag als Brahmane gelten.

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24. (334-359) Tanhā - Der Drang

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26


334
Dem Trägen wächst der Drang wie Schlinggewächs; in Süchten
Springt ruh'los er umher, gleichwie der Aff' nach Früchten.
 
335
Wen dieser scharfe Drang, der giftige, erfaßt,
Wie Unkraut wuchernd, wächst ihm Leid und Sorgenlast.
 
336
Doch wer den bösen Drang in sich gemeistert hat,
Dem rinnt die Sorge ab, wie Tau vom Lotusblatt.
 
337
Ich rat' euch, die ihr steht vor meinem Angesicht:
Wie Unkraut rodet aus den Lebensdrang, daß nicht
Der Tod euch wieder, wie der Strom das Schilfrohr, bricht!
 
(*338) 338
Gefällter Baum wächst nach, wenn noch die Wurzel lebt;
Solang' noch Drang besteht, das Leid sich neu erhebt.
 
339
Wo noch die sechsunddreißigfache (*f16) Gier vorhanden,
Den Toren macht die Flut der Leidenschaft zuschanden.
 
340
Die Ströme fließen überall, das Unkraut sprießt;
Die Wurzel grab ihm ab mit Weisheit, wo du's siehst!
 
341
Wer nur Vergnügen sucht und giert nach Sinnesfreuden,
Muß immer wieder durch Geburt und Sterben leiden.
 
342
Vom Drang befall'ne Wesen müssen lange Zeit,
Wie Hasen in der Schlinge, dulden schweres Leid.
 
343
Der Drang bringt Leid; drum soll der Bhikkhu ihn vertreiben,
Wünscht er von Leidenschaft für immer frei zu bleiben.
 
344
Wer, obwohl frei von Lust, nach Lust doch wieder schmachtet,
Gleich dem Befreiten, der nach Ketten wieder trachtet.
 
345
Viel stärk're Fesseln als der Strick, der Block, das Eisen
Sind Sorgen um Besitz, um Weib und Kind dem Weisen;
 
346
Sie sind zwar biegsam, doch man bricht sie schwer entzwei.
Wer sie zerbrach, der ist, als Mönch, von Wünschen frei.
 
347
Wer schwimmt im Strom der Lust, der hält sich gleich den Spinnen
Im Netz; doch wer's zerreißt, wird allem Leid entrinnen.
 
348
Gib auf, was war, was ist, was kommt, gib alles her!
Bist du allseitig frei, gibt's keine Wiederkehr.
 
349
Wer schönheitstrunken nur der Lust sich überläßt,
Dem wächst der Lebensdrang, die Fesseln werden fest.
 
350
Wer klaren Geistes übt, das Unschöne zu schauen,
Wird Māras Fesseln einst, vom Drang befreit, zerhauen.
 
351
Er ist ans Ziel gelangt, befreit von Drang und Schwächen;
Im letzten Leib konnt' er des Lebens Dornen brechen.
 
352
Wer allen Drang besiegt, die Wünsche all' verbannt,
Wem Buddhas Worte und ihr Sinn sind wohl bekannt,
Der trägt den letzten Leib, wird weisheitsgroß genannt.
 
353
Besiegt ist alles, selbst erkannt, ganz bin ich rein,
Entsagend, dranglos, frei; wer könnt' mein Lehrer sein (*f17)?
 
354
Die Lehre ist die beste aller Gaben,
Sie wird am allerköstlichsten dich laben.
Die Lehre ist die höchste aller Freuden;
Die Weltabkehr vernichtet alle Leiden.
 
355
Reichtum verdirbt den Mann, der nicht ans Jenseits denkt,
Weil, danach dürstend, er sich selbst, wie andre, kränkt.
 
356
Unkraut verdirbt das Feld, den Menschen das Begehren;
Wer Gierlose beschenkt, wird seine Früchte mehren.
 
357
Unkraut verdirbt das Feld, den Mann verdirbt das Hassen;
Geschenk an Friedliche wird Früchte wachsen lassen.
 
358
Unkraut verdirbt das Feld, den Menschen die Verblendung;
Doch, Weisen dargebracht, trägt reiche Frucht die Spendung.
 
359
Unkraut verdirbt das Feld, den Mann das Wunschverlangen;
Wer Wunschlose beschenkt, wird reiche Frucht empfangen.


(*f16) die 6 Sinne, die 6 Arten der Sinnesobjekte, jedes mit 1) Sinnenlust, 2) Leben, 3) Vernichtung.
 (*f17) Ein Teil der Antwort, die Buddha bald nach seinem Erwachen dem Upaka auf dessen Frage nach seinem Lehrer gab. (M.26) 

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26

23. (320-333) Nāga - Der Elefant

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26


 320
Geduldig wie der Elefant im Kampfgedränge
Ertrag' ich Kränkungen der sittenlosen Menge.
 
321
Der zahme Elefant ist standhaft in den Schlachten;
Der wohl erzog'ne Mensch wird Kränkung nicht beachten.
 
322
Wertvoll sind Elefant, Maultier und edles Pferd,
Jedoch ein Mensch, der sich beherrscht, hat höhern Wert.
 
323
Mit jenen kommst du nicht ins unbetret'ne Land (nibbāna),
Den Selbstbeherrschten nur ist hier der Weg bekannt.
 
324
Der große Elefant in Brunstzeit ist unbändig,
Gefesselt frißt er nicht, denkt an den Wald beständig.
 
(*325) 325
Ein Schwelger, der sich faul im Bett wälzt gleich den Schweinen,
Den fetten, muß noch oft in dieser Welt erscheinen.
 
326
Einst schweift' mein Denken ab nach Sinnenlust und Glück;
Wie einen brünst'gen Stier (wörtl.: Elefant) halt' ich es jetzt zurück.
 
327
Seid ernst, bewacht das Denken, reinigt das Gemüt,
Gleichwie der Elefant sich aus dem Sumpfe zieht.
 
328
Triffst einen klugen Freund du, einen tücht'gen Mann,
Gefahren zu besteh'n, dem schließe froh dich an!
 
329
Sonst geh' getrost allein, wie ein aus seinem Land
Verbannter Fürst und wie im Wald der Elefant.
 
330
Gleichwie der Elefant im Walde, geh' allein
Und wünsche wenig, hab' mit Toren nichts gemein!
 
331
Wohl dem, der in der Not auf Freunde rechnen kann,
Der stets zufrieden ist und gutes Werk getan,
Das ihn beim Sterben freut, und den kein Leid ficht an!
 
332
Wohl dem, der liebevoll die alten Eltern ehrt
Und Ehrfurcht Heiligen erweist, wie sich's gehört!
 
333
Wohl dem, der tugendhaft bis in sein Alter, fest
Vertraut und weise ist und Schlechtes unterläßt!


Tanhā - Der Drang

 
334
Dem Trägen wächst der Drang wie Schlinggewächs; in Süchten
Springt ruh'los er umher, gleichwie der Aff' nach Früchten.
 
335
Wen dieser scharfe Drang, der giftige, erfaßt,
Wie Unkraut wuchernd, wächst ihm Leid und Sorgenlast.
 
336
Doch wer den bösen Drang in sich gemeistert hat,
Dem rinnt die Sorge ab, wie Tau vom Lotusblatt.
 
337
Ich rat' euch, die ihr steht vor meinem Angesicht:
Wie Unkraut rodet aus den Lebensdrang, daß nicht
Der Tod euch wieder, wie der Strom das Schilfrohr, bricht!
 
(*338) 338
Gefällter Baum wächst nach, wenn noch die Wurzel lebt;
Solang' noch Drang besteht, das Leid sich neu erhebt.
 
339
Wo noch die sechsunddreißigfache (*f16) Gier vorhanden,
Den Toren macht die Flut der Leidenschaft zuschanden.
 
340
Die Ströme fließen überall, das Unkraut sprießt;
Die Wurzel grab ihm ab mit Weisheit, wo du's siehst!
 
341
Wer nur Vergnügen sucht und giert nach Sinnesfreuden,
Muß immer wieder durch Geburt und Sterben leiden.
 
342
Vom Drang befall'ne Wesen müssen lange Zeit,
Wie Hasen in der Schlinge, dulden schweres Leid.
 
343
Der Drang bringt Leid; drum soll der Bhikkhu ihn vertreiben,
Wünscht er von Leidenschaft für immer frei zu bleiben.
 
344
Wer, obwohl frei von Lust, nach Lust doch wieder schmachtet,
Gleich dem Befreiten, der nach Ketten wieder trachtet.
 
345
Viel stärk're Fesseln als der Strick, der Block, das Eisen
Sind Sorgen um Besitz, um Weib und Kind dem Weisen;
 
346
Sie sind zwar biegsam, doch man bricht sie schwer entzwei.
Wer sie zerbrach, der ist, als Mönch, von Wünschen frei.
 
347
Wer schwimmt im Strom der Lust, der hält sich gleich den Spinnen
Im Netz; doch wer's zerreißt, wird allem Leid entrinnen.
 
348
Gib auf, was war, was ist, was kommt, gib alles her!
Bist du allseitig frei, gibt's keine Wiederkehr.
 
349
Wer schönheitstrunken nur der Lust sich überläßt,
Dem wächst der Lebensdrang, die Fesseln werden fest.
 
350
Wer klaren Geistes übt, das Unschöne zu schauen,
Wird Māras Fesseln einst, vom Drang befreit, zerhauen.
 
351
Er ist ans Ziel gelangt, befreit von Drang und Schwächen;
Im letzten Leib konnt' er des Lebens Dornen brechen.
 
352
Wer allen Drang besiegt, die Wünsche all' verbannt,
Wem Buddhas Worte und ihr Sinn sind wohl bekannt,
Der trägt den letzten Leib, wird weisheitsgroß genannt.
 
353
Besiegt ist alles, selbst erkannt, ganz bin ich rein,
Entsagend, dranglos, frei; wer könnt' mein Lehrer sein (*f17)?
 
354
Die Lehre ist die beste aller Gaben,
Sie wird am allerköstlichsten dich laben.
Die Lehre ist die höchste aller Freuden;
Die Weltabkehr vernichtet alle Leiden.
 
355
Reichtum verdirbt den Mann, der nicht ans Jenseits denkt,
Weil, danach dürstend, er sich selbst, wie andre, kränkt.
 
356
Unkraut verdirbt das Feld, den Menschen das Begehren;
Wer Gierlose beschenkt, wird seine Früchte mehren.
 
357
Unkraut verdirbt das Feld, den Mann verdirbt das Hassen;
Geschenk an Friedliche wird Früchte wachsen lassen.
 
358
Unkraut verdirbt das Feld, den Menschen die Verblendung;
Doch, Weisen dargebracht, trägt reiche Frucht die Spendung.
 
359
Unkraut verdirbt das Feld, den Mann das Wunschverlangen;
Wer Wunschlose beschenkt, wird reiche Frucht empfangen.


(*f16) die 6 Sinne, die 6 Arten der Sinnesobjekte, jedes mit 1) Sinnenlust, 2) Leben, 3) Vernichtung.
 (*f17) Ein Teil der Antwort, die Buddha bald nach seinem Erwachen dem Upaka auf dessen Frage nach seinem Lehrer gab. (M.26) 

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22. (306-319) Niraya - Hölle

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26

306
Wer falsches Zeugnis gibt, wer, was er tat, verneint,
Zur Hölle beide geh'n, durch gleiche Schuld vereint.
 
307
Unwürd'ge, Schlechte gibt's genug im gelben Kleid;
Aus ihrer Missetat wächst ihnen Höllenleid.
 
308
Viel besser zu verschlingen feurig glüh'ndes Eisen,
Als daß ein Taugenichts lebt von geschenkten Speisen.
 
309
Vier Früchte bringt die Tat dem Ehebrecher ein:
Mißachtung, schlechten Schlaf, Verruf und Höllenpein;
 
310
Mißachtung, Höllenqual, in Ängsten kurze Freuden
Und schwere Strafen; drum ist Ehebruch zu meiden.
 
311
Wie sich die Hand verletzt, die Riedgras falsch ergreift,
So bringt zur Hölle sich ein Bhikkhu, der ausschweift.
 
(*312) 312
Ein lockerer Lebenswandel, mangelhafte Zucht
Und Unbeständigkeit trägt keine gute Frucht.
 
313
Wenn eine Pflicht dich ruft, erfüll' sie treu und redlich!
Ein sittenloser Mönch wirkt auf die Umwelt schädlich.
 
314
Laß Schlechtes ungetan, weil sonst die Reue brennt;
Das Gute aber tu', das keine Reue kennt.
 
315
Wie man die Grenzstadt hüten muß von allen Seiten,
So hüte du dich selbst und handle recht beizeiten!
Denn wer die Zeit verpaßt, muß Höllenqualen leiden.
 
316
Wer falscher Lehre folgt, sich schämt, wo nichts zu schämen,
Und schamlos frevelt, muß den Weg zur Hölle nehmen.
 
317
Wer, falsch belehrt, nicht scheut die wirklichen Gefahren
Und Furcht hat ohne Grund, der muß zur Hölle fahren.
 
318
Wer Unschuld niedrig schätzt, Vergeh'n für rühmlich hält
Und falscher Lehre folgt, der kommt zur Höllenwelt.
 
319
Wer rechter Lehre folgt und wohl kann unterscheiden,
Was gut, was böse ist, dem winken Himmelsfreuden.

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21. (290-305) Pakinnaka - Vermischtes

 

Piya - Angenehm

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26


(*f12) v. 277, 278 u. 279 sind die "drei Merkmale". Die Übersetzung von 279 entspricht dem Ausspruch Buddhas (MV 1, 6, 42, A.IV.177 u. a.): "Nichts gibt es in der Welt, wovon man mit Recht sagen könnte: dies ist mein, dies bin ich, dies ist mein Ich." -

Für "Ding" steht in den beiden ersten Versen "sankhāra", im letzten "dhamma"; der Unterschied liegt darin, daß Nirvana zwar ein dhamma, aber kein sankhāra ist; also sind "alle sankhāra" = "alle Dinge außer Nirvana, dagegen "alle dhamma" = "alles einschließlich Nirvana". - Die "drei Merkmale" soll man nicht nur verstehen, sondern "erkennend sehen" (pannyaya passati), d.h. "einsehen".


  • Pakinnaka - Vermischtes
  •  
    (*290) 290
    Wenn bei Verzicht auf minderes Glück sich großes zeigt,
    Gibt für das große Glück der Weise minderes leicht.
     
    291
    Wer eig'nes Glück erstrebt auf Kosten fremder Leiden,
    Der ist in Haß verstrickt, kann Feindschaft nicht vermeiden.
     
    292
    Die Pflicht wird nicht erfüllt, man tut, was sich nicht schickt;
    So wird man immer mehr in Leidenschaft verstrickt.
     
    293
    Wer Einsicht in den Körper eifrig sich verschafft,
    Das Schlechte flieht und sich betätigt tugendhaft,
    Der, achtsam, wissensklar, wird frei von Leidenschaft.
     
    294
    Die Eltern und zwei Fürsten und im Reiche noch
    Das Volk erschlägt der Weise und bleibt schuldlos doch.
     
    295
    Die Eltern und zwei Fürsten und den Tigergleichen
    Erschlägt er, ohne doch vom Guten abzuweichen.

Dies sind zwei Rätsel; Auflösung laut Kommentar:

  • die Eltern = Lebensdrang und Ich-bin-Dünkel;
  • die beiden Fürsten = Glaube an eine unsterbliche Seele und Glaube an endgültige Vernichtung im Tode;
  • das Reich = die 6 Sinnesbereiche und ihre Objekte;
  • das Volk = das Lustbegehren; der Tigergleiche = der achtfache Pfad.

  •  
    296
    Die Jünger Gotamas sind wahrlich recht erwacht,
    Des Buddha eingedenk bei Tage und bei Nacht.
     
    297 Die Jünger Gotamas sind wahrlich recht erwacht,
    Des Dhamma (Buddhalehre) eingedenk bei Tage und bei Nacht.
     
    298
    Die Jünger Gotamas sind wahrlich recht erwacht,
    Des Sangha (Bhikkhu-Orden) eingedenk bei Tage und bei Nacht.
     
    299
    Die Jünger Gotamas sind wahrlich recht erwacht,
    Des Körpers eingedenk bei Tage und bei Nacht.
    (Betrachtung über Entstehen und Vergehen des Körpers)
     
    300
    Die Jünger Gotamas sind wahrlich recht erwacht,
    Gewalttat meidend freu'n sie sich bei Tag und Nacht.
     
    301
    Die Jünger Gotamas sind wahrlich recht erwacht,
    Der Andacht freu'n sie sich bei Tage und bei Nacht.
     
    302
    Ein Mönch wird man nicht leicht; im Haus ist's auch beschwerlich;
    Oft stört die Nachbarschaft; das Wandern ist gefährlich;
    Drum wandre nicht und streb' nach Freiheit unaufhörlich!
     
    303
    Vertrauenswürdig, tugendhaft, berühmt und reich -
    Wer so ist, wird geehrt in jedem Lande gleich.
     
    304
    Die Guten leuchten weit, wie Hochgebirges Pracht;
    Die Schlechten sieht man nicht, wie Pfeile in der Nacht.
     
    305
    Allein mußt essen, wohnen, wandeln und allein
    Dich selbst erzieh'n; so wirst du wunschlos glücklich sein.
  •  
  • 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26

20. (273-289) Magga - Der Pfad

 

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26


 Magga - Der Pfad

 
273
Die besten sind: der Achtpfad (magga) und die Vierwahrheit (sacca),
Der wissensklare Mensch und die Wunschlosigkeit.
 
274
Zur klaren Einsicht führt nur dieser Weg allein;
Drum wandert ihn! Die Welt ist trügerischer Schein.
 
275
Der Weg führt euch dahin, wo alles Leiden schwindet;
Als ich die Rettung fand, hab' ich ihn euch verkündet.
 
276
Den Weg geh'n müßt ihr selbst, ein Buddha zeigt ihn bloß;
Vertieft ihr euch und ringt, kommt ihr von Māra los.
 
277
"Kein Ding bleibt immer gleich", wer's eingesehen hat,
Kehrt sich vom Leiden ab. Dies ist der Reinheitspfad.
 
278
"Kein Ding befriedigt ganz", wer's eingesehen hat,
Kehrt sich von Leiden ab. Dies ist der Reinheitspfad.
 
279
Und "kein Ding ist mein Ich", wer's eingesehen hat,
Kehrt sich vom Leiden ab. Dies ist der Reinheitspfad (*f12).
 
280
Wer früh sich nicht erhebt, die Jugendkraft läßt schwinden,
Kann, denk- und willensschwach, den Weisheitsweg nicht finden.
 
(*281) 281
Wer alles Schlechte flieht in Denken, Worten, Taten,
Dem kann, auf reinem Pfad, der Buddha-Weg geraten.
 
282
Zum Wissen braucht man Fleiß; durch Faulheit schwindet's hin;
Drum laßt am Kreuzweg von Verlust und von Gewinn
Uns in der Richtung auf vermehrtes Wissen zieh'n!
 
(*283) 283
Gefährlich ist der Wald der Lüste; fällt den Wald,
Nicht einen Baum allein! Dann kommt Nirvana bald.
 
284
Solang' im Mann die Lust am Weib nicht kommt zur Ruh',
Hangt er am Weibe noch, wie's Kälbchen an der Kuh.
 
285
Wie Lotus schneidet ab die Eigenliebe, steigt
Den Friedenspfad hinauf zum Heil, das Buddha zeigt!
 
286
"Im Winter weil' ich hier und dort zur Sommerszeit";
Wer so denkt, der vergißt, daß ihn der Tod bedräut.
 
287
Wer all' sein Denken auf Besitz und Kinder lenkt,
Den holt der Tod, wie Flut ein schlafend' Dorf ertrinkt.
 
288
Nicht Söhne helfen dir, nicht Vater und nicht Vetter,
Wenn dich der Tod ergreift; dann gibt es keinen Retter.
 
289
Wer, klug und tugendhaft, den Sinn hiervon versteht,
Macht schnell sich auf den Weg, der zum Nirvana geht. 


(*f12) v. 277, 278 u. 279 sind die "drei Merkmale". Die Übersetzung von 279 entspricht dem Ausspruch Buddhas (MV 1, 6, 42, A.IV.177 u. a.): "Nichts gibt es in der Welt, wovon man mit Recht sagen könnte: dies ist mein, dies bin ich, dies ist mein Ich." -

Für "Ding" steht in den beiden ersten Versen "sankhāra", im letzten "dhamma"; der Unterschied liegt darin, daß Nirvana zwar ein dhamma, aber kein sankhāra ist; also sind "alle sankhāra" = "alle Dinge außer Nirvana, dagegen "alle dhamma" = "alles einschließlich Nirvana". - Die "drei Merkmale" soll man nicht nur verstehen, sondern "erkennend sehen" (pannyaya passati), d.h. "einsehen".


1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26

19. (256-272) Dhammattha - Gerechte

 

Piya - Angenehm

 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26


 Dhammattha - Gerechte

256
Gerecht ist nicht, wer seinen Vorteil sucht mit Macht;
Der Kluge aber, auf Gerechtigkeit bedacht,
 
257
Der unparteiisch andrer Streit zu Ende führt,
Der ist es, dem das Ruhmeswort "gerecht" gebührt.
 
258
Nicht der ist klug, der reden kann mehr als genug;
Wer furchtlos, friedvoll und versöhnlich ist, heißt klug.
 
259
Gerecht ist der nicht, den gelehrt man reden hört;
Wer aber durch die Tat, auch wenn er nicht gelehrt,
Sich als gerecht erweist, der ist des Lobes wert.
 
260
Ein Thera (*) heißt man nicht, nur weil das Haar gebleicht;
Das Alter hat man wohl, doch hat man nichts erreicht.

(*) ein buddhistischer Ordensälterer

261
Wer selbstbeherrscht und wahr, gerecht, mitfühlend, rein,
Der mag als weise gelten, mag ein Thera sein.
 
262
Beredsamkeit und Schönheit machen den nicht gut,
Der neidisch, geizig ist und Frevelhaftes tut.
 
263
Wer aber dieses Laster gründlich abgetan
Und keinen Haß mehr hegt, der heißt ein guter Mann.
 
264
Ein frecher Lügner wird durch Haarschur Bhikkhu schwerlich;
Wie könnte einer Bhikkhu sein, der noch begehrlich?
 
265
Wer aber alle bösen Wünsche überwand,
Der wird mit Recht ein Weltentsagender genannt.
 
266
Ein Bhikkhu ist nicht, wer sich nährt von Bettelspeisen;
Nur wer ganz nach der Lehre lebt, mag, Bhikkhu heißen.
 
267
Wer Gut und Schlecht durch reinen Wandel überwand
Und mit Verständnis lebt, wird Buddha-Mönch genannt.

268
Ein Ungelehrter, der den Mund geschlossen hält,
Ist noch kein Weiser; wer jedoch das Gute wählt,

269
Das Böse wägend meidet, kann als Weiser gelten.
Weiser gilt uns, wer erkannt hat beide Welten.
 
270
Der ist kein Weiser, wer lebend'ge Wesen quält;
Wer alles Leben schont, wird Edlen zugezählt.
 
271
Nicht durch die strengste Zucht, nicht durch Gelehrsamkeit,
Nicht durch Versenkung und Zurückgezogenheit
 
272
Find' ich Entsagungsglück, das Weltlinge nicht kennen.
Du bist noch nicht am Ziel, solange Wünsche brennen.

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  1. 18. (235-255) Mala - Unreinheit
  2. 17. (221-234) Kodha - Zorn und Ärgernis
  3. 16. Dhammapada (v.209-305) - (Pali)
  4. Dhammapada
  5. 16. (209-220) Piya - Angenehm
  6. 15. (197-208) Sukha - Glück
  7. 14. (179-196) Buddha - Die Erwachten
  8. 13. (167-178) Loka - Welt
  9. 11. (146-156) Jarā - Altern
  10. 10. (129-145) Danda - Gewalttat
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