Erster Brief des Klemens an die Korinther 001

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Inhaltsverzeichnis
Erster Brief des Klemens an die Korinther 3
1. Kap. Der gute Stand der Korinthergemeinde vor dem Streit. . . . . . . . . . . 3
2. Kap. Friede der Korinther; ihr Eifer im Guten. . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
3. Kap. Veränderung durch den Streit. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
4. Kap. Eifersucht hat stets schlimme Folgen gezeitigt. . . . . . . . . . . . . . . 4
5. Kap. Auch die Apostel wurden Opfer der Eifersucht. . . . . . . . . . . . . . . 5
6. Kap. Schaden der Eifersucht in anderen Kreisen. . . . . . . . . . . . . . . . . 5
7. Kap. Mahnung zur Umkehr im Hinblick auf das Blut Christi. . . . . . . . . . 6
8. Kap. Gott selbst verspricht den Reuigen Vergebung. . . . . . . . . . . . . . . 6
9. Kap. Beispiele gottesfürchtiger und gottbegnadigter Männer: Enoch und Noe. 7
10. Kap. Das Beispiel Abrahams. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
11. Kap. Das Beispiel Lots. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
12. Kap. Beispiel Raabs. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
13. Kap. Mahnung zur Demut und Barmherzigkeit. . . . . . . . . . . . . . . . . 9
14. Kap. Schließet euch lieber Gott als den Aufrührern an! . . . . . . . . . . . . 9
15. Kap. Schließet euch den wahren Freunden des Friedens an! . . . . . . . . . . 10
16. Kap. Christus unser Vorbild in der Demut . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
17. Kap. Die Propheten, Abraham, Moses, Job, Vorbilder der Demut. . . . . . . 11
18. Kap. David ein Muster der Demut. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
19. Kap. Diesen Vorbildern der Demut sollen wir nacheifern. . . . . . . . . . . . 12
20. Kap. Die Ordnung in der Schöpfung ein Beweis für die Friedensliebe Gottes. 13
21. Kap. Lieber bei törichten Menschen anstoßen als bei Gott! . . . . . . . . . . 13
22. Kap. Der Glaube ist die Grundlage des friedlichen Lebens. . . . . . . . . . . 14
23. Kap. Fester Glaube an die Wiederkunft Christi. . . . . . . . . . . . . . . . . 14
24. Kap. Gleichnisse in der Natur als Beweis für die Auferstehung. . . . . . . . . 15
25. Kap. Der Phönix ein Gleichnis der Auferstehung. . . . . . . . . . . . . . . . 15
26. Kap. Beweisstellen aus dem Alten Testament für die Auferstehung. . . . . . . 16
27. Kap. Glaubet dem allmächtigen und wahrhaftigen Gott! . . . . . . . . . . . 16
28. Kap. Fürchtet den allgegenwärtigen Gott! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
29. Kap. Heiliget eure Herzen als Auserwählte Gottes! . . . . . . . . . . . . . . 17
30. Kap. Hütet euch vor der Sünde! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
31. Kap. Erwerbet euch den Segen Gottes! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
32. Kap. Nicht Menschenwerk, sondern der Glaube bringt Rechtfertigung. . . . 18
33. Kap. Trotzdem dürfen wir auf den Schmuck der guten Werke nicht verzichten. 18
34. Kap. Die guten Werke werden von Gott belohnt. . . . . . . . . . . . . . . . 19
35. Kap. Groß ist Gottes Lohn. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
36. Kap. Jesus Christus ist der Weg zur Seligkeit. . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
1


37. Kap. Christus der Kriegsherr und das Haupt. . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
38. Kap. Keiner rühme sich selbst, sondern er danke Gott! . . . . . . . . . . . . 21
39. Kap. Vor Gott sind alle klein. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
40. Kap. Gottes Anordnungen in der Kirche sollen befolgt werden. . . . . . . . . 22
41. Kap. Jeder halte sich in den Grenzen seines Amtes! . . . . . . . . . . . . . . 22
42. Kap. Die kirchliche Ordnung stammt von Gott. . . . . . . . . . . . . . . . . 22
43. Kap. Auch die alttestamentliche Ordnung geht auf Gott zurück. . . . . . . . 23
44. Kap. Die Apostel suchten durch Einsetzung der Bischöfe Streit zu verhindern. 23
45. Kap. Widerstand gegen die kirchlichen Vorsteher ist verwerflich. . . . . . . . 24
46. Kap. Der Anschluss an die Gerechten schützt vor Spaltung und Verderben. . 24
47. Kap. Der jetzige Streit in Korinth ist schlimmer als der zur Zeit des Apostels
Paulus. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
48. Kap. Kehret zur Bruderliebe und Gerechtigkeit zurück! . . . . . . . . . . . . 25
49. Kap. Lob der Liebe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
50. Kap. Aufforderung zum Gebete um diese große Gnade der Liebe. . . . . . . 26
51. Kap. Die Empörer und Führer des Streites sollen ihre Sünden bekennen, da-
mit sich ihr Herz nicht verhärte. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
52. Kap. Das Bekenntnis der Sünden bringt Vergebung. . . . . . . . . . . . . . . 27
53. Kap. Moses’ selbstlose Bitte für das treulose Volk. . . . . . . . . . . . . . . . 28
54. Kap. Der Edelmütige soll zum Vorteil der Gemeinde persönliche Opfer brin-
gen und auswandern. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
55. Kap. Beispiele selbstloser Opferliebe im Dienst der Allgemeinheit. . . . . . . 28
56. Kap. Wert der brüderlichen Zurechtweisung. . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
57. Kap. Die Anstifter des Streites werden unter Androhung der göttlichen Strafe
zur Unterwerfung ermahnt. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
58. Kap. Mahnung zum Gehorsam gegen Gott. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
59. Kap. Gefahr des Ungehorsams; das allgemeine Gebet. . . . . . . . . . . . . . 31
60. Kap. Lob- und Bittgebet. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
61. Kap. Gehorsam gegen die von Gott gesetzte weltliche Obrigkeit. . . . . . . . 32
62. Kap. Zusammenfassung der früheren Mahnworte. . . . . . . . . . . . . . . 33
63. Kap. Erneute Mahnung und Einführung der römischen Gesandten. . . . . . 33
64. Kap. Gebet Für alle Gläubigen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
65. Kap. Anordnungen über den Gang der Verhandlungen und Segen. . . . . . . 34
Titel Werk: Epistula ad Corinthios Autor: Apostolische Väter Autor: Clemens von Rom
Identifier: CPG 1001 Tag: Briefe Time: 1. Jhd.
Titel Version: Erster Brief an die Korinther (BKV) Sprache: deutsch Bibliographie: Erster
Brief des Klemens an die Korinther/aus dem Griechischen übersetzt von Franz Zeller. In:
Die Apostolischen Väter (Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 35). München 1918,
2


25-69. Unter der Mitarbeit von: Unter der Mitarbeit von: Sr. Dr. M. Benedicta Arndt
Erster Brief des Klemens an die Korinther
S. 25 Die Kirche Gottes, die zu Rom in der Fremde lebt, an die Kirche Gottes, die zu Korinth
in der Fremde lebt, den Berufenen, nach dem Willen Gottes durch unseren Herrn Jesus
Christus Geheiligten, Gnade sei euch und Friede in reicher Fülle von dem allmächtigen
Gott durch Jesus Christus.


1. Kap. Der gute Stand der Korinthergemeinde vor dem Streit.
1. Wegen der plötzlichen und einander nachfolgenden Drangsale und Leiden bei uns, Brü-
der, glauben wir, etwas lässig sein zu dürfen, bis wir unsere Aufmerksamkeit den bei euch
lebhaft verhandelten Dingen zuwendeten; wir meinen, Geliebte, den für die Auserwählten
Gottes unpassenden und fremdartigen, den ruchlosen und unseligen Streit, den einige we-
nige hitzige und verwegene Leute, die da sind, bis zu einem solchen Grade von Unverstand
angefacht haben, dass euer ehrwürdiger, hochgerühmter und bei allen Menschen beliebter
Name in hohem Grade beschimpft wurde. 2. Denn wer ist bei euch eingekehrt und hätte
nicht euren tüchtigen und festen Glauben gerühmt? Wer hätte nicht eure besonnene und
geziemende Frömmigkeit in Christus bewundert? Wer hätte nicht die großartige Weise eu-
rer Gastfreundschaft verkündet? Wer nicht eure vollkommene und zuverlässige Erkennt-
nis gerühmt? 3. Denn ohne Ansehen der Person tatet ihr alles und nach den Gesetzen des
Herrn war euer Wandel, da ihr untertänig waret euren Vorgesetzten und die geziemende
Ehrfurcht euren Priestern erzeigtet; die Jungen wieset ihr an, eine gemäßigte und heilige
Gesinnung zu hegen, den Frauen befahlet ihr, alles in einem tadellosen, heiligen und rei-
nen Gewissen zu tun und ihre Männer in der richtigen Weise zu lieben; auch lehrtet ihr sie,
in den Schranken S. 26 der Unterwürfigkeit sich zu halten und das Hauswesen würdevoll
zu besorgen und sich in jeglicher Hinsicht verständig zu benehmen.
2. Kap. Friede der Korinther; ihr Eifer im Guten.
1. Alle waret ihr demütiger Gesinnung, fern jeder Überhebung, lieber Untergebene als Ge-
bieter, freudiger zum Geben als zum Nehmen1; ihr waret zufrieden mit den Gütern, die
Christus für den Lebensweg euch gab und auf sie bedacht; seine Worte habt ihr gar sorg-
fältig eingeschlossen in euer Inneres (Herz), und seine Leiden standen euch vor Augen. 2.
So war allen ein tiefer und gedeihlicher Friede beschieden und ein unstillbares Verlangen,
Gutes zu tun, und in vollen Strömen ergoss sich der Heilige Geist über (euch) alle. 3. Voll
heiligen Eifers habt ihr in guter Absicht mit frommem Vertrauen eure Hände ausgestreckt
1Vgl. Apostellehre 4, 5.
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zu dem allmächtigen Gotte und ihn angefleht, er möge euch gnädig sein, wenn ihr wider
Willen einen Fehler begangen hattet. 4. Ein Wetteifer war unter euch Tag und Nacht zum
Frommen der ganzen Gemeinde von Brüdern, auf dass mit Erbarmen und Gewissenhaf-
tigkeit die Zahl seiner Auserwählten gerettet werde. 5. Ihr waret aufrichtig und arglos und
truget einander Schlimmes nicht nach. 6. Jeder Streit und jede Spaltung war euch ein Gräu-
el. Über die Fehltritte des Nächsten empfandet ihr Schmerz; seine Sünden sahet ihr an als
eure eigenen. 7. Keine gute Tat hat euch gereut, „zu jedem guten Werke waret ihr bereit”2.
8. Geschmückt durch einen ganz tugendhaften und ehrwürdigen Wandel, vollbrachtet ihr
alles in seiner (= des Herrn) Furcht; die Gebote und Satzungen des Herrn waren einge-
schrieben auf die Wände eures Herzens.
3. Kap. Veränderung durch den Streit.
1. Jeglicher Ruhm und volles Gedeihen ward euch zuteil, und es hat sich erfüllet das Wort
der Schrift: „Er aß und trank, wurde dick und fett, da schlug er aus, der S. 27 Geliebte“3.
2. Daher kommt Eifersucht und Neid, Streit und Aufruhr, Verfolgung und Unordnung,
Krieg und Gefangenschaft. 3. So erhoben sich die Unbeachteten gegen die Geachteten, die
Ruhmlosen gegen die Berühmten, die Unverständigen gegen die Weisen, die Jungen gegen
die Alten. 4. Deshalb ist weit weg geflohen die Gerechtigkeit und der Friede, indem jeder
ablegte die Furcht Gottes und in seinem Glauben an ihn erblindete, nicht mehr wandelte
auf dem gesetzlichen Pfad seiner Gebote noch ein Christus würdiges Leben führte, son-
dern indem jeder den Leidenschaften seines bösen Herzens nachging: so nahmen sie die
ungerechte und gottlose Eifersucht in sich auf, durch welche auch „der Tod in die Welt
gekommen ist”4.
4. Kap. Eifersucht hat stets schlimme Folgen gezeitigt.
1. So steht nämlich geschrieben: „Und es geschah nach einigen Tagen, da brachte Kain von
den Früchten der Erde Gott ein Opfer dar, und Abel seinerseits brachte dar von der Erstge-
burt der Schafe und von ihrem Fette. 2. Und Gott sah auf Abel und seine Gaben, Kain aber
und seine Opfer beachtete er nicht. 3. Und Kain war gar sehr betrübt und sein Angesicht
fiel ein. 4. Und Gott sprach zu Kain: Warum bist du gar so betrübt geworden und warum
ist eingefallen dein Angesicht? Hast du nicht gesündigt, wenn du zwar richtig dargebracht,
aber nicht richtig geteilt hast? 5. Beruhige dich; es kehrt zu dir zurück deine Gabe, und
du sollst verfügen über sie. 6. Und Kain sprach zu seinem Bruder Abel: Wir wollen auf
das Feld hinausgehen. Und es geschah, während sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain
2Tit. 3:1.
3Dtn 32:15.
4Weish 2:24.
4


gegen seinen Bruder Abel und schlug ihn tot“5. 7. Sehet, Brüder, Eifersucht und Neid hat
den Brudermord verschuldet. 8. Wegen der Eifersucht musste unser Vater Jakob fliehen vor
dem Angesicht Esaus, seines Bruders. 9. Die Eifersucht war schuld, dass Joseph bis zum To-
de S. 28 verfolgt wurde und dass er in Knechtschaft geriet. 10. Eifersucht zwang Moses, vor
dem Angesichte des ägyptischen Königs Pharao zu fliehen, da er von einem Stammesge-
nossen hören musste: „Wer hat dich zum Richter oder Rächer über uns gesetzt? Willst du
etwa auch mich umbringen, wie du gestern den Ägypter erschlagen hast?”6 11. Wegen Ei-
fersucht mussten Aaron und Mariam außerhalb des Lagers bleiben7. 12. Eifersucht führte
Dathan und Abiron lebend in die Unterwelt hinab, weil sie sich widersetzten gegen Mo-
ses, den Diener Gottes8. 13. Wegen Eifersucht musste David Mordanschlag erleiden nicht
nur von Leuten fremder Stämme, sondern auch von Saul, dem Könige Israels, wurde er
verfolgt9.
5. Kap. Auch die Apostel wurden Opfer der Eifersucht.
1. Aber, um mit den alten Beispielen aufzuhören, wollen wir nun auf die Kämpfer der neu-
esten Zeit kommen; wir wollen die hervorstechendsten Beispiele unseres Zeitalters her-
ausgreifen. 2. Wegen Eifersucht und Neid haben die größten und gerechtesten Männer,
Säulen waren sie, Verfolgung und Kampf bis zum Tode getragen. 3. Stellen wir uns die gu-
ten Apostel vor Augen: 4. einen Petrus, der wegen ungerechter Eifersucht nicht ein oder
zwei, sondern vielerlei Mühseligkeiten erduldet hat und, nachdem er so sein Zeugnis (für
Christus) abgelegt hatte, angelangt ist an dem ihn gebührenden Orte der Herrlichkeit. 5.
Wegen Eifersucht und Streit hat Paulus den Beweis seiner Ausdauer erbracht. 6. Siebenmal
gefesselt, vertrieben, gesteinigt, Herold (des Evangeliums) im Osten und Westen, holte er
sich den herrlichen Ruhm seines Glaubens. 7. Er hatte Gerechtigkeit der ganzen Welt ge-
lehrt, war bis in den äußersten Westen vorgedrungen und hatte vor den Machthabern sein
Zeugnis abgelegt, so wurde er weggenommen von dieser Welt und ging ein in den heiligen
Ort, das größte Beispiel der Geduld.
6. Kap. Schaden der Eifersucht in anderen Kreisen.
S. 29 1. Diesen Männern, die einen heiligen Wandel geführt haben, ward zugesellt eine
große Zahl Auserwählter, die wegen der Eifersucht durch viele Misshandlungen und Prü-
fungen gelitten haben und so unter uns zum herrlichsten Vorbild geworden sind. 2. Frauen
5Gen 4:8-8.
6Ex 2:14.
7Num 12
8Ebd. 16:28-31.
91Kön 18 ff.(1Sam 18 ff.)
5


wurden wegen der Eifersucht verfolgt, wie Danaiden und Dirken10, ertrugen fürchterliche
und grauenhafte Peinen, wandelten so auf dem sicheren Pfade des Glaubens und holten
sich den herrlichen Preis, obwohl sie schwach am Leibe waren. 3. Eifersucht hat schon
Frauen ihren Männern entfremdet und hat das Wort unseres Vaters Adam geändert: „Das
nun ist Bein von meinem Beine und Fleisch von meinem Fleische”11. 4. Eifersucht und
Streit hat große Städte zerstört und große Völker mit der Wurzel ausgerottet.
7. Kap. Mahnung zur Umkehr im Hinblick auf das Blut Christi.
1. Dies, meine Geliebten, schreiben wir nicht nur zu eurer Ermahnung, sondern auch zu
unserer eigenen Beherzigung; wir befinden uns ja auf demselben Kampfplatz, und der glei-
che Kampf ist uns auferlegt. 2. Deshalb wollen wir die leeren und eitlen Sorgen aufgeben
und wollen uns zuwenden der ruhmvollen und heiligen Regel der uns übergebenen Lehre,
3. und wollen sehen, was schön, erfreulich und angenehm ist in den Augen unseres Schöp-
fers. 4. Wir wollen hinblicken auf das Blut Christi und erkennen, wie kostbar es auch Gott
seinem Vater ist, weil es, wegen unseres Heiles vergossen, der ganzen Welt die Gnade der
Reue gebracht hat. 5. Lasset uns alle Geschlechter durchwandeln und erkennen, dass der
Herr einem jeden Geschlechte Gelegenheit zur Buße gab, allen, die sich zu ihm bekehren S.
30 wollten. 6. Noe12 predigte Buße, und die auf ihn hörten, wurden gerettet. 7. Jona13 kün-
digte den Niniviten ihren Untergang an; sie taten Buße für ihre Sünden, versöhnten durch
Gebet ihren Gott und erlangten Rettung, obwohl sie nicht zum Volke Gottes gehörten.
8. Kap. Gott selbst verspricht den Reuigen Vergebung.
1. Die Diener der Gnade Gottes haben durch den Heiligen Geist über die Buße geredet, 2.
ja auch er selbst, der Gebieter über alle, hat über die Buße gesprochen unter einem Eid-
schwur: „So wahr ich lebe, spricht der Herr, ich will nicht den Tod des Sünders, sondern
dass er Buße tue“14; und er fügt den guten Rat hinzu: 3. „Haus Israel, bekehre dich von
deiner Gottlosigkeit“15. Sprich zu den Kindern meines Volkes: Wenn eure Sünden reichen
von der Erde bis zum Himmel und wenn sie rot sind wie Scharlach und schwarz wie ein
Bußsack und ihr euch aus ganzem Herzen zu mir bekehret und sprechet: „Vater“, dann
werde ich euch erhören wie ein heiliges Volk16. 4. Und an einer anderen Stelle spricht er
10Die Leiden der neronischen Verfolgung erinnern an die Danaiden, die in der Unterwelt Wasser in ein durch-
löchertes Fass schöpfen müssen, und an Dirke, die von den Söhnen der von ihr misshandelten Antiope an
die Hörner eines Stieres gebunden und so zu Tode geschleift wurde.
11Gen 2:28.
12Gen 7.
13Jona 3; Mt 12:11.
14Ez 33:11.
15Ebd. 18:30.
16Vgl. Jes 1:18.
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also: „Waschet und reiniget euch, entfernet eure Schlechtigkeit von euren Seelen vor mei-
nen Augen. Lasset ab von eurer Bosheit, lernet Gutes tun, suchet gerecht zu sein, helfet den
Unrecht Leidenden, seid ein Anwalt dem Waisenkind, und der Witwe verschaffet Recht!
Dann kommt hierher, und wir wollen rechten miteinander, spricht der Herr. Und wenn
eure Sünden sind wie Purpur, werde ich sie weiß machen wie Schnee, und wenn sie sind
wie Scharlach, will ich sie weiß machen wie Wolle. Und wenn ihr guten Willen habt und
auf mich höret, sollt ihr die Güter der Erde genießen; wenn ihr aber keinen guten Willen
habt und nicht auf mich höret, wird das Schwert euch fressen. Der Mund des Herrn hat
dies gesprochen”17. 5. Da er also wollte, dass alle seine Lieblinge teilhaben an der S. 31
Buße so bestärkte er sie mit seinem allmächtigen Willen.
9. Kap. Beispiele gottesfürchtiger und gottbegnadigter Männer: Enoch
und Noe.
1. Deshalb wollen wir hören auf seinen heiligen, ruhmvollen Willen, sein Erbarmen und
seine Güte erflehend, niederfallen und uns zuwenden seinen Erbarmungen, nachdem wir
aufgegeben haben die nutzlose Mühe, den Streit und die Eifersucht, die zum Tode führt.
2. Hinschauen wollen wir auf die, die in Vollkommenheit seiner erhabenen Herrlichkeit
gedient haben. 3. Nehmen wir Enoch18, der in Gehorsam gerecht befunden und entrückt
wurde, ohne dass von seinem Tod eine Spur entdeckt wurde. 4. Noe19 wurde als gläubig
befunden und verkündete durch seinen (Gottes-) Dienst der Welt ihre Wiedergeburt, und
durch ihn hat der Herr die Tiere gerettet, die in Eintracht in die Arche gegangen waren.
10. Kap. Das Beispiel Abrahams.
1. Abraham, der Freund genannt, wurde als gläubig befunden, weil er den Worten Gottes
gehorsam war. 2. Dieser ging in Gehorsam weg aus seinem Lande, aus seiner Verwandt-
schaft und aus seinem Vaterhause, um ein kleines Land, eine schwache Verwandtschaft
und ein kleines Haus zu verlassen und dafür die Verheißungen Gottes zu erben. Denn er
sagt ihm: 3. „Gehe hinweg aus deinem Lande und aus deiner Verwandtschaft und aus dem
Hause deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde; und ich werde dich zu einem
großen Volke machen und ich werde dich segnen und werde deinen Namen groß machen,
und du wirst gesegnet sein; und ich werde segnen, die dich segnen, und verfluchen, die
dich verfluchen, und in dir werden gesegnet werden alle Geschlechter der Erde“20. 4. Und
wiederum bei seinem Abschied von Lot sagte ihm Gott: „Erhebe deine S. 32 Augen und
schaue von dem Orte, wo du jetzt bist, nach Norden und Süden, nach Osten und Westen;
17Jes 1:16-20.
18Gen 5:24.
19Ebd. 6:8.
20Ebd. 12:1-3.
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denn alles Land, das du siehst, ich werde es dir und deinem Samen geben auf ewig. 5. Und
ich werde deine Nachkommen machen wie den Staub der Erde; wenn einer den Staub der
Erde zählen kann, wird man auch deinen Samen zählen können“21. 6. Und wiederum sagt
er: „Gott führte den Abraham heraus und sagte zu ihm: Schaue auf zum Himmel und zähle
die Sterne, wenn du sie zählen kannst; so wird dein Same sein. Abraham glaubte aber sei-
nem Gott, und es wurde ihm angerechnet zur Gerechtigkeit”22. 7. Wegen seines Glaubens
und seiner Gastfreundschaft wurde ihm im Alter ein Sohn geschenkt, und im Gehorsam
brachte er ihn Gott als Opfer hin auf einen der Berge, die er ihm gezeigt hatte.
11. Kap. Das Beispiel Lots.
1. Wegen Gastfreundschaft und Frömmigkeit wurde Lot aus Sodoma gerettet23, während
die ganze Umgebung durch Feuer und Schwefel gerichtet wurde; der Herr hatte es ja vorher
verkündet, dass er die nicht verlässt, die auf ihn hoffen, dass er aber den Abtrünnigen Strafe
und Qual auferlegt. 2. Denn sein Weib, das mit ihm herausgezogen, aber anderer Meinung
und nicht eines Sinnes mit ihm war, wurde zu dem Zweck als Wahrzeichen hingestellt - sie
wurde nämlich zu einer Salzsäule bis auf den heutigen Tag -, damit allen es ersichtlich sei,
dass die mit geteiltem Herzen und die, welche an der Macht Gottes zweifeln, zum Gericht
und zum Warnungszeichen für alle Geschlechter werden.
12. Kap. Beispiel Raabs.
1. Wegen ihres Glaubens und ihrer Gastfreundschaft wurde Raab, die Dirne, gerettet24. 2.
Als nämlich Jesus, der Sohn Naves, Späher nach Jericho geschickt S. 33 hatte, erfuhr der Kö-
nig des Landes, dass sie gekommen waren, um ihr Land auszukundschaften, und er sandte
Männer aus, sie zu ergreifen, um sie dann zu töten. 3. Die gastliche Raab nahm sie nun
auf und verbarg sie im Obergemach unter dem Flachse. 4. Als aber die Leute des Königs
vor ihr standen und sagten: „Bei dir sind die eingekehrt, die unser Land auskundschaften,
führe sie heraus, denn der König gebietet es so“, erwiderte sie: „Die Leute, die ihr suchet,
sind zwar zu mir gekommen, aber sogleich sind sie wieder weggegangen und sie ziehen
ihres Weges weiter”25, dabei zeigte sie ihnen eine andere Richtung. 5. Und sie sprach zu
den Männern: „Ich sehe es klar ein, dass Gott der Herr euch dieses Land gibt; denn Angst
und Furcht vor euch hat die Bewohner desselben ergriffen. Wenn es nun geschieht, dass ihr
das Land in Besitz nehmet, rettet mich und das Haus meines Vaters“26. 6. Und sie sagten
21Gen 18:14—16.
22Ebd. 15:5,6; Röm 4:3.
23Gen 19.
24Jos 2.
25Jos 2:3-5.
26Ebd. 2:9-13
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zu ihr: „So soll es sein, wie du uns gesagt hast. Wenn du uns also heranrücken siehst, dann
versammle alle deine Angehörigen unter deinem Dache, und sie werden gerettet werden;
denn alle, die man außerhalb des Hauses antrifft, werden verloren sein”27. 7. Und sie rie-
ten ihr, ein Zeichen zu geben, dass sie zu ihrem Hause ein rotes (Seil) heraushängen solle;
damit offenbarten sie, dass durch das Blut des Herrn Erlösung zuteil werden soll allen, die
an Gott glauben und auf ihn hoffen. 8. Sehet, Geliebte, nicht nur Glaube, sondern sogar
die Prophetengabe hat in dem Weibe gewohnt.
13. Kap. Mahnung zur Demut und Barmherzigkeit.
1. Daher wollen wir, Brüder, demütigen Sinnes sein, ablegen jede Prahlerei, Hochmut, Un-
besonnenheit, Zorn und erfüllen, was geschrieben steht [es sagt nämlich der Heilige Geist:
„Nicht rühme sich der Weise in seiner Weisheit noch der Starke in seiner Stärke noch der
Reiche in seinem Reichtum, sondern wer sich rühmt, rühme sich im Herrn, damit er ihn
suche und Recht und S. 34 Gerechtigkeit übe”28]. Dabei wollen wir vor allem eingedenk
sein der Worte des Herrn Jesus, die er sprach, da er uns Geduld und Langmut lehrte. 2.
Denn so hat er gesprochen: „Seid barmherzig, damit ihr Barmherzigkeit erlanget; verzei-
het, damit ihr Verzeihung findet; wie ihr tuet, so wird man euch tun; wie ihr gebet, so wird
euch gegeben werden; wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden; wie ihr Milde übet,
so werdet ihr Milde erfahren; mit welchem Maße ihr messet, mit dem wird euch gemessen
werden“29. 3. Mit diesem Gebote und diesen Vorschriften wollen wir uns stärken, damit
wir wandeln im Gehorsam gegen seine heiligen Worte, demütigen Sinnes; denn also spricht
das heilige Wort: 4. „Wen werde ich ansehen, außer den Sanftmütigen und den Ruhigen
und den, der meine Worte fürchtet?”30.
14. Kap. Schließet euch lieber Gott als den Aufrührern an!
1. Es ist daher recht und heilig, Männer, Brüder, mehr Gott Untertan zu sein, als denen
zu folgen, die in Prahlerei und Abfall Führer zu verruchter Eifersucht sind. 2. Denn wir
werden nicht in den nächsten besten (= geringen) Schaden, vielmehr in große Gefahr uns
stürzen, wenn wir uns verwegen dem Willen von Leuten ausliefern, die es auf Streit und
Zwist abgesehen haben, um uns von dem, was gut ist, abzubringen. 3. Lasst uns freundlich
sein gegen uns selbst, gemäß der Freundlichkeit und Liebe unseres Schöpfers. 4. Denn
es steht geschrieben; „Mildherzige werden wohnen im Lande, und Unschuldige werden in
demselben bleiben, die Gottlosen aber werden daraus vertilgt werden“31. 5. Und wiederum
27Ebd. 2:14, 18, 19.
28Jer 9:23, 24; 1 Kor 1:31; 2 Kor 10:17.
29Mt 6:14, 15; 7:1, 2, 12; Lk 6:31, 36-38.
30Jes 66:2.
31Spr 2:21, 22; Ps 36:9.
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sagt er: „Ich sah den Gottlosen hochragend und erhaben wie die Zedern Libanons; und ich
ging vorüber und siehe, er war nicht mehr, und ich suchte seinen Ort, aber ich fand ihn
nicht. Bewahre die Unschuld S. 35 und schaue auf Rechtlichkeit, weil ein Erbe beschieden
ist dem friedfertigen Menschen”32.
15. Kap. Schließet euch den wahren Freunden des Friedens an!
1. Deshalb wollen wir uns denen anschließen, die in Frömmigkeit den Frieden lieben, aber
nicht denen, die in Verstellung den Frieden wollen. 2. Er sagt nämlich an einer Stelle: „Die-
ses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist ferne von mir“33. 3. Und wiederum:
„Mit ihrem Munde sprachen sie Lob, mit ihrem Herzen aber Fluch”34. 4. Und wieder sagt
er: „Sie liebten ihn mit dem Munde, und mit ihrer Zunge täuschten sie ihn, ihr Herz aber
meint es nicht aufrichtig mit ihm, und sie wurden nicht für treu erachtet in seinem Tes-
tamente“35. 5. „Deshalb sollen stumm werden die trügerischen Lippen, da sie Schlimmes
reden wider den Gerechten”36. Und wiederum; „Verderben wird der Herr alle die trüge-
rischen Lippen, eine prahlerische Zunge, Leute, die sprechen: Unsere Zunge wollen wir
berühmt machen, unsere Lippen stehen uns bei; wer ist unser Herr? 6. Wegen des Elends
der Darbenden und wegen des Seufzens der Armen will ich jetzt mich erheben, spricht der
Herr; ich will Rettung bringen; 7. offen werde ich dabei zu Werke gehen”37.
16. Kap. Christus unser Vorbild in der Demut
1. Den Demütigen gehört nämlich Christus, nicht denen, die sich erheben über seine Her-
de. 2. Das Szepter der Majestät Gottes, der Herr Jesus Christus, ist nicht erschienen in
prahlerischem und auffallendem Prunke, obwohl er es gekonnt hätte, sondern in Demut,
wie der Heilige Geist von ihm verkündet hatte; er sagt nämlich: „Herr, wer hat unserer Pre-
digt geglaubt? wem S. 36 ist der Arm des Herrn offenbar geworden? Wir redeten angesichts
seiner: er ist wie ein Kindlein, wie ein Schössling in dürstendem Erdreich; er hat nicht Ge-
stalt noch Würde; und wir haben ihn gesehen, und er hatte weder Gestalt noch Schönheit„
vielmehr ist seine Gestalt unscheinbar, zurückbleibend hinter der Gestalt der Menschen;
er ist ein Mann in Wunden und Weh und versteht Krankheit zu tragen; weil sich abgewen-
det hat sein Antlitz, deshalb wurde er zurückgesetzt und nicht beachtet. 4. Er trägt unsere
Sünden und leidet für uns, und wir glaubten, er selbst sei in Weh und Schmerz und Elend.
5. Aber er ist verwundet unserer Sünden wegen und gezüchtigt ob unserer Missetaten. Zu
32Ps 36:35—37.
33Jes 29:13; Mk 7:6.
34Ps 61:5.
35Ebd. 77:36, 37.
36Ebd. 30:19.
37Ebd. 11:4-6.
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unserem Frieden liegt auf ihm die Züchtigung, durch seine Striemen sind wir geheilt. 6.
Alle gingen wir irre wie Schafe, der Mensch verirrte sich auf seinem Wege. 7. Und der Herr
gab ihn dahin für unsere Sünden, und er selbst öffnete den Mund nicht wegen seiner Miss-
handlung. Wie ein Lamm wurde er zur Schlachtbank geführt, und wie ein Schaf stumm
bleibt vor dem Scherer, so tat er seinen Mund nicht auf. In seiner Erniedrigung wurde seine
Verurteilung aufgehoben. 8. Wer wird sein Geschlecht aufzählen? da von der Erde sein Le-
ben weggenommen wird. 9. Wegen der Missetaten meines Volkes wird er zum Tod geführt.
10. Und ich will hingeben die Bösen für sein Grab und die Reichen für seinen Tod; denn
er hat nichts Böses getan, und in seinem Mund ward kein Trug gefunden. Und der Herr
will ihn befreien von seiner Qual. 11. Wenn ihr Opfer bringt für eure Sünden, wird eure
Seele lang lebende Nachkommen sehen. 12. Und der Herr will mindern die Mühsal seiner
Seele, will Licht ihm zeigen und durch Einsicht bilden, rechtfertigen den Gerechten, der
vielen gut dient; und ihre Sünden will er selbst hin wegnehmen. 13. Deshalb wird er viele
beerben und die Beute der Starken teilen dafür, dass seine Seele hingegeben wurde in den
Tod und er gezählt wurde unter die Bösen. 14. Und er selbst hat die Sünden vieler getragen,
und wegen ihrer Sünden wurde er dahingegeben“38. 15. Und S. 37 wiederum sagt er selbst:
„Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, der Spott der Menschen und die Verachtung des
Volkes. 16. Alle, die mich sahen, verlachten mich, schwatzten mit den Lippen und schüttel-
ten das Haupt: Er hat auf Gott gehofft, er erlöse ihn, rette ihn, da er ihm geneigt ist”39. 17.
Ihr sehet, Geliebte, wer das Vorbild ist, das uns gegeben ist; wenn nämlich der Herr sich
so erniedrigt hat, was sollen dann wir tun, die wir unter das Joch seiner Gnade durch ihn
selbst gekommen sind?
17. Kap. Die Propheten, Abraham, Moses, Job, Vorbilder der Demut.
1. Wir wollen Nachahmer sein auch derjenigen, die in Ziegen- und Schaffellen einherzo-
gen und die Ankunft Christi verkündeten; wir meinen die Propheten Elias, Elisäus und
dazu noch Ezechiel, ferner die ein gutes Zeugnis erhalten haben (von Gott). 2. Ein herrli-
ches Zeugnis wurde dem Abraham gegeben, Freund Gottes wurde er zubenannt, und er
sprach die Herrlichkeit Gottes betrachtend in Demut: „Ich aber bin Erde und Asche“40. 3.
Ferner steht auch über Job also geschrieben: „Job aber war gerecht und untadelig, wahr-
heitsliebend, gottesfürchtig, von allem Bösen ferne”41. 4. Aber er selbst klagt sich an mit
den Worten: „Keiner ist rein von Schmutz, auch wenn sein Leben nur einen Tag dauert“42.
5. Moses wurde treu in seinem (Gottes) ganzen Hause genannt, und durch seinen Dienst
strafte Gott Ägypten durch die Geißeln und Plagen, (die er) gegen sie (sandte); aber auch
38Jes 53:1-12.
39Ps 21:7—9.
40Gen 18:27.
41Jb 1:1.
42Ebd. 14:4, 5.
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er führte, obwohl hochgeehrt, keine hochfahrenden Reden, sondern sprach, als ihm die
Offenbarung im Dombusch gegeben wurde: „Wer bin ich, dass Du mich sendest? Ich habe
eine schwache Stimme und eine schwere Zunge”43. 6. Und wieder sagt er: „Ich aber bin
Dunst, (der) von einem Kochtopfe (aufsteigt)”44.
18. Kap. David ein Muster der Demut.
S. 38 1. Was aber sollen wir sagen von David, der ein so gutes Zeugnis erhielt? Zu ihm
sprach Gott: „Ich habe gefunden einen Mann nach meinem Herzen, David, Jesses Sohn,
in ewigem Erbarmen habe ich ihn gesalbt“45. 2. Aber auch er sprach zu Gott: „Erbarme
Dich meiner, Gott, nach Deiner großen Barmherzigkeit, und nach der Menge Deiner Er-
barmung lösche aus meine Missetat, 3. Mehr und mehr wasche mich von meiner Ungerech-
tigkeit, und von meiner Sünde reinige mich; denn mein Unrecht sehe ich ein, und meine
Sünde steht vor meinem Auge immerdar. 4. Dir allein habe ich gesündigt und das Böse ha-
be ich vor Dir getan, damit Du für gerecht befunden werdest in Deinen Worten und den
Sieg erhaltest, wenn man Dich richtet. 5. Denn siehe, in Ungerechtigkeit bin ich empfan-
gen, und in Sünden hat meine Mutter mich empfangen. 6. Denn siehe, die Wahrheit hast
Du geliebt; das Verborgene und Geheime Deiner Weisheit hast Du mir geoffenbart. 7. Du
wirst mich mit Hyssop besprengen und ich werde rein sein; Du wirst mich waschen, und
ich werde weißer sein als Schnee. 8. Du wirst mich Freude und Wonne hören lassen, dann
werden frohlocken die zerschlagenen Gebeine. 9. Wende weg Dein Angesicht von meinen
Sünden und lösche aus alle meine Missetaten. 10. Ein reines Herz erschaff in mir, mein
Gott, und einen geraden Geist mache neu in meinem Innern. 11. Verstoße mich nicht von
Deinem Angesicht, und Deinen Heiligen Geist nimm nicht von mir. 12. Gib mir zurück
die Freude Deines Heiles, und mit fürstlichem Geiste stärke mich. 13. Lehren werde ich
Ungerechte Deine Wege, und Gottlose werden sich zu Dir bekehren. 14. Errette mich von
Blutschuld, mein Gott, Du Gott meines Heiles. 15. Preisen wird meine Zunge Deine Ge-
rechtigkeit; Herr, Du wirst öffnen meinen Mund, und meine Lippen werden verkünden
Dein Lob. 16. Denn wenn Du ein Opfer gewollt hattest, hätte ich es gegeben; an Brandop-
fern wirst Du kein Gefallen haben. 17. Ein Opfer für Gott S. 39 ist ein zerknirschter Geist;
ein zerknirschtes und gedemütigtes Herz wirst Du, o Gott, nicht verschmähen”46.
19. Kap. Diesen Vorbildern der Demut sollen wir nacheifern.
1. Die Demut also und Bescheidenheit so großer und solcher mit herrlichem Zeugnis ausge-
zeichneter Männer hat durch den Gehorsam nicht nur uns, sondern auch die Geschlechter
43Ex 8:11; 4:10.
44Quelle unbekannt.
45Ps 88:21; 1Kön 13:14 (1Sam 13:14); Apg 13:22.
46Ps 50:3-19.
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vor uns besser gemacht, und zwar diejenigen, welche die Worte in Furcht und Wahrheit
aufgenommen haben. 2. Da wir nun an vielen großen und herrlichen Taten Anteil bekom-
men haben, wollen wir dem von Anfang an uns gesteckten Friedensziele von neuem zuei-
len, den Blick richten auf den Vater und Schöpfer der ganzen Welt und uns eng verbinden
mit seinen großartigen und überschwenglichen Segnungen des Friedens und seinen Wohl-
taten. 3. Betrachten wir ihn im Geiste und schauen wir mit den Augen der Seele auf die
Langmut seines Willens; betrachten wir, wie gütig er sich gegen seine ganze Schöpfung
erzeigt.
20. Kap. Die Ordnung in der Schöpfung ein Beweis für die Friedensliebe
Gottes.
1. Die Himmel, die nach seiner Anordnung sich bewegen, gehorchen ihm in Frieden. 2. Tag
und Nacht vollenden sie den von ihm bestimmten Lauf, ohne einander im geringsten zu
hindern. 3. Sonne und Mond und der Sterne Reigen durchkreisen nach seinem Gesetze ein-
trächtig ohne jede Abschweifung die ihnen vorgeschriebenen Bezirke. 4. Die Erde bringt
Frucht nach seinem Willen zur rechten Zeit und erzeugt für Menschen und Tiere und jeg-
liches Wesen, das auf ihr lebt, reichliche Nahrung; dabei zögert sie nicht noch ändert sie
etwas an seinen Befehlen. 5. Der Abgründe unzugängliche und der Unterwelt unerforschli-
che Gerichte bestehen durch die gleichen Gesetze. 6. Das Becken des unendlichen Meeres
- nach seiner Schöpfung zur Sammlung (der Wasser) festgebaut - überschreitet nicht die
ihm rings gesetzten Schranken, sondern wie S. 40 er ihm befohlen, so tut es. 7. Er sagte
nämlich: „Bis hierher sollst du kommen, und deine Wogen sollen in dir selbst zerfallen“47.
8. Der Ozean, den Menschen nicht durchfahren können, und die Welten hinter ihm, wer-
den durch die nämlichen Gesetze des Herrn regiert. 9. Des Frühlings, Sommers, Herbstes
und Winters Zeiten lösen einander in friedlichem Wechsel ab. 10. Der Winde Posten tun
zur bestimmten Zeit ohne Anstoß ihren Dienst. Nichtversiegende Quellen, zum Gebrauch,
für die Gesundheit geschaffen, reichen unaufhörlich ihre den Menschen Leben spenden-
den Brüste; auch die kleinsten Tiere halten ihre Versammlungen in Eintracht und Friede.
11. Dies alles besteht nach des großen Schöpfers und Herrn der Welt Befehl in Friede und
Eintracht, da er allen Wohltaten spendet, in reichstem Übermaße aber uns, die wir unsere
Zuflucht genommen zu Seinen Erbarmungen durch unseren Herrn Jesus Christus. 12. Ihm
sei Ruhm und Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
21. Kap. Lieber bei törichten Menschen anstoßen als bei Gott!
1. Sehet zu, Geliebte, dass nicht seine vielen Wohltaten uns allen zum Gerichte werden,
wenn wir nicht seiner würdig wandeln und das Gute und Wohlgefällige vor ihm tun in
47Jb 88:11.
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Eintracht. 2. Er sagt nämlich irgendwo: „Der Geist des Herrn ist eine Leuchte, die das In-
nere des Leibes durchforscht”48. 3. Betrachten wir, wie nahe er ist, und dass ihm nichts
verborgen ist von unseren Gedanken oder von den Plänen, die wir schmieden. 4. Es ist
also recht, dass wir uns seinem Willen nicht entziehen. 5. Lieber wollen wir bei Menschen,
bei törichten, unverständigen, stolzen, die eingebildet sind auf ihre prahlerischen Reden,
Anstoß erregen als bei Gott. 6. Unseren Herrn Jesus Christus, dessen Blut für uns hingege-
ben wurde, wollen wir verehren, unsere Vorgesetzten wollen wir achten, die Älteren ehren,
die Jugend wollen wir erziehen in der Zucht der Gottesfurcht, S. 41 unsere Frauen wollen
wir zum Guten anleiten: 7. Sie sollen der Keuschheit liebenswürdige Sitte zeigen, sollen
ihrer Sanftmut unversehrte Gesinnung an den Tag legen, die Mäßigung ihrer Zunge durch
ihr Schweigen kund tun; ihre Liebeswerke sollen sie nicht tun nach Neigung, sondern sie
in heiliger Gesinnung gleichermaßen allen zuwenden, die Gott fürchten. 8. Unsere Kinder
sollen der Erziehung in Christus teilhaftig werden; sie sollen lernen, was demütiger Sinn
bei Gott vermag, wie mächtig reine Liebe bei Gott ist, wie Gottesfurcht gut und groß ist
und wie sie alle rettet, die in ihr ein heiliges Leben führen in reiner Gesinnung. 9. Er er-
forscht nämlich die Gedanken und Gesinnungen; sein Odem wohnt in uns, und wenn er
will, nimmt er ihn weg.
22. Kap. Der Glaube ist die Grundlage des friedlichen Lebens.
1. All dies befestigt der Glaube an Christus. Denn auch er selbst redet durch den Heiligen
Geist uns also an: „Kommet her, Kinder, höret mich, Gottesfurcht will ich euch lehren. 2.
Wer ist der Mensch, der das Leben liebt, gerne gute Tage sieht? 3. Halte ab deine Zunge
vom Bösen, und deine Lippen, dass sie keine Lüge reden! 4. Wende dich weg vom Bösen
und tue Gutes! 5. Suche den Frieden und jage ihm nach! 6. Die Augen des Herrn (sind
gerichtet) auf die Gerechten und seine Ohren auf ihre Bitten. Das Antlitz des Herrn kehrt
sich gegen die, die Böses tun, damit er ihr Andenken vertilge von der Erde. 7. Es rief der
Gerechte, und der Herr erhörte ihn und befreite ihn aus all seiner Trübsal. 8. Zahlreich sind
die Kümmernisse des Gerechten, aber aus allen wird ihn erretten der Herr“49. 9. Sodann:
„Zahlreich sind die Geißeln des Sünders, aber die auf den Herrn vertrauen, wird Erbarmen
umgeben”50.
23. Kap. Fester Glaube an die Wiederkunft Christi.
1. Der in allem barmherzige und gütige Vater hat ein Herz für die, die ihn fürchten, gerne
und freudig gibt S. 42 er seine Gnadenerweisungen denen, die einfältigen Herzens zu ihm
kommen. 2. Deshalb sollen wir nicht zweifeln, und unsere Seele soll sich nicht aufblähen ob
48Spr 20:27.
49Ps 33:12-18,20.
50Ebd. 31:10.
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seiner überreichen und herrlichen Gnadengaben. 3. Nimmer passe auf uns dieser Schrift-
text, wo es heißt: „Unglücklich sind die Zweifler, die geteilten Herzens sind und sagen: Dies
haben wir gehört auch schon zur Zeit unserer Väter, und siehe, wir sind alt geworden, und
nichts davon ist uns zugekommen. 4. O ihr Toren, vergleichet euch mit einem Baum; neh-
met einen Weinstock: zuerst verliert er die (alten) Blätter, dann wächst eine Knospe, dann
ein Blatt, dann eine Blüte, hernach eine saure Traube, und dann erst ist die reife Traube
da“51. Ihr sehet, dass in kurzer Zeit die Frucht des Baumes zur Reife gelangt. 5. Wahrhaftig,
schnell und plötzlich wird sein Wille Vollendung finden, da ja auch die Schrift selbst hier-
für Zeugnis gibt: „Schnell wird er kommen und nicht zögern, und plötzlich wird einziehen
der Herr in seinen Tempel und der Heilige, den ihr erwartet”52.
24. Kap. Gleichnisse in der Natur als Beweis für die Auferstehung.
1. Erwägen wir, Geliebte, wie der Herr fortwährend uns zeigt, dass es eine künftige Auf-
erstehung geben werde, zu deren Anfang er den Herrn Jesus Christus selbst machte, da
er ihn von den Toten erweckte. 2. Lasst uns, Geliebte, die Auferstehung betrachten, die zu
seiner Zeit sich vollzieht. 3. Tag und Nacht zeigen uns die Auferstehung; die Nacht legt sich
zur Ruhe, der Tag steht auf; der Tag zieht ab, die Nacht kommt heran. 4. Nehmen wir die
Früchte! Wie und auf welche Weise wächst der Same? 5. „Es ging aus der Säemann”53 und
warf auf die Erde jegliches Saatkorn; alle fallen trocken und nackt zur Erde und gehen in
Verwesung über; hernach erweckt sie aus der Verwesung die fürsorgliche Macht des Herrn,
und aus einem wachsen viele und tragen Frucht.
25. Kap. Der Phönix ein Gleichnis der Auferstehung.
S. 43 1. Betrachten wir auch das auffallende Zeichen, das im Morgenlande geschieht, das
heißt in den Gegenden bei Arabien. 2. Es ist nämlich ein Vogel, der Phönix genannt wird.
Dieser ist der einzige seiner Art und lebt fünfhundert Jahre; wenn er bereits der Auflösung
im Tode nahe ist, baut er sich ein Nest aus Weihrauch, Myrrhe und sonstigen wohlriechen-
den Gewächsen; ist seine Zeit erfüllt, so geht er in dies Nest und stirbt. 3. Wenn dann das
Fleisch verfault, entsteht ein Wurm, welcher sich von dem verfaulenden Leichnam des Tie-
res nährt und Flügel bekommt; wenn er dann kräftig geworden ist, hebt er jenes Nest, in
dem die Knochen des früheren sind, und fliegt mit ihnen von Arabien bis nach Ägypten
in die Stadt Heliopolis 4. Und bei Tag, wenn alle es sehen, fliegt er auf den Altar des Helios,
legt sie dort nieder und kehrt wieder zurück. 5. Die Priester sehen dann genau die Auf-
zeichnungen der Zeiten nach und finden, dass er nach Verfluss von fünfhundert Jahren
gekommen ist.
51Vgl. Jak 1:8; Mt 24:32.
52Jes 14:11; Mal 3:1.
53Mt 13:3.
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26. Kap. Beweisstellen aus dem Alten Testament für die Auferstehung.
1. Halten wir es nun für etwas Großes und Wunderbares, wenn der Schöpfer des Weltalls
die auferwecken wird, die ihm heilig gedient haben in der Zuversicht eines guten Glaubens,
wo er uns sogar durch einen Vogel die Größe seiner Verheißung kund tut? 2. Er sagt näm-
lich einmal: „Und Du wirst mich auferwecken, und ich werde Dich preisen“54, und: „Ich
legte mich nieder und schlummerte ein, ich erwachte, weil Du mit mir bist”55. Und wieder
sagt Job: „Und Du wirst auferwecken dieses mein Fleisch, das all dies erduldet hat”56.
27. Kap. Glaubet dem allmächtigen und wahrhaftigen Gott!
1. Durch diese Hoffnungen also sollen unsere S. 44 Seelen fest gekettet sein an den, der
treu ist in seinen Verheißungen und gerecht in seinen Gerichten. 2. Der verboten hat zu
lügen, wird viel weniger selber lügen; denn bei Gott ist nichts unmöglich außer die Lüge.
3. Entzünden soll sich daher in uns der Glaube an ihn, und wir wollen beherzigen, dass
ihm alles nahe ist. 4. In seinem mächtigen Worte hat er das All aufgebaut, und in seinem
Worte kann er es niederreißen. 5. „Wer wird ihm sagen: Was hast Du gemacht? oder wer
wird entgegentreten seiner gewaltigen Stärke?“57 Wann er will und wie er will, wird er alles
machen, und nichts darf vergehen von dem, was er bestimmt hat. 6. Alles liegt da vor sei-
nem Auge, und nichts ist seinem Rate verborgen. 7. „Wenn die Himmel den Ruhm Gottes
verkünden, so erzählt das Firmament seiner Hände Werk. Ein Tag ruft es dem anderen
zu, und eine Nacht gibt es der anderen kund; und es sind nicht Reden noch Worte, deren
Stimme man nicht hört“58.
28. Kap. Fürchtet den allgegenwärtigen Gott!
1. Da er also alles sieht und hört, wollen wir ihn fürchten und die schmutzigen Begierden
nach schlechten Werken aufgeben, damit wir durch sein Erbarmen Schutz finden vor den
kommenden Gerichten. 2. Denn wohin kann einer aus uns fliehen vor seiner starken Hand?
und welche Welt wird aufnehmen einen Überläufer, der ihm entronnen? Es sagt nämlich
einmal die Schrift: 3. „Wohin werde ich entkommen und wo mich verbergen vor seinem
Angesicht? Wenn ich hinaufsteige in den Himmel, bist Du dort; wenn ich wegziehe an die
Grenzen der Erde, ist Deine Rechte dort, und wenn ich mein Lager bereite in der Unterwelt,
so ist Dein Geist dort“59. 4. Wohin also soll man fliehen, und wo soll man entrinnen dem,
der das All umspannt?
54Ps 27:7 (?).
55Ebd. 3:6; 22:4.
56Jb 19:25,26.
57Weish 12:12; 11:22.
58Ps 18:2-4.
59Ebd. 138:7—10.
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29. Kap. Heiliget eure Herzen als Auserwählte Gottes!
1. Wir wollen also zu ihm hinzutreten in Heiligkeit S. 45 des Herzens, rein und unbefleckt
die Hände zu ihm erhebend, voll Liebe zu unserem milden und gütigen Vater, der sich
uns gemacht hat zu seinem auserwählten Teil. 2. So steht nämlich geschrieben: „Als der
Höchste die Völker teilte, da er zerstreute die Kinder Adams, setzte er die Grenzen für die
Volker fest nach der Zahl der Engel Gottes. Und es ward der Teil des Herrn sein Volk Jakob,
sein zugemessenes Erbe Israel“60. 3. Und an einer anderen Stelle sagt er: „Siehe, der Herr
nimmt sich ein Volk mitten aus den Völkern, so wie ein Mann das Erstlingsopfer nimmt
von seiner Tenne; und aus jenem Volke wird hervorgehen das Allerheiligste“61.
30. Kap. Hütet euch vor der Sünde!
1. Da wir nun ein heiliger Teil sind, wollen wir alle Werke der Heiligung tun, fliehen die üb-
len Nachreden, Befleckungen und sündhafte Umarmungen, Trunkenheit, Neuerungssucht,
verwerfliche Begierden, abscheuungswürdigen Ehebruch, verwerflichen Stolz. 2. „Denn
Gott”, sagt er, „widersteht den Hoffärtigen, den Demütigen gibt er seine Gnade“62 3. Wir
wollen es also mit denen halten, welchen von Gott die Gnade verliehen ist. Lasset uns an-
ziehen die Eintracht, voll Demut und Enthaltsamkeit, von jeder Ohrenbläserei und Ver-
leumdung uns ferne haltend, durch Werke gerechtfertigt und nicht durch Worte. 4. Er sagt
nämlich: „Wer viel redet, muss auch wieder viel hören; oder glaubt der Geschwätzige, er
sei gerecht? 5. Glücklich der vom Weibe Geborene, der kurze Zeit lebt. Verlege dich nicht
aufs viele Reden63. 6. Unser Lob komme von Gott, nicht von uns selbst; denn die sich
selbst loben, hasst Gott. 7. Das Zeugnis, dass wir recht handeln, soll von anderen gegeben
werden, so wie es unseren gerechten Voreltern gegeben wurde. 8. Kühnheit, Keckheit, Ver-
messenheit ist bei denen, die Gott verflucht hat. Einfalt, Demut, Milde ist bei denen, die
Gott gesegnet hat.
31. Kap. Erwerbet euch den Segen Gottes!
S. 46 1. Suchen wir uns also seinen Segen und schauen wir, welches die Wege seines Se-
gens sind! Lasset uns die Geschichte von Anfang an betrachten! 2. Weswegen wurde unser
Vater Abraham gesegnet?64 Nicht deshalb, weil er Gerechtigkeit und Wahrheit übte durch
Glauben? 3. Isaak ließ sich voll Vertrauen, da er die Zukunft kannte, freudig zum Opfer
bringen65. 4. Jakob verließ demütigen Sinnes seine Heimat wegen des Bruders, ging zu
60Dtn 32:8, 9.
61Ebd. 4:34; 14:2; Num 18:27; 2 Paral. 31,14(sic); Ez 48:12.
62Spr 3:34; Jak 4:6; 1 Petr 5:5.
63Jb 11:2, 3.
64Gen 21.
65Ebd. 22:7 ff.
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Laban und diente ihm, und ihm wurden verliehen die zwölf Stämme Israels66.
32. Kap. Nicht Menschenwerk, sondern der Glaube bringt Rechtferti-
gung.
1. Wenn dies jemand im einzelnen genau überdenkt, wird er die Größe der von ihm ver-
liehenen Gaben erkennen. 2. Von ihm nämlich stammen alle Priester und Leviten ab, die
am Altare Gottes dienen; von ihm stammt der Herr Jesus ab, dem Fleische nach; von ihm
die Könige, Herrscher und Führer durch Juda; auch die übrigen Stämme stehen in nicht
geringem Ansehen, wie Gott es verheißen hatte, dass „deine Nachkommenschaft sein wer-
de wie die Sterne des Himmels“67. 3. Alle haben demnach Ehre und Herrlichkeit erlangt
nicht durch sich selbst oder durch ihre Werke oder wegen ihrer Gerechtigkeit, die sie üb-
ten, sondern durch seinen Willen. 4. Und auch wir, die wir durch seinen Willen in Christus
Jesus berufen sind, werden nicht durch uns selbst gerechtfertigt noch durch unsere Weis-
heit oder Einsicht oder Frömmigkeit oder durch die Werke, die wir vollbracht haben in der
Heiligkeit des Herzens, sondern durch den Glauben, durch den alle von Anbeginn an der
allmächtige Gott gerechtfertigt hat. Ihm sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
33. Kap. Trotzdem dürfen wir auf den Schmuck der guten Werke nicht
verzichten.
S. 47 1. Was sollen wir demnach tun, Brüder? Sollen wir ablassen von guten Werken und
die Liebe aufgeben? Möge es der Herr niemals zugeben, dass dies bei uns geschehe, sondern
beeilen wir uns, mit Beharrlichkeit und Bereitwilligkeit jedes gute Werk zu vollbringen. 2.
Denn der Schöpfer und Herr des Weltalls frohlockt über seine Werke. 3. Denn mit seiner
unendlich großen Macht hat er die Himmel gegründet, und mit seiner unerschöpflichen
Weisheit hat er sie geordnet; die Erde hat er von dem es umgebenden Wasser geschieden
und hat sie festgestellt auf das unerschütterliche Fundament seines Willens; den Tieren,
die auf ihr leben, befahl er, nach seiner Anordnung sich zu bewegen; das Meer und seine
Tiere, die in ihm sind, hat er geschaffen und hat sie eingeschlossen mit seiner Macht. 4. Zu
allem hin schuf er das Herrlichste und Großartigste wegen seiner Vernunft, den Menschen;
mit seinen heiligen und untadeligen Händen schuf er seines Bildes Abbild. 5. So nämlich
spricht der Herr: „Lasset uns den Menschen machen nach unserem Bild und Gleichnis,
und Gott schuf den Menschen, als Mann und Weib schuf er sie“68. 6. Nachdem er nun all
dieses vollendet hatte, lobte er es und pries es und sprach: „Wachset und mehret euch“69. 7.
66Ebd. 28,29.
67Ebd. 15:5; 22:17; 26:4.
68Gen 1:26, 27.
69Ebd. 1:28.
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Beachten wir, dass alle Gerechte mit guten Werken verherrlicht waren und dass der Herr
selbst, nachdem er sich selbst durch gute Werke verherrlicht hatte, darüber erfreut war. 8.
Da wir nun ein solches Vorbild haben, wollen wir unverzüglich seinem Willen nachkom-
men; mit all unserer Kraft wollen wir Werke der Gerechtigkeit tun.
34. Kap. Die guten Werke werden von Gott belohnt.
1. Der gute Arbeiter nimmt freimütig das Brot für seine Arbeit, der faule und untätige aber
wagt nicht, dem Blicke seines Arbeitgebers zu begegnen. 2. Daher ist S. 48 es nötig, dass
wir bereit sind zu guten Werken; von ihm kommt ja alles. 3. Er sagt nämlich zu uns: „Siehe,
hier ist der Herr und sein Lohn ist vor ihm, damit er jedem gebe nach seinem Werke“70.
4. Deshalb ermahnt er uns, die wir aus ganzem Herzen ihm vertrauen, weder träge noch
nachlässig zu sein „in jeglichem guten Werke“71. 5. Unser Ruhm und unsere Zuversicht sei
in ihm; seinem Willen wollen wir uns fügen; denken wir an die ganze Schar seiner Engel,
wie sie bereit stehen, seinen Willen zu erfüllen. 6. Denn die Schrift sagt: „Zehntausendmal
zehntausend standen vor ihm, und tausendmal tausend dienten ihm und riefen: Heilig, hei-
lig, heilig ist der Herr Sabaoth, die ganze Schöpfung ist voll seiner Herrlichkeit“72. 7. Auch
wir, in Eintracht versammelt, einmütigen Sinnes, wollen wie aus einem Munde anhaltend
zu ihm rufen, damit wir teilhaftig werden seiner großen und herrlichen Verheißungen. 8.
Er sagt ja: „Kein Auge hat es gesehen, kein Ohr hat es gehört, und in keines Menschen Herz
ist es gedrungen, was Gott denen bereitet hat, die auf ihn harren“73.
35. Kap. Groß ist Gottes Lohn.
1. Wie selig und wunderbar sind die Geschenke Gottes, Geliebte! 2. Leben in Unsterblich-
keit, Glanz in Gerechtigkeit, Wahrheit in Freimut, Glaube in Vertrauen, Enthaltsamkeit in
Heiligung; und dies alles ist schon in unser Verständnis gedrungen. 3. Was nun fürwahr ist
denen bereitet, die ausharren? Der Schöpfer und Vater der Ewigkeit, der Allheilige selbst
kennt die Größe und Schönheit dieser Güter. 4. Wir nun wollen kämpfen, damit wir erfun-
den werden in der Zahl derer, die ausharren, auf dass wir teilhaben an den versprochenen
Gütern. 5. Wie aber wird das geschehen, Geliebte? Wenn unsere Gesinnung in Treue ge-
festigt ist gegen Gott, wenn wir nachstreben dem, was ihm angenehm und wohlgefällig ist,
wenn wir tun, was seinem S. 49 heiligen Willen entspricht, wenn wir gehen auf dem Wege
der Wahrheit, wenn wir wegwerfen von uns alles Unrecht und alle Schlechtigkeit, Hab-
sucht, Streit, Bosheit und Hinterlist, Verleumdung und üble Nachrede, Hass gegen Gott,
Aufgeblasenheit und Prahlerei, Eitelkeit und ungastliches Wesen. 6. Denn wer solches tut,
70Jes 40:10; 62:11; Spr 24:11.
71Tit 3:1.
72Dan 7:10; Jes 6:3.
73Jes 64:4; 1 Kor 2:9.
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ist bei Gott verhasst; aber nicht allein die solches tun, sondern auch die, welche ihnen zu-
stimmen. 7. Es sagt nämlich die Schrift: „Zu dem Sünder aber sprach Gott: Warum zählst
du meine Satzungen auf und warum nimmst du meinen Bund in deinen Mund? 8. Du hast
die Zucht gehasst und hast meine Worte verworfen. Wenn du einen Dieb sähest, gingst
du mit ihm, bei den Ehebrechern hattest du Anteil. Dein Mund ging über von Schlechtig-
keit, und deine Zunge spann trügerische Tücke. Du setztest dich hin und sprachest gegen
deinen Bruder, und dem Sohn deiner Mutter stelltest du eine Falle. 9. Das tatest du, und
ich habe geschwiegen. Du nahmst an, Gottloser, dass ich dir gleich sei. 10. Ich werde dich
überführen und dein Antlitz gegen dich kehren. 11. Beherziget dies, ihr Gottvergessenen,
damit er euch nicht wegschleppe wie ein Löwe und niemand da sei, der rettet; ein Lobopfer
wird mich ehren, und dort ist der Weg, den ich ihm zeigen will, das Heil Gottes“74.
36. Kap. Jesus Christus ist der Weg zur Seligkeit.
1. Das ist der Weg, Geliebte, auf dem wir unser Heil finden, Jesus Christus, den Hohenpries-
ter unserer Opfergaben, den Anwalt und Helfer in unserer Schwäche. 2. Durch ihn streben
wir standhaft nach den Höhen des Himmels, durch ihn schauen wir sein heiliges und er-
habenes Antlitz, durch ihn wurden die Augen unseres Herzens geöffnet, durch ihn ringt
sich unser unweiser und dunkler Verstand durch zum Licht, durch ihn wollte der Herr uns
kosten lassen von dem unsterblichen Wissen, der, „da er der Abglanz ist seiner Majestät,
um soviel größer ist als die Engel, um wieviel sein Name S. 50 sich unterscheidet, den er er-
halten hat“75. Es steht nämlich also geschrieben: „Der Geister zu seinen Boten macht und
Feuerflammen zu seinen Dienern“76. 4. Zu seinem Sohne aber sprach der Herr also: „Mein
Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt; verlange von mir, und ich will dir Völker geben
zum Erbe und zu deinem Besitze die Enden der Erde“77. 5. Und wiederum sagt er zu ihm:
„Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege“78. 6.
Welches sind aber die Feinde? Die Schlechten, die Gottes Willen sich widersetzen.
37. Kap. Christus der Kriegsherr und das Haupt.
1. Lasset uns also kämpfen, Männer, Brüder, mit aller Ausdauer unter seinen untadeligen
Gesetzen. 2. Schauen wollen wir auf die, die unter unseren Führern kämpfen, wie sie wohl-
geordnet, geziemend und gehorsam die Befehle vollziehen. 3. Nicht alle sind Tribunen,
oder Oberste, oder Hauptleute, oder Führer von Abteilungen usw., sondern jeder erfüllt
auf seinem richtigen Posten die Anordnungen des Königs und der Führer. 4. Die Großen
74Ps 49:16—28
75Hebr 1:3, 4.
76Ps 103:4; Hebr 1:7.
77Ps 2:7, 8; Hebr 1:5.
78Ps 109:1; Hebr 1:18.
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können nicht sein ohne die Kleinen und die Kleinen nicht ohne die Großen; überall gibt es
eine Art Mischung, und darin liegt der Vorteil, 5. Nehmen wir unseren Körper; der Kopf
ist nichts ohne die Füße, ebenso die Füße nichts ohne den Kopf; und die kleinsten Glie-
der unseres Leibes sind notwendig und nützlich für den ganzen Körper; aber alle halten
zusammen, und es bedarf eines einmütigen Gehorsams zum Wohle des ganzen Körpers.
38. Kap. Keiner rühme sich selbst, sondern er danke Gott!
1. So soll denn unser ganzer Körper gerettet werden in Christus Jesus, und jeder soll sei-
nem Nächsten sich fügen, wie es in seiner Gnadengabe begründet ist. S. 51 2. Der Starke
sorge für den Schwachen, und der Schwache kümmere sich um den Starken; der Reiche
unterstütze den Armen, der Arme aber danke Gott dafür, dass er jenem gegeben, wodurch
seinem Mangel abgeholfen werde; der Weise zeige seine Weisheit nicht in Worten, sondern
in guten Werken; der Demütige stelle sich selbst kein Zeugnis aus, sondern lasse einen an-
deren über sich Zeugnis geben; wer keusch ist im Fleische, rühme sich nicht in der Erkennt-
nis, dass ein anderer es ist, der ihm die (Gnade der) Enthaltsamkeit verleiht. 3. Betrachten
wir nun, Brüder, aus welchem Stoff wir geschaffen wurden, welcher Art und was wir wa-
ren beim Eintritt in diese Welt, aus welch dunkler Gruft unser Bildner und Schöpfer uns
in seine Welt geführt, da er seine Wohltaten bereit hielt, schon bevor wir geboren waren.
4. Da wir nun dies alles von ihm bekommen haben, schulden wir ihm in allem Dank. Ihm
sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
39. Kap. Vor Gott sind alle klein.
1. Unverständige, törichte, dumme und ungebildete Leute sind es, die uns verhöhnen und
verspotten, da sie sich selbst überheben wollen in ihren Gedanken. 2. Was vermag denn ein
sterblicher Mensch? oder was ist es mit der Kraft des Erdgeborenen? 3. Es steht ja geschrie-
ben: „Es war keine Gestalt vor meinen Augen, sondern ich hörte Odem und eine Stimme.
4. Wie denn? Soll denn ein Sterblicher rein sein vor Gott? Oder ist ein Mann von seinen
Werken her ohne Fehl, wenn er seinen Knechten misstraut und bei seinen Boten Unrechtes
wahrnimmt? 5. Der Himmel ist nicht rein vor ihm, wieviel weniger Menschen, die wohnen
in Häusern aus Lehm, zu denen auch wir gehören, die wir aus demselben Lehm gebildet
sind. Er schlug sie wie eine Motte, und vom Morgen bis zum Abend sind sie nicht mehr;
weil sie sich selbst nicht helfen konnten, gingen sie zugrunde. 6. Er hauchte sie an, und sie
starben, weil sie keine Weisheit hatten. 7. Rufe, ob einer auf dich hören wird, oder ob du
einen der heiligen Engel sehen wirst; denn den Törichten reibt der Zorn auf, und den Irr-
sinnigen tötet Eifersucht 8. Ich aber habe gesehen, dass S. 52 Toren Wurzel schlugen, aber
sogleich ward ihr Lebensgut aufgezehrt. 9. Ferne bleiben mögen, ihre Söhne vom Heile; sie
mögen zertreten werden vor den Türen der Schwachen, und es wird niemand sein, der sie
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aufhebt. Denn, was für jene bereitet war, essen Gerechte; sie selbst aber werden aus den
Übeln nicht erlöst werden“79.
40. Kap. Gottes Anordnungen in der Kirche sollen befolgt werden.
1. Da uns also dieses ganz klar ist, und wir weit hinabgedrungen sind in die Tiefen der
göttlichen Erkenntnis, müssen wir alles ordnungsgemäß tun, was der Herr an bestimm-
ten Zeiten zu erfüllen angeordnet hat. 2. Er wollte, dass Opfer und Gottesdienst gehalten
werde, aber nicht aufs Geratewohl und ohne Ordnung solle es geschehen, sondern zu fest-
gesetzten Zeiten und Stunden. 3. Wo und durch wen er es verrichtet wissen will, hat er
nach seinem allerhöchsten Willen selbst bestimmt, damit alles heiligmäßig geschehe und
so in Wohlgefallen aufgenommen werde von seinem Willen. 4. Die nun ihre Opfer darbrin-
gen zur vorgeschriebenen Zeit, sind wohlgefällig und selig; denn wenn sie den Gesetzen
des Herrn nachkommen, sündigen sie nicht. 5. Dem obersten Priester sind nämlich eige-
ne Verrichtungen zugeteilt, auch den Priestern ist ihr eigener Platz angewiesen, und den
Leviten obliegen eigene Dienstleistungen; der Laie ist an die Laienvorschriften gebunden.
41. Kap. Jeder halte sich in den Grenzen seines Amtes!
1. Jeder von uns, Brüder, soll in seinem Stande Gott danken, indem er sich ein gutes Ge-
wissen bewahrt und die für seine Verrichtung festgesetzte Regel nicht übertritt, in würdi-
gem Wandel. 2. Nicht an allen Orten, Brüder, werden Gott immerwährende Opfer oder
Gelübdeopfer oder Sühnopfer oder Schuldopfer dargebracht, sondern nur in Jerusalem;
aber auch dort wird nicht überall geopfert, sondern vor dem Heiligen am Altare, wobei
die Opfergabe genau untersucht wird S. 53 durch den Oberpriester und die vorerwähnten
Diener des Heiligtums. 3. Wer nun nicht seinem Willen entsprechend etwas tut, erleidet
den Tod als gebührende Strafe. 4. Ihr sehet, Brüder, je größer die Erkenntnis ist, deren wir
gewürdigt worden sind, um so größer ist auch die Gefahr, der wir ausgesetzt sind.
42. Kap. Die kirchliche Ordnung stammt von Gott.
1. Die Apostel haben uns das Evangelium verkündet, (das sie) vom Herrn Jesus Christus
(bekommen haben), Jesus Christus aber ist gesandt von Gott. 2. Christus ist also von Gott
und die Apostel von Christus (gesandt); beides ist demnach geschehen in aller Ordnung
nach dem Willen Gottes. 3. Sie empfingen also ihre Aufträge, wurden durch die Auferste-
hung unseres Herrn Jesus Christus mit Gewissheit erfüllt, wurden im Glauben an das Wort
Gottes gefestigt, und dann zogen sie voll des Heiligen Geistes hinaus zur Predigt, dass das
Reich Gottes nahe sei. 4. Indem sie nun in Ländern und Städten predigten, setzten sie die
79Jb 4:16—18; 15:15; 4:19—5:5.
22


Erstlingsfrüchte ihrer (Predigt), nach vorhergegangener Prüfung im Geiste, zu Bischöfen
und Diakonen der zukünftigen Gläubigen ein. 5. Und dies war nichts Neues; denn schon
seit langer Zeit war geschrieben über Bischöfe und Diakone. So nämlich sagt einmal die
Schrift: „Ich will einsetzen ihre Bischöfe in Gerechtigkeit und ihre Diakone in Treue“80.
43. Kap. Auch die alttestamentliche Ordnung geht auf Gott zurück.
1. Und ist es zu verwundern, wenn die von Christus mit einem solchen Werke Betrauten
die oben Genannten eingesetzt haben? Da ja auch der selige Moses, „der getreue Diener
im ganzen Hause“81, die an ihn S. 54 ergangenen Befehle sämtlich in den heiligen Büchern
verzeichnet hat, dem auch die übrigen Propheten gefolgt sind, indem auch sie Zeugnis ge-
ben für das, was von ihm gesetzlich angeordnet wurde. 2. Als nämlich Eifersucht entstand
wegen der Priesterwürde und die Stämme darüber stritten, welcher von ihnen mit dem
rühmlichen Namen geschmückt werden sollte, befahl jener den zwölf Stammeshäuptern,
sie sollten Stäbe mit dem Namen jedes einzelnen Stammes bezeichnen und diese ihm brin-
gen. Und er nahm sie, band sie zusammen, versiegelte sie mit den Ringen der zwölf Vorste-
her, hinterlegte sie in dem Zelte des Zeugnisses auf dem Tische Gottes. 3. Und nachdem
er das Zelt abgeschlossen hatte, versiegelte er den Verschluss ebenso wie die Stäbe 4. und
sprach zu ihnen; Männer, Brüder! Der Stamm, dessen Stab ausschlägt, den hat Gott auser-
wählt, auf dass er ihm opfere und diene. 5. Am anderen Morgen nun versammelte er ganz
Israel, die sechshunderttausend Männer, zeigte den Stammeshäuptern die Siegel, öffnete
das Zelt des Zeugnisses und nahm die Stäbe heraus; und es fand sich, dass der Stab Aarons
nicht nur Knospen, sondern sogar Früchte hatte. 6. Was meint ihr, Geliebte:? Wusste Mo-
ses nicht zum voraus, dass es so kommen werde? Ganz gewiss. Aber damit in Israel kein
Aufruhr entstände, handelte er so, damit verherrlicht werde der Name des wahrhaftigen
und einen Gottes; ihm sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
44. Kap. Die Apostel suchten durch Einsetzung der Bischöfe Streit zu
verhindern.
1. Auch unsere Apostel wussten durch unseren Herrn Jesus Christus, dass Streit entstehen
werde um die Bischofswürde. 2. Aus diesem Grunde setzten sie auch, da sie eine genaue
Kenntnis hiervon zum voraus erhalten hatten, die oben Genannten ein und gaben ihnen
dazu Auftrag, dass, wenn sie entschlafen wären, andere erprobte Männer ihren Dienst über-
nähmen. 3. Die also von jenen oder hernach von anderen ausgezeichneten Männern unter
80Jes 60:17. Diese Stelle ist ungenau zitiert; sie heißt nach der Septuaginta: Deine Herrscher (ἄρχοντας) will
ich dir geben in Frieden und deine Vorsteher (ἐπισκόπους) in Gerechtigkeit. Klemens meint hier mit „Bi-
schöfe und Diakone“ die Vorsteher der christlichen Gemeinden, die er sonst immer Presbyter nennt.
81Num 12:7.
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Zustimmung der ganzen Gemeinde eingesetzten (Bischöfe), die das Hirtenamt S. 55 Chris-
ti in Demut untadelig, ruhig, uneigennützig verwaltet haben, die lange Zeit hindurch von
allen ein gutes Zeugnis erhalten haben, diese von ihrem heiligen Amte abzusetzen, ist nach
unserer Ansicht ein Unrecht. 4. Denn es wird für uns keine kleine Sünde sein, wenn wir
Männer, die tadellos und heiligmäßig ihre Opfer dargebracht haben, aus ihrem Bischofs-
amte vertreiben. 5. Selig sind die Presbyter, die ihren Lebensweg bereits durchlaufen und
eine vollkommene, an Früchten reiche Auflösung erreicht haben; denn sie müssen nicht
fürchten, dass man sie verdrängt von dem für sie festbestimmten Platze. 6. Wir müssen es
nämlich erleben, dass ihr einige, die einen guten Wandel führten, vertrieben habt aus dem
heiligen Dienste, dem sie durch tadellose Verwaltung alle Ehre gemacht hatten.
45. Kap. Widerstand gegen die kirchlichen Vorsteher ist verwerflich.
1. Streitsüchtig seid ihr, Brüder, und eifersüchtig in den Dingen, die zum Heile nötig sind.
2. Die heiligen Schriften, die wahren, die vom Heiligen Geist eingegebenen, habt ihr ge-
nau durchforscht. 3. Ihr wisst, dass nichts Unrechtes und nichts Verkehrtes in denselben
geschrieben steht. (Da) werdet ihr nicht finden, dass Gerechte abgesetzt worden sind von
heiligen Männern. 4. Es wurden zwar Gerechte verfolgt, aber von Bösen; sie wurden ein-
gekerkert, aber von Gottlosen, sie wurden gesteinigt von Missetätern, sie wurden getötet
von solchen, die mit verruchter und sündhafter Eifersucht erfüllt waren. 5. Solches haben
sie in rühmlicher Geduld ertragen. 6. Was sollen wir denn sagen, Brüder? Wurde Daniel
von Gottesfürchtigen in die Löwengrube geworfen? 7. Oder Ananias, Azarias und Misael,
wurden die von Leuten, die sich dem erhabenen und herrlichen Dienste des Allerhöchsten
widmeten, in den Feuerofen gesperrt?82 Das sei ferne! Was für Leute sind es nun, die sol-
ches verübten? Die Verhassten, die von jeglicher Schlechtigkeit erfüllt sind, haben ihren
Zorn bis zu dem Grade entflammt, dass sie Männer, die in S. 56 heiliger und untadeli-
ger Absicht Gott dienten, schmählich behandelten, ohne zu wissen, dass der Höchste ein
starker Verteidiger und Beschützer derer ist, die in reinem Gewissen seinem hochgelobten
Namen dienen; ihm sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 8. Die aber in Zuver-
sicht duldeten, haben Ruhm und Ehre erlangt, sie sind erhöht und ihre Namen von Gott
eingeschrieben worden auf ihr Denkmal für alle Ewigkeit. Amen.
46. Kap. Der Anschluss an die Gerechten schützt vor Spaltung und Ver-
derben.
1. An solche Vorbilder müssen auch wir uns halten, Brüder. 2. Es steht nämlich geschrie-
ben: „Gehet mit den Heiligen, denn die mit ihnen gehen, werden geheiligt werden“83. 3.
82Vgl. Dan 6:16; 3:19.
83Quelle unbekannt [cf Mt 5:41].
24


Und wieder an einer anderen Stelle heißt es: „Mit einem unschuldigen Manne wirst du
unschuldig sein, und mit einem auserwählten wirst du auserwählt sein, und mit einem
verkehrten wirst du verkehrt sein“84. 4. Wir wollen deshalb mit den Unschuldigen und Ge-
rechten verkehren; denn diese sind die Auserwählten Gottes. 5. Warum herrschen Streit,
Zorn, Gegensätze, Zwiespalt und Krieg unter euch? 6. Etwa deshalb, weil wir einen Gott
haben, einen Christus, einen Geist der Gnade, der über uns ausgegossen ist, und weil eine
Berufung ist in Christus? 7. Weshalb reißen und zerren wir die Glieder Christi auseinan-
der und weshalb sind wir uneins gegen den eigenen Leib, und weshalb gehen wir soweit in
der Torheit, dass wir vergessen, dass wir untereinander Glieder sind? Denket an die Wor-
te unseres Herrn Jesus! 8. Er sprach nämlich: „Wehe jenem Menschen, besser wäre es für
ihn gewesen, wenn er nicht geboren worden wäre, als dass er einem meiner Auserwählten
Ärgernis gibt; nützlicher wäre es für ihn, wenn ihm ein Mühlstein umgehängt und er in
die Tiefe des Meeres versenkt würde, als dass er einen meiner Auserwählten verführt“85. 9.
Eure Spaltung hat viele verführt, viele in Mutlosigkeit versetzt, viele in S. 57 Wankelmut,
euch, alle in Trauer; und euer Zwist dauert noch immer fort.
47. Kap. Der jetzige Streit in Korinth ist schlimmer als der zur Zeit des
Apostels Paulus.
1. Nehmet den Brief des seligen Paulus, des Apostels. 2. Was hat er euch im Anfang seiner
Predigt geschrieben? 3. Wahrhaft vom Geiste angeregt, hat er euch belehrt über sich selbst
und über Kephas und über Apollo, weil ihr auch damals Parteien gebildet hattet 4. Aber je-
ne Parteiung hat euch geringere Schuld eingetragen; denn ihr habt damals Partei ergriffen
für Apostel, denen ein gutes Zeugnis gegeben war, und für einen Mann, der erprobt war
von ihnen. 5. Jetzt aber beherziget, was für Leute euch verführt und die Erhabenheit eu-
rer weitgerühmten Bruderliebe geschmälert haben. 6. Eine Schande, Geliebte, eine große
Schande und eine Schmach für den Wandel in Christo, wenn man hören muss, wie die fest-
gegründete und uralte Kirche von Korinth wegen einer oder zweier Personen sich empört
gegen ihre Presbyter. 7. Und diese Kunde ist nicht nur zu uns gedrungen, sondern auch zu
den Andersgesinnten, so dass dem Namen des Herrn Schmach angetan wird wegen eures
Unverstandes, für euch selbst aber Gefahr entsteht.
48. Kap. Kehret zur Bruderliebe und Gerechtigkeit zurück!
1. Schleunig wollen wir daher diesen Missstand beseitigen und niederfallen vor dem Herrn
und unter Tränen ihn anflehen, dass er in Gnaden sieh versöhne mit uns und uns zurück-
bringe zu dem erhabenen heiligen Wandel gegenseitiger Bruderliebe. 2. Denn das ist eine
84Ps 17:26, 27.
85Mt 26:24; Mk 14:21; Lk 22:22; 17: 2.
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Pforte der Gerechtigkeit, die geöffnet ist zum Leben, gemäß dem Schriftwort: „öffnet mir
Tore der Gerechtigkeit; ich will eintreten durch sie und lobsingen dem Herrn. 3. Das ist
das Tor des Herrn: Gerechte sollen durch dasselbe einziehen“86. 4. Obgleich Tore offen ste-
hen, so ist das Tor der Gerechtigkeit das S. 58 Tor Christi; selig sind alle, die durch dieses
eingehen und die geraden Weges wandeln „in Heiligkeit und Gerechtigkeit“87 , indem sie
unbeirrt alles vollbringen. 5. Mag einer gläubig sein, mag einer tüchtig sein, Weisheit zu
reden, mag einer verstehen die Reden zu unterscheiden, mag einer heilig sein in (seinen)
Werken, 6. er muss eben um so demütiger sein, je mehr er sich erhaben dünkt, und er muss
das suchen, was allen gemeinsam, nicht ihm allein nützlich ist.
49. Kap. Lob der Liebe.
1. Wer Liebe in Christus hat, der halte die Gebote Christi. 2. Wer kann das Band der Liebe
Gottes beschreiben? 3. Wer ist imstande, seine erhabene Schönheit zu schildern? 4. Die
Höhe, zu der die Liebe emporführt, ist unbeschreiblich. 5. Liebe verbindet uns mit Gott,
„Liebe deckt eine Menge Sünden zu“88, Liebe erträgt alles, Liebe ist in allem langmütig;
nichts Gemeines gibt es in der Liebe, nichts Hoffärtiges; Liebe kennt keine Spaltung, Liebe
lehnt sich nicht auf, Liebe tut alles in Eintracht; in der Liebe haben alle Auserwählten Gottes
ihre Vollkommenheit erlangt, ohne Liebe ist Gott nichts wohlgefällig. 6. In Liebe hat der
Herr uns angenommen; wegen der Liebe, die er zu uns trug, hat unser Herr Jesus Christus
sein Blut hingegeben für uns nach Gottes Willen, sein Fleisch für unser Fleisch, seine Seele
für unsere Seelen.
50. Kap. Aufforderung zum Gebete um diese große Gnade der Liebe.
1. Geliebte, ihr sehet, wie groß und wunderbar die Liebe ist, und ihre Vollkommenheit
lässt sich nicht darlegen. 2. Wer ist fähig, in der Liebe erfunden zu werden, außer wen Gott
derselben für würdig erachtet? Flehen und beten wir daher zu seiner Erbarmung, dass wir
erfunden werden in Liebe ohne menschliche Parteiung, frei von Tadel. 3. Alle Geschlechter
sind dahingegangen von Adam bis auf den heutigen Tag; aber die S. 59 in Liebe vollkom-
men waren, besitzen nach der Gnade Gottes den Platz der Frommen, sie werden offenbar
werden bei der Besichtigung des Reiches Christi. 4. Es steht nämlich geschrieben: „Tretet
ein in die Kammern auf einen ganz kurzen Augenblick, bis mein Zorn und meine Erre-
gung vorbei ist, und ich will eines guten Tages gedenken und euch auferwecken aus euren
Gräbern“89. 5. Selig sind wir, Geliebte, wenn wir die Gebote Gottes halten in einträchtiger
Liebe, auf dass uns durch die Liebe die Sünden nachgelassen werden. 6. Es sieht nämlich
86Ps 117:19, 20.
87Lk 1:75.
881 Petr 4:8.
89Jes 26:20; Ez 37:12.
26


geschrieben: „Selig (sind die), deren Vergehen nachgelassen und deren Sünden zugedeckt
sind; glückselig der Mann, dem der Herr die Sünde nicht zurechnet und in dessen Mund
kein Trug ist“90. 7. Diese Seligpreisung ist erfolgt auf die von Gott Auserwählten durch
unseren Herrn Jesus Christus, dem die Ehre sei von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
51. Kap. Die Empörer und Führer des Streites sollen ihre Sünden beken-
nen, damit sich ihr Herz nicht verhärte.
1. Was wir nun gefehlt haben und was wir durch einen aus der Schar des Widersachers
(verführt) getan haben, dafür wollen wir uns Verzeihung erflehen; aber auch diejenigen,
die Führer der Empörung und Entzweiung gewesen sind, müssen die gemeinsame Hoff-
nung ins Auge fassen. 2. Denn die in Furcht und Liebe wandeln, wollen lieber, dass sie
selbst der Züchtigung verfallen als der Nächste; sie wollen lieber selbst Verachtung tragen,
als die (Verachtung) der uns gut und gerecht überlieferten Einheit (mit ansehen). 3. Denn
es ist besser für den Menschen, sich über seine Verfehlungen anzuklagen, als sein Herz zu
verhärten, wie das Herz derer verhärtet worden ist, die sich erhoben wider Moses, den Die-
ner Gottes, deren Verdammung offenkundig geworden ist: 4. „Sie stiegen ja lebend hinab
in die Unterwelt“91 und der Tod weidet sie. 5. Pharao S. 60 und sein Heer, alle Fürsten
Ägyptens, die Wagen und deren Führer wurden nur deswegen in das Rote Meer versenkt
und kamen nur deshalb um, weil ihre törichten Herzen sich verhärtet hatten, (und zwar)
nachdem Zeichen und Wunder in Ägypten geschehen waren durch Moses, den Diener
Gottes.
52. Kap. Das Bekenntnis der Sünden bringt Vergebung.
1. Brüder, der Herr bedarf gar nichts, er braucht von niemand etwas, nur dass man ihm ein
Bekenntnis ablege. 2. Denn so sagt David, der Auserwählte: „Bekennen will ich dem Herrn,
und das wird ihm besser gefallen als ein junges Rind, das Hörner und Klauen ansetzt; sehen
sollen es Arme und sich freuen“92. 3. Und wiederum heißt es: „Opfere Gott ein Opfer des
Lobes und weihe dem Höchsten deine Gebete. Und rufe mich an am Tage deiner Trübsal,
und ich will dich erlösen, und du sollst mich verherrlichen“93. 4. „Denn ein Opfer vor Gott
ist ein zerknirschter Geist“94.
90Ps 31:1, 2.
91Num 16:30, 83.
92Ps 68:31-33.
93Ebd. 49:14, 15.
94Ebd. 50:19.
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53. Kap. Moses’ selbstlose Bitte für das treulose Volk.
1. Die heiligen Schriften kennet ihr, Geliebte, und zwar gut, und ihr habt euch vertieft in die
Worte Gottes; deshalb schreiben wir euch dies als Erinnerung. 2. Als Moses auf den Berg
gestiegen war und vierzig Tage und vierzig Nächte in Entbehrung und Fasten zugebracht
hatte, da sprach Gott zu ihm: „Moses, Moses, steige eilends hinab von hier, denn dein
Volk, das du aus Ägypten geführt, hat gesündigt; gar schnell hat es den Weg verlassen,
den du ihnen vorgeschrieben hattest; sie haben sich Bilder gegossen“95. 3. Und der Herr
sprach zu ihm: „Einmal und zweimal habe ich zu dir also geredet: Ich habe dieses Volk mir
angeschaut, und siehe, es ist halsstarrig; lass mich sie ausrotten, und ich will ihren Namen
auslöschen unter dem Himmel, und ich will dich zu einem großen, wunderbaren Volke
S. 61 machen, viel größer als dieses“96. 4. Und Moses erwiderte: „Niemals, Herr! Verzeihe
diesem Volk seine Sünde oder tilge auch mich aus dem Buche der Lebenden“97. 5. O große
Liebe, o unübertreffliche Vollkommenheit! Voll Freimut redet der Diener zum Herrn, er
bittet um Verzeihung für das Volk, oder er verlangt, dass er selbst mit ihnen ausgetilgt
werde.
54. Kap. Der Edelmütige soll zum Vorteil der Gemeinde persönliche Op-
fer bringen und auswandern.
1. Wer ist nun unter euch edelmütig, wer barmherzig, wer voll Liebe? 2. Der soll sprechen:
Wenn ich schuld bin an Aufruhr, Streit und Zwietracht, so wandere ich aus, ziehe fort, wo-
hin ihr wollt, und tue, was die Mehrheit vorschreibt; nur soll die Herde Christi in Frieden
leben mit ihren bestellten Presbytern. 3. Wer so handelt, wird sich großen Ruhm in Chris-
tus erwerben, und jeglicher Ort wird ihn aufnehmen. „Denn dem Herrn gehört die Erde
und was in ihr ist“98. 4. So haben gehandelt und so werden handeln, die ohne Vorwurf den
Weg Gottes gehen.
55. Kap. Beispiele selbstloser Opferliebe im Dienst der Allgemeinheit.
1. Um auch Beispiele (aus der Geschichte) der Heiden anzuführen: Viele Könige und Fürs-
ten haben, wenn eine Pest herrschte, auf den Rat des Orakels hin sich selbst dem Tode
preisgegeben, um durch ihr eigenes Blut die Mitbürger zu retten. Viele haben ihre Stadt
verlassen, um die Fortdauer des Zwistes zu verhüten. 2. Wir kennen unter uns viele, die
sich selbst den Ketten überliefert haben, um andere zu befreien; viele haben sich in Knecht-
schaft begeben, und mit ihrem Verdienste (Lohne) haben sie andere gespeist. 3. Viele Frau-
95Ex 32:7-8; Dtn 9:12.
96Ex 32:9, 10; Dtn 9:13, 14.
97Ex 32:31, 32.
98Ps 23:1.
28


en haben, gestärkt durch die Gnade Gottes, manch männliche Tat vollbracht. 4. Judith, die
selige, bat bei der Belagerung ihrer Vaterstadt die Ältesten, man möge sie S. 62 hinaus-
gehen lassen in das Lager der Feinde99. 5. Und aus Liebe zum Vaterlande und zu ihrem
eingeschlossenen Volke ging sie hinaus, sich selbst in Gefahr stürzend, und der Herr über-
gab den Holophernes in die Hand eines Weibes. 6. Auch die glaubensstarke Esther setzte
sich keiner geringeren Gefahr aus, um die zwölf Stämme Israels zu retten, als ihnen der
Untergang drohte; denn durch ihr Fasten und ihre Demut bestürmte sie den allsehenden
Herrn, den Gott der Ewigkeiten; er sah an die Verdemütigung ihrer Seele und errettete das
Volk, um dessetwillen sie die Gefahr auf sich genommen hatte100.
56. Kap. Wert der brüderlichen Zurechtweisung.
1. Deshalb wollen auch wir beten für die, die in einer Sünde leben, auf dass ihnen Nach-
giebigkeit und Demut verliehen werde, damit sie nicht uns, sondern dem Willen Gottes
gehorchen; so wird ihnen nämlich zum Nutzen und zur Vollkommenheit gereichen, dass
wir ihrer bei Gott und den Heiligen mit Seufzern gedenken. 2. Wir wollen, Geliebte, die
Zurechtweisung annehmen, über die sich niemand ärgern darf. Die Ermahnungen, die wir
einander gegenseitig geben, sind gut und überaus nützlich; denn sie verbinden uns mit dem
Willen Gottes. 3. Denn also sagt das heilige Wort: “Gar sehr hat mich der Herr in Zucht
genommen, aber dem Tode hat er mich nicht preisgegeben”101. 4. “Wen nämlich der Herr
lieb hat, den züchtigt er; jedem Kind, das er annimmt, gibt er die Rute zu fühlen”102. 5.
“Ja er wird als Gerechter”, so heißt es, “mich züchtigen mit Erbarmen und mich zurecht-
weisen, aber Öl von Sündern soll mein Haupt nicht salben”103. 6. Und wiederum sagt er:
“Glückselig der Mann, den der Herr zurechtgewiesen hat; denn einen Tadel des Allmäch-
tigen weise nicht zurück; er verursacht nämlich Schmerz, aber er macht wieder gut. 7. Er
hat geschlagen, aber seine S. 63 Hände haben wieder geheilt. 8. Sechsmal wird er aus der
Not dich herausreißen, und das siebente Mal wird dich Unglück nicht erfassen. 9. Zur Zeit
der Hungersnot wird er dich vor dem Tode retten, und im Kriege dich bewahren vor der
Gewalt des Schwertes. 10. Vor der Zunge Geißel wird er dich verbergen, und du brauchst
dich nicht zu fürchten vor drohendem Übel. 11. Über Ungerechte und Missetäter darfst du
lachen, vor wilden Tieren musst du dich nicht fürchten. 12. Denn die wilden Tiere werden
dich in Ruhe lassen. 13. Dann wirst du erkennen, dass dein Haus in Frieden leben wird,
der Vorrat deines Zeltes soll nicht ausgehen. 14. Du wirst sehen, dass deine Kinder zahl-
reich sind, deine Nachkommen wie das Gras des Feldes. 15. Du wirst ins Grab steigen wie
reife Frucht, geerntet zur rechten Zeit, oder wie ein Haufen Frucht auf der Tenne, den man
99Jdt 8 ff.
100Est 4:6; 7:8.
101Ps 117:18.
102Spr 3:12.
103Ps 140:5.
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zur rechten Zeit eingebracht hat”104. 16. Ihr sehet, Geliebte, wie stark der Schutz ist für die,
welche der Herr in seine Zucht nimmt. Da er nämlich ein guter Vater ist, züchtigt er, damit
wir durch seine heilige Zucht Erbarmen finden.
57. Kap. Die Anstifter des Streites werden unter Androhung der göttli-
chen Strafe zur Unterwerfung ermahnt.
1. Ihr nun, die ihr den Grund zum Aufruhr gelegt habt, unterwerfet euch den Presbytern,
lasset euch die Züchtigung dienen zur Umkehr, beuget die Knie eures Herzens. 2. Lernet
Unterwürfigkeit, leget ab die großsprecherische und hochfahrende Kühnheit eurer Zunge;
es ist nämlich besser für euch, wenn ihr in der Herde Christi klein, aber ehrenhaft befun-
den werdet, als wenn ihr in scheinbarer Größe ausgeschlossen seid von ihrer Hoffnung, 3.
Denn also spricht die hochgerühmte Weisheit: “Sehet, ich will euch heraussagen eine Rede
meines Hauches, lehren will ich euch mein Wort. 4. Weil ich rief und ihr nicht darauf hörtet,
weil ich entwickelte meine Worte und ihr darauf nicht achtgabet, vielmehr nutzlos machtet
meine Pläne und meinen S. 64 Warnungen nicht folgtet: deshalb werde nun auch ich spot-
ten über euren Untergang und mich freuen, wenn Verderben über euch kommt, und wenn
plötzlich über euch Aufruhr hereinbricht, wenn euer Untergang ähnlich wie ein Sturm vor
euch steht, oder wenn Trübsal und Belagerung euch heimsucht. 5. Denn kommen wird
die Zeit, da ihr zu mir ruft, ich aber euch nicht erhören werde; suchen werden mich die
Bösen, aber sie werden mich nicht finden; denn die Weisheit haben sie gehasst, die Furcht
des Herrn haben sie nicht angenommen, noch wollten sie achten auf meine Ratschläge,
meine Warnungen haben sie verspottet. 6. Deshalb sollen sie essen die Früchte ihres Wan-
dels und sollen satt werden von ihrer Gottlosigkeit. 7. Dafür, dass sie gegen Unmündige
gefrevelt haben, sollen sie getötet werden, und das Gericht soll die Gottlosen vernichten;
wer aber auf mich hört, der soll in Hoffnung und Vertrauen sein Zelt bewohnen und ohne
Furcht Ruhe haben vor jeglichem Unglück”105.
58. Kap. Mahnung zum Gehorsam gegen Gott.
1. Wir wollen daher gehorchen seinem allheiligen und herrlichen Namen, um zu entgehen
den erwähnten Drohungen, die seine Weisheit gegen die Ungehorsamen gerichtet hat, da-
mit wir wohnen im Vertrauen auf seinen heiligsten und erhabensten Namen. 2. Nehmet an
unseren Rat, und es wird euch nicht gereuen. Denn es lebt Gott und es lebt der Herr Jesus
Christus und der Heilige Geist, der Glaube und die Hoffnung der Auserwählten, dass der,
welcher in Demut mit beharrlichem Gehorsam ohne Wanken die von Gott gegebenen Sat-
zungen und Gebote hält, dass dieser wird eingeordnet und eingereiht werden in die Zahl
104Jb 5:17-26.
105Spr 1:23-33
30


der durch Jesus Christus Geretteten, durch den ihm die Ehre sei von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.
59. Kap. Gefahr des Ungehorsams; das allgemeine Gebet.
1. Wer aber ungehorsam ist gegen das, was er durch S. 65 uns gesagt hat, der soll wissen,
dass er sich in Sünde und nicht geringe Gefahr verstrickt. 2. Wir aber werden keine Schuld
haben an dieser Sünde und werden in andauernden Bitten und Flehen anhalten, dass der
Schöpfer des Weltalls die abgezählte Zahl seiner Auserwählten auf der ganzen Welt unver-
sehrt erhalten wolle durch seinen geliebten Sohn Jesus Christus durch den er uns berufen
hat von der Finsternis zum Licht, von der Unwissenheit zur Erkenntnis der Herrlichkeit
seines Namens, 3. auf dass wir hoffen auf Deinen Namen, der aller Schöpfung den An-
fang gab, da Du uns geöffnet hast die Augen unseres Herzens, damit wir Dich erkennen,
den einzigen “Höchsten in der Höhe, den Heiligen, der im Heiligtume ruht”106, “Dich, der
Du den Stolz der Prahler demütigst”107, “die Pläne der Heiden vereitelst”108, “die Demü-
tigen erhöhst und die Hohen erniedrigst”109, “der Du reich machst und arm”110, “tötest
und rettest und Leben weckst”111, “Dich, den einzigen Wohltäter der Geister und den Gott
alles Fleisches”112, “der Du hineinsiehst in die Unterwelt”113, schaust auf die Werke der
Menschen, den Helfer in Gefahr, “den Retter in der Verzweiflung”114, den Schöpfer und
Aufseher jeglichen Geistes; der Du die Völker zahlreich machst auf der Erde und von allen
die erwählt hast, die Dich lieben durch Jesus Christus, Deinen geliebten Sohn, durch den
Du uns erzogen, geheiligt und geehrt hast. 4. Wir bitten Dich, Herr, Du mögest unser “Hel-
fer und Beistand”115 sein. Unsere Bedrängten errette, mit den Bedrückten habe Erbarmen,
die Gefallenen richte auf, den Betenden zeige Dich, die Kranken heile, die Irrenden aus
Deinem Volke führe den rechten Weg; S. 66 gib Nahrung den Hungernden, befreie unsere
Gefangenen, richte auf die Schwachen, tröste die Kleinmütigen; “erkennen sollen Dich alle
Völker, dass Du bist der einzige Gott”116 und Jesus Christus Dein Sohn und “wir Dein Volk
und die Schafe Deiner Weide”117.
106Jes 57:15.
107Ebd. 13:11.
108Ps 32:10.
109Jb 5:11.
1101Kön 2:7 [1Sam]; Lk 1:53.
111Dtn 32:39; 1Kön. 2,6; 2Kön. 5, 7 (=1 bzw. 2Sam)
112Num 16:22; 27:16.
113Dan 3:31.
114Jdt 9:11.
115Ps 118:114 (recte V. 14?)
1163Kön 8:60; 4Kön 19:19 [1 bzw. 2Reg]
117Ps 78:13; 94:7; 99:3.
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60. Kap. Lob- und Bittgebet.
1. Denn Du hast den bleibenden Bestand der Welt durch das Geschaffene geoffenbart; Du,
Herr, hast den Erdkreis gegründet, treu in allen Geschlechtern, gerecht in Deinen Gerich-
ten, bewunderungswürdig in der Macht und Majestät, weise im Erschaffen und verständig
im Erhalten des Geschaffenen, gut in dem, was man sieht, und treu gegen die auf Dich Hof-
fenden, “barmherzig und voll Huld”118; vergib uns unsere Sünden und Missetaten, unsere
Fehltritte und Vergehen. 2. Rechne nicht jede Sünde Deiner Diener und Dienerinnen an,
reinige uns so, wie Deine Wahrheit rein macht, “und leite unsere Schritte, dass wir wandeln
in Heiligkeit des Herzens, das Gute tun und was vor Dir wohlgefällig ist”119 und vor un-
seren Vorgesetzten. 3. Ja, Herr, “zeige uns Dein Angesicht, damit wir Gutes (erhalten) im
Frieden, auf dass wir beschützt seien durch Deine starke Hand”120 und errettet werden von
jeder Sünde “durch Deinen erhabenen Arm”121, und dass Du uns erlösest von denen, die
uns ungerecht hassen. 4. Gib Friede und Eintracht uns und allen Bewohnern der Erde, wie
Du ihn verliehen hast unseren Vätern, “die fromm Dich angerufen haben in Glaube und
Wahrheit”122, da sie untertan waren Deinem allmächtigen und hochgepriesenen Namen
und unseren Herren und Fürsten auf der Erde.
61. Kap. Gehorsam gegen die von Gott gesetzte weltliche Obrigkeit.
S. 67 1. Du, o Herr, hast ihnen die Vollmacht zu herrschen gegeben durch Deine übergro-
ße und unbeschreibliche Stärke, damit wir die von Dir ihnen verliehene Herrlichkeit und
Ehre anerkennend ihnen gehorchen, ohne irgendwie Deinem Willen zu widersprechen;
schenke ihnen, Herr, Gesundheit, Frieden, Einigkeit und Stärke, damit sie ohne Anstoß
ihre von Dir verliehene Herrschaft führen. 2. Denn Du, o Herr, himmlischer König der
Ewigkeiten, verleihest den Menschenkindern Ehre und Ansehen und Macht über das, was
auf Erden ist; leite Du, o Herr, ihren Sinn so wie es “gut und Dir wohlgefällig ist”123, damit
sie gottesfürchtigen Sinnes in Frieden und Milde ihre von Dir verliehene Gewalt ausüben
und so Deiner Gnade teilhaftig werden. 3. Der Du allein imstande bist, diese und noch
größere Wohltaten unter uns zu wirken, Dich preisen wir durch den obersten Priester und
Führer unserer Seelen Jesus Christus; durch ihn sei Dir die Ehre und die Verherrlichung
jetzt und von Geschlecht zu Geschlecht und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
118Joel 2:13; Sir 2:11; 2 Paral. 30:9
119Ps 39:3; 118:133; 3 Kön 9:4 [1Reg]; Dtn 12:25, 28; 13:18; 21:9.
120Ps 66:2; 79:4, 8, 20; Num 6:25, 26; Gen 50:2.
121Jes 51:16; Ex 6:1; Dtn 4:34.
122Ps 114:18; 146:9.
123Dtn 12:25, 28; 13:18.
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62. Kap. Zusammenfassung der früheren Mahnworte.
1. Darüber, was unser Gottesdienst erfordert und was am meisten nützlich ist für die, wel-
che ein tugendhaftes Leben in Frömmigkeit und Gerechtigkeit führen wollen, habe ich
euch genug geschrieben, Männer, Brüder. 2. Denn über Glaube und Reue und über echte
Liebe, Enthaltsamkeit, Keuschheit, Geduld haben wir allerorts gesprochen und daran erin-
nert, dass ihr in Gerechtigkeit, Wahrheit und Langmut heiligen Sinnes dem allmächtigen
Gott gefallen müsst, indem ihr ohne Böses nachzutragen in Liebe und Friede mit dauern-
der Nachgiebigkeit einmütig lebet, wie auch unsere oben gerühmten Väter Gott wohlgefäl-
lig waren dadurch, dass sie demütig waren in dem, was den Vater und Gott und Schöpfer
und alle Menschen angeht. 3. Und daran haben wir euch um so lieber erinnert, als wir wohl
wussten, dass wir an gläubige und ausgezeichnete Männer schreiben, die wohlbewandert
sind in den Worten der göttlichen Lehre.
63. Kap. Erneute Mahnung und Einführung der römischen Gesandten.
1. Daher ist es am Platze, dass wir solchen und so vielen Vorbildern uns anschließen, den
Nacken beugen und die Pflicht des Gehorsams erfüllen, auf dass wir von dem nutzlosen
Streite ablassen und dem uns in Wahrheit vorgesteckten Ziele ohne Tadel zueilen. 2. Ihr
werdet uns Freude und Vergnügen bereiten, wenn ihr, gehorsam gegen das, was wir durch
den Heiligen Geist (geleitet) geschrieben haben, den sündhaften Zorn eurer Erbitterung
ableget, entsprechend der Mahnung, die wir euch über Frieden und Eintracht in diesem
Briefe gegeben haben. 3. Wir haben euch zuverlässige und verständige Männer geschickt,
die von Jugend auf bis in ihr Alter einen tadellosen Wandel unter uns geführt haben, diese
sollen auch Zeugen zwischen euch und uns sein. 4. Dies haben wir getan, damit ihr einse-
het, dass wir jede Sorgfalt angewendet haben und anwenden, damit ihr in Bälde den Weg
zum Frieden findet.
64. Kap. Gebet Für alle Gläubigen.
Im übrigen wolle der allsehende “Gott, der Gebieter der Geister und Herr alles Flei-
sches”124, der den Herrn Jesus Christus und durch ihn uns erwählt hat zu einem
bevorzugten Volke, jeder Seele, die seinen erhabenen und heiligen Namen anruft, ver-
leihen Glaube, Furcht, Friede, Geduld und Langmut, Enthaltsamkeit, Keuschheit und
Mäßigung, auf dass sie wohlgefällig sei seinem Namen durch unseren obersten Priester
und Führer Jesus Christus, durch den ihm Ruhm und Verherrlichung, Stärke und Ehre
sei jetzt und in alle Ewigkeit der Ewigkeiten. Amen.
124Num 16:22; 27:16; Hebr 12:9.
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65. Kap. Anordnungen über den Gang der Verhandlungen und Segen.
1. Unsere Abgesandten Klaudius Ephebus, Valerius Biton und Fortunatus schicket uns bald
und in Frieden mit Freuden zurück, damit sie recht schnell Kunde bringen, dass der von
uns sehnlichst erwünschte Friede und die Eintracht hergestellt sei, auf dass auch wir uns
schneller freuen können über eure wohlgeordneten Verhältnisse.
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch und überall mit allen, die berufen
sind von Gott und durch ihn, durch den ihm Ruhm, Ehre, Stärke und Verherrlichung,
ewige Herrschaft sei von Ewigkeit in alle Ewigkeit. Amen.
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