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18. Schlußfolgerung - die Vollkommenheit der Entsagung

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18.1 Arjuna sagte: O Starkarmiger, o Hrsikesa, o Töter des Kesi - Dämonen, ich möchte den Zweck der Entsagung (tyaga) und der Lebensstufe der Entsagung (sanjasa) verstehen. 

18.2 Der Höchste Herr sagte: Die Weisen nennen den Verzicht auf die Ergebnisse aller Aktivitäten Entsagung (tyaga), und große Gelehrte haben diesen Zustand als die Lebensstufe der Entsagung (sannyasa) bezeichnet.  

18.3 Einige Gelehrte erklären, daß alle Arten fruchtbringender Aktivitäten aufgegeben werden sollten; doch es gibt andere Weise, die der Meinung sind, Opferhandlungen, Wohltätigkeit und Buße sollte man niemals aufgeben.  

18.4 O Bester der Bharatas, höre nun von Mir über Entsagung. O Tiger unter den Menschen, es gibt drei Arten von Entsagung, die in den Schriften erklärt werden. 

18.5 Opferhandlungen, Wohltätigkeiten und Buße sollten nicht aufgegeben werden, sondern ausgeführt werden. Selbst die großen Seelen werden durch Opfer, Wohltätigkeit und Buße gereinigt.  

18.6 All diese Aktivitäten sollte man ausführen, ohne ein Ergebnis zu erwarten. Man sollte ihre Ausführung als Pflicht betrachten, o Sohn Prthas. Das ist Meine endgültige Meinung. 

18.7 Vorgeschriebene Pflichten sollten niemals aufgegeben werden. Wenn jemand, in Illusion, seine vorgeschriebene Pflicht aufgibt, befindet sich solche Erscheinung in der Erscheinungsweise der Unwissenheit. 

18.8 Wer seine vorgeschriebenen Pflichten aus Angst aufgibt, oder weil sie ihm zu mühsam erscheinen, befindet sich in der Erscheinungsweise der Leidenschaft. Solches Handeln führt niemals zur Stufe der Entsagung. 

18.9 Die Entsagung eines Menschen jedoch, der seine vorgeschriebene Pflicht erfüllt, weil sie getan werden muß, und der jede Anhaftung an die Früchte seines Handelnsaufgibt, befindet sich in der Erscheinungsweise der Reinheit, o Arjuna. 

18.10 Wer weder unangenehme Arbeit haßt noch an angenehmer Arbeit haftet, die sich inder Erscheinungsweise der Reinheit befindet, kennt hinsichtlich der Arbeit keine Zweifel. 

18.11 Einem verkörperten Wesen ist es niemals möglich, alle Aktivitäten aufzugeben. Deshalb wird gesagt, daß derjenige, der auf die Früchte der Handlung verzichtet, wahrhaft entsagungsvoll ist. 

18.12 Einem Menschen, der nicht entsagungsvoll ist, fallen nach dem Tode die dreifachen Ergebnisse der Handlung zu - die wünschenswerten, die unerwünschten und die vermischten. Wer sich aber auf der Lebensstufe der Entsagung befindet, braucht solche Ergebnisse nicht zu erleiden oder zu genießen.  

18.13-14 O starkarmiger Arjuna, höre nun von Mir über die fünf Faktoren, die jede Handlung verursachen und zur Vollkommenheit führen. Sie werden in der sankhya -Philosophie beschrieben als der Ort der Handlung, der Ausführende, die Sinne, die Bemühung und die Überseele. 

18.15 Jede richtige oder falsche Handlung, die ein Mensch mit dem Körper, dem Geist oder mit Worten ausführt, wird von diesen fünf Faktoren verursacht. 

18.16 Daher ist jeder, der sich für den alleinigen Handelnden hält und diese fünf Faktoren nicht in Betracht zieht, nicht sehr Intelligent und kann die Dinge nicht so sehen, wie sie wirklich sind. 

18.17 Wer nicht vom falschen Ich motiviert und wessen Intelligenz nicht verstrickt ist, ist selbst wenn er in dieser Welt Menschen tötet, kein Mörder, noch wird er durch seine Handlungen gebunden.  

18.18 Wissen, das Ziel des Wissens und der Wissende sind die drei Faktoren, die eine Handlung verursachen; die Sinne, die Arbeit und der Ausführende bilden die dreifache Grundlage einer Handlung.  

18.19 In Entsprechung zu den drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur gibt es drei Arten des Wissens, der Handlung und der Ausführenden. Höre, wie Ich sie beschreibe. 

18.20 Das Wissen, durch das man die ungeteilte spirituelle Natur in allem Existierenden sieht - ungeteilt im Geteilten - ist Wissen in der Erscheinungsweise der Reinheit.  

18.21 Das Wissen, durch das man verschiedenartige Lebewesen in verschiedenen Körpern zu sehen glaubt, ist Wissen in der Erscheinungsweise der Leidenschaft.  

18.22 Und das Wissen, durch das man an einer bestimmten Form der Arbeit als dem Ein und Alles haftet, ohne von der Wahrheit zu wissen, und das sehr dürftig ist, befindet sich in der Erscheinungsweise der Unwissenheit.  
18.23 Handlungen, die in Einklang mit der Pflicht, ohne Anhaftung und ohne Liebe oder Haß, von einem Menschen ausgeführt werden, der auch den Früchten der Ergebnisse entsagt hat, werden Handlungen in der Erscheinungsweise der Reinheit genannt. 

18.24 Aktivitäten jedoch, die mitgroßer Anstrengung von einem Menschen ausgeführt werden, der seine Begierden befriedigen will, und die vom falschen Ich veranlaßt werden, nennt man Aktivitäten in der Erscheinungsweise der Leidenschaft. 

18.25 Und Aktivitäten, die in Unwissenheit und Illusion, ohne Rücksicht auf zukünftige Bindungen und Konsequenzen, ausgeführt werden, die anderen Leid zufügen und unpraktisch sind, werden Aktivitäten in der Erscheinungsweise der Unwissenheit genannt.

18.26 Wer frei von allen materiellen Anhaftungen und frei vom falschen Ich, wer 
entschlossen und enthusiastisch ist und Erfolg und Mißerfolg gleichgültig gegenübersteht, handelt in der Erscheinungsweise der Reinheit. 

18.27 Wer jedoch an den Früchten seiner Arbeit haftet und sie leidenschaftlich genießen will, wer gierig, neidisch und unrein ist und von Glück und Leid bewegt wird, handelt in der Erscheinungsweise der Leidenschaft. 

18.28 Und wer fortwährend Arbeit verrichtet, die den Anweisungen der Schriften 
widerspricht, wer materialistisch, eigensinnig und betrügerisch ist und es versteht, andere zu beleidigen, und wer faul und immer verdrießlich und von zögernder Natur ist, handelt in der Erscheinungsweise der Unwissenheit. 

18.29 O Gewinner von Reichtum, höre nun bitte, wie Ich dir ausführlich die drei Arten der Intelligenz und Entschlossenheit in bezug auf die drei Erscheinungsweisen der Naturerkläre. 

18.30 O Sohn Prthas, die Intelligenz, durch die man erkennt, was getan werden muß und was nicht getan werden darf, wovor man sich fürchten muß und wovor man sich nicht zufürchten braucht, was bindend und was befreiend ist, befindet sich in der Erscheinungsweise der Reinheit. 

18.31 Und die Intelligenz, die zwischen religiöser und irreligiöser Lebensweise nicht unterscheiden kann - zwischen Handlungen, die ausgeführt, und Handlungen, die nicht ausgeführt werden sollen - , diese unvollkommene Intelligenz, o Sohn Prthas, befindetsich in der Erscheinungsweise der Leidenschaft. 

18.32 O Sohn Prthas, die Intelligenz, die Irreligion für Religion und Religion für Irreligion hält, die im Bann der Illusion und Dunkelheit steht und stets in die falsche Richtung strebt, befindet sich in der Erscheinungsweise der Unwissenheit. 

18.33 O Sohn Prthas, die Entschlossenheit, die niemals gebrochen werden kann, die durch das Praktizieren von yoga mit Standhaftigkeit aufrechterhalten wird und somit den Geist, das Leben und die Aktivitäten der Sinne beherrscht, befindet sich in der Erscheinungsweise der Reinheit. 

18.34 O Arjuna, die Entschlossenheit, mit der man nach fruchtbringenden Ergebnissen auf religiösem und wirtschaftlichen Gebiet und nach Sinnesbefriedigung strebt, befindet sichin der Erscheinungsweise der Leidenschaft. 

18.35 Und die Entschlossenheit, die über Träume, Angst, Klagen, Verdrießlichkeit und Illusion nicht hinausgeht - solche unintelligente Entschlossenheit befindet sich in der Erscheinungsweise der Dunkelheit. 

18.36-37 O Bester der Bharatas, höre nun bitte von Mir über die drei Arten des Glücks, die die bedingte Seele genießt, und durch die sie manchmal an das Ende allen Leids gelangt. Was am Anfang wie Gift, doch am Ende wie Nektar ist und einen Menschen zur Selbstverwirklichung erweckt, wird Glück in der Erscheinungsweise der Reinheit genannt. 

18.38 Das Glück, das aus der Verbindung der Sinne mit ihren Objekten erfahren wird und am Anfang wie Nektar mundet, doch am Ende wie Gift wirkt, nennt man Glück in der Erscheinungsweise der Leidenschaft. 

18.39 Und Glück, welches für Selbstverwirklichung blind macht, das von Anfang bis Ende Illusion ist und aus Schlaf, Faulheit und Illusion entsteht, befindet sich in der Erscheinungsweise der Unwissenheit. 

18.40 Es existiert kein Wesen - weder hier noch unter den Halbgöttern auf den höheren Planetensystemen - , das vom Einfluß der drei Erscheinungsweisen der materiellen Naturf rei ist. 

18.41 Brahmanas, ksatriyas, vaisyas und sutras unterscheiden sich durch die 
Eigenschaften ihres Handelns, die in Beziehung zu den Erscheinungsweisen der 
materiellen Natur stehen, o Bezwinger der Feinde. 

18.42 Friedfertigkeit, Selbstbeherrschung, Enthaltsamkeit, Reinheit, Duldsamkeit, 
Ehrlichkeit, Gelehrsamkeit, Weisheit und Religiosität sind die Eigenschaften, die die Handlungsweise der brahmanas bestimmen. 

18.43 Heldenmut, Stärke, Entschlossenheit, Geschicklichkeit, Furchtlosigkeit in der Schlacht, Großzügigkeit und die Fähigkeit zu regieren, sind die Eigenschaften, die die Handlungsweise der ksatriyas bestimmen. 

18.44 Ackerbau, Viehzucht und Handel bestimmen die Handlungsweise der vaisyas, und die Aufgabe der sudras besteht darin, körperliche Arbeit zu verrichten und anderen Dienste zu leisten. 

18.45 Jeder Mensch kann die Vollkommenheit erreichen, wenn er den Eigenschaften seiner vorgeschriebenen Handlungsweise folgt. Höre nun bitte von Mir, wie dies geschehen kann. 

18.46 Durch die Verehrung des Herrn, der der Ursprung aller Lebewesen ist und alles durchdringt, kann ein Mensch in der Erfüllung seiner Pflicht die Vollkommenheit erreichen. 

18.47 Es ist besser, die eigene Tätigkeit zu verrichten - selbst wenn sie unvollkommen ausgeführt wird - , als die Aufgabe eines anderen zu übernehmen und sie vollendet auszuführen. Vorgeschriebene Pflichten, die mit der eigenen Natur übereinstimmen, werden niemals von sündhaften Reaktionen beeinflußt. 

18.48 Wie Feuer von Rauch bedeckt ist, so ist jede Bemühung von einem Fehler 
überschattet. Deshalb, o Sohn Kuntis, sollte man die Tätigkeit, die der eigenen Natur entspricht, nicht aufgeben, auch wenn solche Arbeit fehlerhaft ist.  

18.49 Man kann die Ergebnisse der Entsagung erhalten, indem man einfach den Geist kontrolliert, die Anhaftung an materielle Dinge aufgibt und materiellen Genüssen keine Beachtung schenkt. Das ist die am höchsten vervollkommnete Stufe der Entsagung. 

18.50 O Sohn Kuntis, lerne von Mir in Kürze, wie man die höchste Stufe der 
Vollkommenheit, das Brahman, erreichen kann, indem man so handelt, wie ich es nunzusammenfassen werde. 

18.51-53 Wer durch seine Intelligenz gereinigt ist und den Geist mit Entschlossenheit kontrolliert, die Objekte der Sinnesbefriedigung aufgibt und von Anhaftung und Haß frei ist, wer an einem einsamen Ort lebt, wenig ißt, Körper und Zunge beherrscht, in ständiger Trance sich befindet und losgelöst ist, wer frei von falschem Ich, falscher Stärke, Lust und Zorn ist und keine materiellen Dinge annimmt - solch ein Mensch hat zweifellos die Stufe der Selbstverwirklichung erreicht. 

18.54 Wer auf diese Weise in der Transzendenz verankert ist, verwirklicht augenblicklich das Höchste Brahman. Er klagt niemals, noch verlangt er danach, irgendetwas zu besitzen. Er ist jedem Lebewesen gleich gesinnt. In diesem Zustand erreicht er reines hingebungsvolles Dienen. 

18.55 Allein durch hingebungsvolles Dienen kann man die Höchste Persönlichkeit wahrhaft verstehen. Und wenn man sich durch solche Hingabe über den Höchsten Herrn völlig bewußt ist, kann man in das Königreich Gottes eingehen. 

18.56 Obwohl Mein Geweihter mit allen Arten von Aktivitäten beschäftigt ist, erreicht er durch Meine Gnade und unter Meinem Schutz das ewige, unvergängliche Reich. 

18.57 Sei in allen Aktivitäten von Mir abhängig, und handle immer unter Meinem Schutz. Sei dir bei solchem hingebungsvollen Dienen völlig über Mich bewußt. 

18.58 Wenn du dir Meiner bewußt wirst, wirst du durch Meine Gnade alle Hindernisse des bedingten Lebens überwinden. Wenn du jedoch nicht in diesem Bewußtsein, sondern aus falschem Ich heraus handelst, und nicht auf Mich hörst, wirst du verloren sein. 

18.59 Wenn du Meinen Anweisungen nicht nachkommst und nicht kämpfst, wirst du in die Irre gehen. Deine Natur wird dich zwingen, am Kriegshandwerk teilzunehmen. 

18.60 Nur weil du in Illusion bist, weigerst du dich nun, Meine Anweisungen zu befolgen. Doch gezwungen durch deine eigene Natur, wirst du ohnehin nicht anders handeln können, o Sohn Kuntis. 

18.61 O Arjuna, der Höchste Herr weilt im Herzen eines jeden und lenkt die Wege aller Lebewesen, die im Körper wie auf einer Maschine aus materieller Energie sitzen. 

18.62 O Nachkomme Bharatas, gib dich Ihm völlig hin. Durch Seine Gnade wirst du transzendentalen Frieden erlangen und in das höchste, ewige Reich eingehen. 

18.63 Ich habe dir somit den vertraulichsten Teil allen Wissens erklärt. Denke in Ruhe darüber nach, und tue dann, was du für richtig hältst. 

18.64 Weil du Mir sehr lieb bist, offenbare Ich dir den vertraulichsten Teil des Wissens. Höre also von Mir, denn es ist zu deinem Nutzen. 

18.65 Denke ständig an Mich und werde Mein Geweihter. Verehre Mich und bringe Mir deine Ehrerbietung dar. Auf diese Weise wirst du ohne Fehl zu Mir kommen. Ich verspreche dir dies, weil du mein lieber Freund bist.  

18.66 Gib alle Arten von Religion auf und gib dich einfach Mir hin. Ich werde dich von allen sündhaften Reaktionen befreien. Fürchte dich nicht. 

18.67 Dieses vertrauliche Wissen darf nicht Menschen erklärt werden, die sich keine Bußen auferlegen, die Mir nicht hingegeben sind, sich nicht im hingebungsvollen Dienen beschäftigen oder Mich beneiden. 

18.68 Wer dieses größte Geheimnis den Gottgeweihten erklärt, wird mit Sicherheit die Stufe des hingebungsvollen Dienens erreichen und am Ende zu Mir zurückkehren. 

18.69 Kein Diener in dieser Welt ist Mir lieber als er, noch wird Mir jemals einer lieber sein. 

18.70 Wer dieses heilige Gespräch studiert, verehrt Mich mit seiner Intelligenz. 

18.71 Und wer mit Vertrauen und ohne Neid zuhört, wird von allen sündhaften 
Reaktionen frei und erreicht die Planeten, auf denen die Frommen leben. 

18.72 O Arjuna, Gewinner von Reichtum, hast du all dies mit wachem Geist vernommen? Sind Illusion und Unwissenheit von dir gewichen? 

18.73 Arjuna sagte: Mein lieber Krsna, o Unfehlbarer, meine Illusion ist nun zerstreut. Durch Deine Barmherzigkeit habe ich meine Erinnerung zurück gewonnen und bin nun gefestigt und frei von allen Zweifeln. Ich bin jetzt bereit, nach Deinen Anweisungen zu handeln. 

18.74 Sanjaya sagte: Somit hörte ich das Gespräch der beiden großen Seelen, Krsna und Arjuna. Und diese Botschaft ist so wundervoll, daß sich mir die Haare sträuben. 

18.75 Durch die Barmherzigkeit Vyasas konnte ich dieses höchst vertrauliche Gespräch direkt vom Meister aller Mystik, Krsna, vernehmen, der persönlich zu Arjuna sprach. 

18.76 O König, wenn ich mir dieses wunderbare und heilige Gespräch zwischen Krsna und Arjuna ins Gedächtnis rufe, erbebe ich jeden Augenblick vor Freude. 

18.77 O König, wenn ich mich an die wunderbare universale Form Sri Krsnas erinnere, überkommt mich große Verwunderung, und ich erfahre immer wieder neue Freude. 

18.78 Überall dort, wo Krsna, der Meister aller Mystiker, und Arjuna, der größte 
Bogenschütze, anwesend sind, werden gewiß auch Reichtum, Sieg, außergewöhnliche Macht und Moral zu finden sein. Das ist meine Ansicht. 

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17. Die verschiedenen Arten des Glaubens

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17.1 Arjuna sagte: O Krsna, wie verhält es sich mit einem Menschen, der die Prinzipien der Schriften nicht befolgt, sondern nach eigenen Vorstellungen Verehrungen ausführt? Befindet er sich in Reinheit, Leidenschaft oder Unwissenheit? 

17.2 Der Höchste Herr sagte: In Entsprechung zu den Erscheinungsweisen der Natur, die von der verkörperten Seele angenommen werden, kann ihr Glaube von dreierlei Arten sein - von Reinheit, Leidenschaft oder Unwissenheit. Höre nun hiervon. 

17.3 Je nach dem Leben, das man unter dem Einfluß der verschiedenen 
Erscheinungsweisen der Natur führt, entwickelt man eine bestimmte Art des Glaubens. Man sagt, das Lebewesen habe je nach den Erscheinungsweisen, die es angenommen hat, einen bestimmten Glauben. 

17.4 Menschen in der Erscheinungsweise der Reinheit verehren die Halbgötter; diejenigen, die sich in der Erscheinungsweise der Leidenschaft befinden, verehren die Dämonen, und diejenigen, die in Unwissenheit sind, verehren Geister und Gespenster. 

17.5-6 Menschen, die sich aus Stolz, Geltungsbedürfnis, Lust und Anhaftung strenge, nicht in den Schriften empfohlene Enthaltsamkeiten und Bußen auferlegen, von Leidenschaft getrieben werden und so wohl ihre Körperorgane als auch die Überseele in ihrem Innern quälen, müssen als Dämonen gelten.  

17.7 Selbst Nahrung - die jeder zu sich nehmen muß - ist entsprechend den drei 
Erscheinungsweisen der materiellen Natur in drei Gruppen unterteilt. Das gleiche gilt auch für Opfer, Bußen und Wohltätigkeiten, Höre, und Ich werde dir die Unterschiede erklären. 

17.8-10 Nahrungsmittel in der Erscheinungsweise der Reinheit verlängern die 
Lebensdauer, reinigen das Dasein und geben Kraft, Gesundheit, Glück und 
Zufriedenheit. Solche nahrhaften Speisen enthalten viel Fett, sind saftig und 
wohlschmeckend. Nahrungsmittel, die zu bitter, zu sauer, zu salzig, beisend, trocken und zu scharf sind, werden von Menschen geschätzt, die sich in der Erscheinungsweise der Leidenschaft befinden. Solche Nahrung verursacht Schmerz, Leid und Krankheit. Nahrungsmittel, die länger als drei Stunden vor dem Essen gekocht wurden, die ohne Geschmack, abgestanden, faul, verwest und unsauber sind, werden von Menschen bevorzugt, die sich in der Erscheinungsweise der Unwissenheit befinden.

17.11 Das Opfer, das in übereinstimmung mit der Pflicht und nach den Regeln der Schriften dargebracht wird, und bei dem man keine Belohnung erwartet, befindet sich in der Erscheinungsweise der Reinheit.  

17.12 Doch das Opfer, o Oberhaupt der Bharatas, das aus einem materiellen Motiv heraus, um einen materiellen Nutzen zu erhalten, oder prahlerisch, aus Stolz, dargebracht wird, befindet sich in der Erscheinungsweise der Leidenschaft.  

17.13 Und das Opfer, das entgegen den Anweisungen der Schriften dargebracht wird, bei dem keine spirituellen Speisen verteilt und keine Hymnen gechantet werden, den Priestern kein Entgelt gegeben und das ohne Glauben ausgeführt wird - solch ein Opfer befindet sich in der Erscheinungsweise der Unwissenheit.  

17.14 Die Enthaltsamkeit des Körpers besteht aus der Verehrung des Höchsten Herrn, der brahmans, des geistigen Meisters und der Höherstehenden wie dem Vater und der Mutter. Sauberkeit, Einfachheit und sexuelle Enthaltsamkeit und Gewaltlosigkeit sind ebenfalls Enthaltsamkeiten des Körpers.  

17.15 Enthaltsamkeit in der Rede bedeutet, die Wahrheit zu sagen, zum Wohl anderer zusprechen und Gerede zu vermeiden, das andere verletzt. Auch sollte man regelmäßig die Veden vortragen.  

17.16 Klarheit, Einfachheit, Ernsthaftigkeit, Selbstbeherrschung und Reinheit der 
Gedanken sind Enthaltsamkeiten des Geistes. 

17.17 Diese dreifache Buße, die sich Menschen auferlegen, die nicht das Ziel haben, sich materiell zu nutzen, sondern die den Höchsten erfreuen wollen, befinden sich in der Erscheinungsweise der Reinheit. 

17.18 Die prahlerischen Bußen und Enthaltsamkeiten, die man sich auferlegt, um 
Respekt, Ehre und Verehrung zu erlangen, befinden sich in der Erscheinungsweise der Leidenschaft. Sie sind weder beständig noch von Dauer.  

17.19 Und die Bußen und Enthaltsamkeiten, mit denen man sich aus starrsinniger Verblendung Selbsttorturen auferlegt, oder andere zerstören oder verletzen will, befinden sich in der Erscheinungsweise der Unwissenheit. 

17.20 Die Spende, die aus Pflichtgefühl zur rechten Zeit und am rechten Ort einem würdigen Menschen gegeben wird, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, gilt alsWohltätigkeit in der Erscheinungsweise der Reinheit. 

17.21 Doch wenn man nur wohltätig ist, weil man sich einen Nutzen davon verspricht, oder weil man sich fruchtbringende Ergebnisse wünscht, oder wenn man nur mit Widerwillenspendet, so befindet sich diese Wohltätigkeit in der Erscheinungsweise der Leidenschaft. 

17.22 Und Spenden, die an einem ungeeigneten Ort, zu einer ungünstigen Zeit und unwürdigen Menschen ohne Respekt und mit Verachtung gegeben werden, sind Spenden in der Erscheinungsweise der Unwissenheit. 

17.23 Seit dem Beginn der Schöpfung wurden die drei Silben om tat sat verwendet, um auf die Höchste Absolute Wahrheit (Brahman) hinzuweisen. Sie wurde von den brahman asausgesprochen, um den Höchsten zufrieden zu stellen, während diese vedische Hymnen chanteten und Opfer darbrachten. 

17.24 Um daher den Höchsten zu erreichen, bringen die Transzendentalisten Opfer dar, erweisen Wohlttigkeiten und nehmen Bußen auf sich, wobei sie immer mit om beginnen. 

17.25 Man sollte Opferdarbringen, sich Bußen auferlegen und wohltätig sein, in dem man dabei das Wort tat spricht. Solche transzendentalen Aktivitäten werden ausgeführt, um von der materiellen Verstrickung frei zu werden. 

17.26-27 O Sohn Prthas, die Absolute Wahrheit ist das Ziel des hingebungsvollen Opfers, und auf sie wird mit dem Wort sat hingewiesen. Diese Opferdarbringungen, Auferlegungen von Bußen und Wohltätigkeiten, die von absoluter Natur sind, sind zur Freude der Höchsten Person bestimmt. 

17.28 Doch Opfer, Bußen und Wohltätigkeiten, o Sohn Prthas, die ohne Glauben an den Höchsten ausgeführt werden, sind nicht von Dauer - ganz gleich welche Rituale auch vollzogen werden. Sie werden asat genannt und bringen sowohl in diesem als auch im nächsten Leben keinen Nutzen.

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16. Die göttlichen und die dämonischen Naturen

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16.1-3 Der Höchste Herr sagte: Furchtlosigkeit, Reinigung der Existenz, Entwicklung spirituellen Wissens, Wohltätigkeit, Selbstbeherrschung, Darbringung von Opfern, Studium der Veden, Buße und Einfachheit; Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit und Freisein von Zorn; Entsagung, innere Ruhe, Abneigung gegen Fehlerfinden, Mittleid und Freisein von Habgier; Freundlichkeit, Bescheidenheit und stetige Entschlossenheit; Kraft, Nachsicht, Tapferkeit, Sauberkeit und Freisein von Neid und dem Verlangen nach Ehre - dies sind die transzendentalen Eigenschaften der heiligen Menschen, die von göttlichemWesen sind, o Nachkomme Bharatas. 

16.4 O Sohn Prthas, Arroganz, Stolz, Zorn, Blasiertheit, Grobheit und Unwissenheit sind die Eigenschaften der Menschen, die von dämonischer Natur sind. 

16.5 Die transzendentalen Eigenschaften führen zur Befreiung, während die dämonischen Eigenschaften an die materielle Welt binden. O Sohn Pandus, sorge dich nicht, denn du bist mit göttlichen Eigenschaften geboren. 

16.6 O Sohn Prthas, in dieser Welt gibt es zwei Arten von Lebewesen. Die einen werden göttlich genannt und die anderen dämonisch. Ich habe dir bereits sehr ausführlich die göttlichen Eigenschaften erklärt. Hören nun von Mir über die dämonische. 

16.7 Die Dämonen wissen nicht, was getan werden muß und was nicht getan werden darf. In ihnen ist weder Sauberkeit noch richtiges Verhalten, noch Wahrheit zu finden. 

16.8 Sie sagen, die Welt ist unwirklich, sie habe keinen Ursprung, und es gebe keinen Gott, der sie kontrolliere. Sie sei durch sexuelles Verlangen erzeugt worden und habe keine andere Ursache als Lust. 

16.9 Weil sie sich nach solchen Schlußfolgerungen richten, gehen die Dämonen, die sich selbst ausgeliefert sind und über keine Intelligenz verfügen, abscheulichen, unheil vollen Aktivitäten nach, die dazu bestimmt sind, die Welt zu zerstören. 

16.10 Die Dämonen, die bei unersättlicher Lust, Stolz und falschem Prestige Zuflucht suchen und sich daher in Illusion befinden, sind unsauberer Arbeit verschworen und fühlen sich zum Unbeständigen hingezogen. 

16.11-12 Sie glauben, die Sinne bis ans Ende des Lebens zu befriedigen sei die größte Notwendigkeit der menschlichen Zivilisation. Daher haben ihre Ängste kein Ende. Durch Hunderttausende von Verlangen und durch Lust und Zorn gebunden, sichern sie sich mit illegalen Mitteln Geld, um ihre Sinne befriedigen zu können. 

16.13-15 Der Dämonische Mensch denkt:" So viel Reichtum besitze ich heute, und nach meinen Plänen werde ich noch viel mehr erlangen. So viel gehört mir jetzt, doch es wird in Zukunft mehr und mehr werden. Dieser Mensch war mein Feind, und deshalb habe ich ihn umgebracht, und meinen anderen Feind werde ich ebenfalls töten. Ich bin der Herr über alles, und ich bin der Genießer; ich bin vollkommen, ich bin mächtig, und ich bin glücklich. Ich bin der Reichste, und ich bin von aristokratischen Verwandten umgeben. Niemand ist so glücklich und mächtig wie ich. Ich werde einige Opfer darbringen und Spenden geben, und so werde ich genießen". Auf diese Weise werden solche Menschen von Unwissenheit getäuscht. 

16.16 Von vielfachen Ängsten verwirrt und in einem Netzwerk von Illusion gefangen, wir der zu sehr vom Sinnesgenuß angezogen und fällt daher in die Hölle hinab. 

16.17 Selbstgefällig und immer unverschämt, von Reichtum und falschem Prestige getäuscht, bringen sie manchmal sogenannte Opfer dar, ohne dabei irgendwelche Regeln und Regulierungen zu beachten. 

16.18 Verwirrt vom falschen Ich, Stärke, Stolz, Lust und Zorn, wird der Dämon auf den Höchsten Persönlichen Gott neidisch, der in seinem eigenen Körper und in den Körpern der anderen gegenwärtig ist, und lästert die wirkliche Religion. 

16.19 Die Neidischen und Boshaften, die die Niedrigsten unter den Menschen sind, werden von Mir in den Ozean der materiellen Existenzen in die dämonischen Arten des Lebens geworfen. 

16.20 Weil solche Menschen immer wieder unter den Arten des dämonischen Lebens geboren werden, können sie sich Mir niemals nähern. Allmählich sinken sie in die abscheulichsten Formen des Daseins hinab. 

16.21 Drei Tore führen zur Hölle - Lust, Zorn und Gier. Jeder vernünftige Mensch sollte sich von ihnen abwenden, denn sie führen zur erniedrigung der Seele.  

16.22 O Sohn Kuntis, ein Mensch, der diesen drei Toren zur Hölle entgangen ist, führt Handlungen aus, die ihn zur Selbstverwirklichung erheben, und erreicht somit allmählich das höchste Ziel. 

16.23 Wer jedoch die Anweisungen der Schriften mißachtet und nach seinen Launen handelt, erreicht weder die Vollkommenheit noch Glück, noch das höchste Ziel. 

16.24 Man sollte aus den Unterweisungen der Schriften verstehen, was Pflicht und was nicht Pflicht ist. Wenn man diese Regeln und regulierungen kennt, sollte man so handeln, daß man allmählich erhoben wird.

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15. Der yoga der Höchsten Person

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15.1 Der Höchste Herr sagte: Es existiert ein Banyanbaum, dessen Wurzeln nach oben und dessen Zweige nach unten gerichtet sind. Die vedischen Hymnen bilden seine Blätter. Wer diesen Baum kennt, kennt die Veden.  

15.2 Die Äste dieses Baumes, die von den drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur genährt werden, breiten sich nach oben und unten aus. Die Zweige sind die Objekte der Sinne. Dieser Baum hat auch Wurzeln, die nach unten reichen und in den fruchtbringenden Aktivitäten der Menschlichen Gesellschaft gründen.  

15.3-4 Die wahre Form dieses Baumes kann nicht in der materiellen Welt wahrgenommen werden. Niemand kann erkennen, wo er endet, wo er beginnt und wo sein Ursprung liegt. Doch entschlossen muß man diesen Baum mit der Waffe der Loslösung fällen und den Ort suchen, von dem man, wenn man ihn einmal erreicht hat, niemals wieder zurückkehrt. 
Dort muß man sich dem Höchsten Persönlichen Gott hingeben, von dem alles begonnen hat und in dem alles seit unvordenklichen Zeiten ruht. 

15.5 Wer frei von Illusion, falschem Prestige und falschem Umgang ist, wer das Ewige versteht, die materielle Lust hinter sich gelassen hat und von der Dualität von Glück und Leid befreit ist, und wer weiß, wie man sich der Höchsten Person hingibt, erreicht dieses ewige Königreich.  

15.6 Dieses Mein Reich wird weder von der Sonne noch vom Mond, noch von Elektrizität erleuchtet. Wer es erreicht, kehrt niemals wieder in die materielle Welt zurück. 

15.7 Die Lebewesen in der materiellen Welt sind Meine ewigen fragmentarischen Teile. Weil sie ein bedingtes Leben führen, kämpfen sie sehr schwer mit den sechs Sinnen, zu denen auch der Geist zählt. 

15.8 Das Lebewesen in der materiellen Welt trägt seine verschiedenen 
Lebensauffassungen von einen Körper zum anderen wie der Wind Düfte mit sich trägt.  

15.9 Wenn ein Lebewesen einen neuen grobstofflichen Körper annimmt, erhält es einebestimmte Art von Ohren, Zunge, Nase und Tastsinn, die um den Geist gruppiert sind. Auf diese Weise genießt es ein bestimmtes Sortiment von Sinnesobjekten.  

15.10 Die Dummen können weder verstehen, wie ein Lebewesen seinen Körper verläßt, noch wissen sie, was für eine Art von Körper es unter dem Zauber der Erscheinungsweisen der Natur genießt. Derjenige jedoch, dessen Augen im Wissengeschult sind, kann all dies erkennen. 

15.11 Der sich ständig bemühende Transzendentalist, der in Selbstverwirklichung verankert ist, kann all dies deutlich erkennen. Wer jedoch nicht selbstverwirklicht ist, kann, auch wenn er sich bemüht, die Dinge nicht im richtigen Licht sehen.  

15.12 Das Licht der Sonne, das die Dunkelheit im gesamten Universum vertreibt, hat seinen Ursprung in Mir. Und das Leuchten des Mondes und der Schein des Feuers gehen ebenfalls von Mir aus. 

15.13 Ich gehe in jeden Planeten ein, und durch Meine Energie bleiben sie in ihrer Bahn. Ich werde zum Mond und versorge dadurch die Gemüse mit dem Saft des Lebens. 

15.14 Ich bin das Feuer der Verdauung in jedem lebenden Körper, und ich bin die ein -und ausströmende Luft des Lebens, durch die ich die vier Arten der Nahrung verdaue. 

15.15 Ich weile im Herzen jedes Lebewesens, und von Mir kommen Erinnerung, Wissen und Vergessen. Das Ziel aller Veden ist es, Mich zu erkennen; wahrlich, Ich bin der Verfasser des Vedanta, und ich bin der Kenner der Veden.  

15.16 Es gibt zwei Arten von Wesen - die Fehlbaren und Unfehlbaren. In der materiellen Welt ist jedes Lebewesen fehlbar, wohingegen in der spirituellen Welt jedes Lebenunfehlbar ist. 

15.17 Doch außer diesen beiden Arten von Wesen existiert die große lebende Persönlichkeit, der Höchste Herr, der in diese Welten eingegangen ist und sie erhält. 

15.18 Weil Ich transzendental bin, jenseits des Fehlbaren und Unfehlbaren, und weil Ich der Größte bin, werde Ich sowohl in der Welt als auch in den Veden als die Höchste Person gepriesen.  

15.19 O Nachkomme Bharatas, jeder, der Mich als den Höchsten Persönlichen Gott kennt und daran nicht zweifelt, weiß alles und beschäftigt sich daher völlig imhingebungsvollen Dienen. 

15.20 O Sündloser, dies ist der vertraulichste Teil der vedischen Schriften, und Ich habe ihn dir nun offenbart. Wer auch immer dieses Wissen versteht, wird weise werden, und seine Bemühungen werden die Stufe der Vollkommenheit erreichen.

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14. Die drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur

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14.1 Der Höchste Herr sagte: Abermals werde Ich dir nun die erhabenste Weisheit verkünden, die Essenz allen Wissens, durch deren Erkenntnis alle Weisen die höchsteVollkommenheit erreichen. 

14.2 Wenn man in diesem Wissen gefestigt wird, kann man die transzendentale Natur erreichen, die Meiner eigenen Natur gleicht. Ist man auf dieser Ebene verankert, wird man weder zur Zeit der Schöpfung geboren noch bei ihrer Auflösung vernichtet.  

14.3 O Nachkomme Bharatas, die gesamte materielle Substanz, die auch Brahman genannt wird, ist die Ursache der Geburt, und es ist dieses Brahman, das Ich befruchte, sodaß alle Arten des Lebens geboren werden können.  

14.4 O Sohn Kuntis, man sollte verstehen, daß alle Arten des Lebens durch Geburt in der materiellen Welt ermöglicht werden, und daß Ich der samengebende Vater bin.  

14.5 Die materielle Natur besteht aus den drei Erscheinungsweisen Reinheit, Leidenschaft und Unwissenheit. Wenn das Lebewesen mit der Natur in Berührung kommt, wird es von diesen drei Erscheinungsweisen bedingt.  

14.6 O Sündloser, weil die Erscheinungsweise der Reinheit reiner ist als die anderen Erscheinungsweisen, erleuchtet sie und befreit den Menschen von allen sündhaften Reaktionen. Wer sich in dieser Erscheinungsweise befindet, entwickelt Wissen, wird jedoch von der Vorstellung gebunden, glücklich zu sein.  

14.7 O Sohn Kuntis, die Erscheinungsweise der Leidenschaft wird aus unbegrenzten Wünschen und Verlangen geboren, und deshalb wird man an materielle und fruchtbringende Aktivitäten gebunden.  

14.8 O Nachkomme Bharatas, die Erscheinungsweise der Unwissenheit verursacht die Täuschung aller Lebewesen. Die Folgen dieser Erscheinungsweise sind Verrücktheit, Trägheit und Schlaf, die die bedingte Seele bindet.  

14.9 In der Erscheinungsweise der Reinheit wird man von Glück bedingt, in Leidenschaft von den Früchten der Handlung und in Unwissenheit von Verrücktheit. 

14.10 O Nachkomme Bharatas, manchmal gewinnt die Erscheinungsweise der Leidenschaft die Oberhand und besiegt die Erscheinungsweise der Reinheit; manchmal besiegt die Erscheinungsweise der Reinheit Leidenschaft, und ein anderes Mal besiegt die Erscheinungsweise der Unwissenheit Reinheit und Leidenschaft. Auf diese Weise findet ein ständiger Kampf um Vorherrschaft statt. 

14.11 Die Symptome der Erscheinungsweise der Reinheit können erfahren werden, wenn alle Tore des Körpers mit Wissen erleuchtet sind.  

14.12 O Oberhaupt der Bharatas, wenn die Erscheinungsweise der Leidenschaft zunimmt, entwickeln sich die Symptome von Begierde, großer Anhaftung, unkontrollierbarer Verlangen und großer Anstrengung.  

14.13 O Nachkomme Kurus, wenn die Erscheinungsweise der Unwissenheit zunimmt, werden Verrücktheit, Illusion, Untätigkeit und Dunkelheit manifestiert. 

14.14 Wer in der Erscheinungsweise der Reinheit stirbt, erreicht die reinen, höheren Planeten. 

14.15 Wer in der Erscheinungsweise der Leidenschaft stirbt, wird unter denen geboren, die fruchtbringenden Aktivitäten nachgehen, und wer in der Erscheinungsweise der Unwissenheit stirbt, wird im Reich der Tiere geboren. 

14.16 Wer in der Erscheinungsweise der Reinheit handelt, wird gereinigt. Arbeiten, die in der Erscheinungsweise der Leidenschaft verrichtet werden, enden in Leid, und Handlungen, die in der Erscheinungsweise der Unwissenheit ausgeführt werden, enden in Dummheit. 

14.17 Aus der Erscheinungsweise der Reinheit entwickelt sich wahres Wissen; aus der Erscheinungsweise der Leidenschaft entwickelt sich Leid, und aus der Erscheinungsweise der Unwissenheit entwickelt sich Dummheit, Verrücktheit und Illusion. 

14.18 Menschen, die sich in der Erscheinungsweise der Reinheit befinden, gehen zu den höheren Planeten; diejenigen, die sich in Leidenschaft befinden, bleiben auf den irdischen Planeten, und diejenigen, die sich in der Erscheinungsweise der Unwissenheit befinden, fallen in die höllischen Welten hinab. 

14.19 Wenn du erkennst, daß in allen Aktivitäten allein die Erscheinungsweisen der Natur wirken, und daß der Höchste Herr transzendental zu ihnen ist, kannst du Meine spirituelle Natur verstehen.  

14.20 Wenn das verkörperte Wesen fähig ist, die drei Erscheinungsweisen zu transzendieren, kann es von Geburt und Tod, Alter und den damit verbundenen Leiden frei werden und schon in diesem Leben Nektar genießen.  

14.21 Arjuna fragte: O mein lieber Herr, an welchen Symptomen kann man einen Menschen erkennen, der transzendental zu den Erscheinungsweisen ist? Wie verhält ersich? Und auf welche Weise transzendiert er die Erscheinungsweisen der Natur. 

14.22-25 Der Höchste Herr sagte: Wer Erleuchtung, Anhaftung und Täuschung nicht haßt, wenn sie vorhanden sind, noch nach ihnen Verlangt, wenn sie verschwinden; wer von nichts berührt wird, da er sich jenseits der Reaktionen der Erscheinungsweisen der materiellen Natur befindet, wer unerschütterlich bleibt, weil er weiß, daß allein die Erscheinungsweisen aktiv sind; wer Freude und Schmerz mit Gleichmut betrachtet und einen Erdklumpen, ein Stein und ein Goldstück mit gleichen Augen sieht; wer weise ist und Ruhm und Schmach als gleich ansieht; wer in Ehre und Unehre unverändert bleibt und Freund und Feind gleich behandelt, und wer alle fruchtbringenden Unternehmungen aufgegeben hat - von solch einem Menschen sagt man, er habe die Erscheinungsweisender Natur transzendiert. 

14.26 Wer sich völlig im hingebungsvollen Dienen beschäftigt und niemals fehlt, transzendiert augenblicklich die Erscheinungsweisen der materiellen Natur und erreicht somit die Ebene des Brahman.  

14.27 Ich bin der Ursprung des Unpersönlichen Brahman, das voll höchsten Glücks und das unsterblich, unzerstörbar und ewig ist. 

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13. Natur, Genießer und Bewußtsein

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13.1-2 Arjuna sagte: O mein lieber Krsna, ich möchte prakrti (die Natur), purusa (der Genießer), das Feld, den Kenner des Feldes, Wissen und das Ziel des Wissens verstehen. Daraufhin sagte der Höchste Herr: Den Körper, o Sohn Kuntis, nennt man das Feld, und wer den Körper kennt, wird der Kenner des Feldes genannt. 

13.3 O Nachkomme Bharatas, du sollst verstehen, daß Ich der Kenner in allen Körpern bin und daß Wissen bedeutet, den Körper und seinen Besitzer zu kennen. Das ist Meine Ansicht.  

13.4 Höre nun bitte Meine kurze Beschreibung des Aktionsfeldes und wie es beschaffen ist, welche Veränderungen in ihm stattfinden, woraus es besteht, wer der Kenner des Feldes ist und welchen Einfluß er hat. 

13.5 Dieses Wissen vom Aktionsfeld und vom Kenner der Aktivitäten wird von verschiedenen Weisen in verschiedenen vedischen Schriften beschrieben - besonders im Vedanta - sutra - , und es wird mit allen Schlußfolgerungen im Hinblick auf Ursache und Wirkung erklärt. 

13.6-7 Die fünf großen Elemente, falsches Ich, intelligenz, das Unmanifestierte, die zehn Sinne, der Geist, die fünf Sinnesobjekte, Verlangen, Haß, Glück, Leid, die Gesamtheit der Lebenssymptome und die überzeugungen - all dies zusammen bildet das Aktionsfeld und seine Wechselwirkungen.  

13.8-12 Demut, Bescheidenheit, Gewaltlosigkeit, Duldsamkeit, Einfachheit, Aufsuchen eines geistigen Meisters, Sauberkeit, Stetigkeit und Selbstbeherrschung; Entsagung der Objekte der Sinnesbefriedigung, Freisein vom falschen Ich und das Erkennen des übels von Geburt, Tod, Alter und Krankheit; Nichtangehaftetsein an Kinder, Frau, Heim und dergleichen, und Gleichmut bei erfreulichen und unerfreulichen Ereignissen; fortwährende und reine Hingabe zu Mir, Aufsuchen einsamer Orte und die Loslösung von der allgemeinen Masse der Menschen; die Erkenntnis Wichtigkeit der Selbstverwirklichung und die philosophische Suche nach der Absoluten Wahrheit - all dies ist Wissen, und alles, was dem widerspricht, ist Unwissenheit.  

13.13 Ich werde dir nun das Erkennbare erklären, und wenn du es kennst, wirst du das Ewige kosten. Es ist ohne Beginn und Mir untergeordnet. Es wird Brahman genannt, die spirituelle Natur, und befindet sich jenseits von Ursache und Wirkung der materiellen Welt.  

13.14 Seine Hände, Beine, Augen und Gesichter sind überall, und Er hört alles. Auf diese Weise existiert die Überseele.  

13.15 Die Überseele ist der Ursprung aller Sinne, und dennoch ist Sie ohne Sinne. Der Herr ist unangehaftet, obwohl er der Erhalter aller Lebewesen ist. Er ist transzendentalzu den Erscheinungsweisen der materiellen Natur, doch zugleich ist Er der Herr über alle Erscheinungsweisen.  

13.16 Die Höchste Wahrheit existiert sowohl innerhalb als auch außerhalb - im sich Bewegenden und im sich nicht Bewegenden. Er befindet sich jenseits der Reichweite der materiellen Sinne. Obwohl Er weit entfernt ist, ist Er doch allem sehr nah.  

13.17 Obwohl die Überseele in viele aufgeteilt zu sein scheint, ist Sie niemals geteilt. Er ist eins. Obwohl Er der Erhalter jedes Lebewesens ist, verschlingt und entwickelt Er sie alle.  

13.18 Er ist der Ursprung des Lichtes in allen leuchtenden Objekten. Er befindet sich jenseits der Dunkelheit der Materie und ist unmanifestiert. Er ist Wissen, Er ist das Objekt des Wissens, und Er ist das Ziel des Wissens. Er weilt im Herzen jedes Lebewesens.  

13.19 Somit wurde von Mir in Kürze das Aktionsfeld (der Körper), Wissen und das Ziel des Wissens beschrieben. Nur Meine Geweihten können dies alles verstehen und so in Mein Reich gelangen. 

13.20 Man sollte verstehen, daß die materielle Manifestation und die Lebewesen ohne Anfang sind. Ihre Wandlungen und Erscheinungsweisen sind Produkte der materiellen Natur.  

13.21 Die Natur ist die Ursache aller materiellen Aktivitäten und Wirkungen, wohingegen das Lebewesen die Ursache der verschiedenen Leiden und Genüsse in der Welt ist.  

13.22 So folgt das Lebewesen in der materiellen Welt den Wegen des Lebens und genießt die drei Erscheinungsweisen der Natur. Dies hat seine Ursache in der Verbindung mit der materiellen Natur, und auf diese Weise trifft es mit den guten und schlechten Formen unter den verschiedenen Arten des Lebens zusammen. 

13.23 Jedoch gibt es im Körper noch einen anderen, einen transzendentalen Genießer. Er ist der Herr, der höchste Besitzer, der als Beobachter und Erlaubnisgeber gegenwärtig und als Überseele bekannt ist.  

13.24 Wer die Philosophie von der materiellen Natur, den Lebewesen und der Wechselwirkung der Erscheinungsweisen der materiellen Natur versteht, wird mit Sicherheit Befreiung erlangen. Er wird in dieser Welt nicht wieder geboren werden - ganz gleich in welcher Position er sich jetzt auch befinden mag. 

13.25 Einige erkennen die Überseele durch Meditation, andere durch die Entwicklung von Wissen und wieder andere durch Arbeit, die ohne fruchtbringendes Verlangen verrichtet wird. 

13.26 Und es gibt andere, die zwar im spirituellen Wissen nicht erfahren sind, die aber beginnen, die Höchste Person zu verehren, nachdem sie von anderen von Ihm gehört haben. Weil sie die Neigung haben, von Autoritäten zu hören, transzendieren auch sie den Pfad von Geburt und Tod. 

13.27 O Oberhaupt der Bharatas, alles, was du existieren siehst, ganz gleich, ob es sich bewegt oder nicht bewegt, ist nichts anderes als die Verbindung des Aktionsfeldes mit dem Kenner des Feldes.  

13.28 Wer sieht, daß die Überseele die individuelle Seele in allen Körpern begleitet, und versteht, daß weder die Seele noch die Überseele jemals zerstört werden, besitzt wahre Erkenntnis.  

13.29 Wer die Überseele in jedem Wesen und zu gleich überall sieht, setzt sich durch seinen Geist nicht herab, sondern nähert sich dem transzendentalen Ziel.  

13.30 Wer verstehen kann, daß alle Aktivitäten vom Körper ausgeführt werden, der von der materiellen Natur geschaffen ist, und weiß, daß das Selbst nichts tut, besitzt wahre Erkenntnis.  

13.31 Wenn ein verständiger Mensch aufhört, auf grund verschiedener materieller Körper verschiedene Identitäten zu sehen, erlangt er die Brahman - Erkenntnis. Dann sieht er, daß Lebewesen überall verbreitet sind.  

13.32 Wer mit den Augen der Ewigkeit sieht, kann sehen, daß die Seele transzendental und ewig ist und sich jenseits der Erscheinungsweisen der Natur befindet. O Arjuna, obwohl sie mit dem materiellen Körper in Berührung ist, handelt die Seele nicht, noch ist sie verstrickt.  

13.33 Obwohl der Himmel alldurchdringend ist, vermischt er sich aufgrund seiner feinstofflichen Natur mit keinem anderen Element. In ähnlicher Weise vermischt sich auch die Seele, die im Brahman verankert ist, nicht mit dem Körper, obwohl sie sich im Körper befindet. 

13.34 O Nachkomme Bharatas, wie allein die Sonne mit ihren Strahlen das gesamte Universum erleuchtet, so erleuchtet das Lebewesen den gesamten Körper mit Bewußtsein.  

13.35 Wer bewußt den Unterschied zwischen dem Körper und dem Besitzer des Körpers sieht und den Vorgang der Befreiung von der Fessel der materiellen Natur verstehen kann, erreicht ebenfalls das höchste Ziel.  

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12. Hingebungsvolles Dienen

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12.1 Arjuna fragte: Wer wird als vollkommener angesehen - wer in rechter Weise in Deinem hingebungsvollen Dienst beschäftigt ist, oder wer das unpersönliche Brahman, das Unmanifestierte, verehrt?  

12.2 Der Höchste Herr sagte: Wessen Geist auf Meine persönliche Gestalt gerichtet ist, und wer Mich mit festem und transzendentalem Glauben ständig verehrt, wird von Mir als der Vollkommenste angesehen.  

12.3-4 Diejenigen aber, die das Unmanifestierte verehren, welches jenseits der Sinneswahrnehmung liegt, das Alldurchdringende, Unvorstellbare, Unwandelbare und Unbewegliche - die unpersönliche Auffassung der Absoluten Wahrheit - , in dem sie die verschiedenen Sinne beherrschen und jedem gleich gesinnt sind, solche Menschen, zum Wohl aller beschäftigt, erreichen am Ende ebenfalls Mich. 

12.5 Für diejenigen, deren Geist am unmanifestierten, unpersönlichen Aspekt des Höchsten haftet, ist es sehr schwierig fortzuschreiten. Auf diesem Pfad Fortschritt zumachen, fällt allen verkörperten Seelen schwer.  

12.6-7 O Sohn Prthas, wer Mich verehrt, alle Aktivitäten Mir weiht und Mir völlig hingegeben ist, wer sich im hingebungsvollen Dienen beschäftigt, ständig über Mich meditiert und seinen Geist auf Mich gerichtet hat - ihn befreie ich sehr schnell aus dem Ozean von Geburt und Tod.  

12.8 Versenke dich immer in Gedanken an Mich, den Höchsten Persönlichen Gott, und beschäftige all deine Intelligenz in Mir, so wirst du immer frei von Zweifeln, in Mir leben.

12.9 Mein lieber Arjuna, o Gewinner von Reichtum, wenn du deine Gedanken nicht ohne abzuweichen auf Mich richten kannst, dann folge den regulierenden Prinzipien des bhakti- yoga. So wirst du das Verlangen entwickeln, zu Mir zu gelangen. 

12.10 Wenn du die Regulierungen des bhakti - yoga nicht befolgen kannst, dann versuche einfach, für Mich zu arbeiten; denn wenn du für Mich arbeitest, wirst du auf die Stufe der Vollkommenheit gelangen. 

12.11 Wenn du jedoch auch unfähig bist, in diesem Bewußtsein zu arbeiten, dann versuche zu handeln, indem du auf alle Ergebnisse deiner Arbeit verzichtest und dich bemühst, im Selbst verankert zu sein. 

12.12 Und wenn du auch in dieser Weise nicht handeln kannst, dann versuche Wissen zu entwickeln. Besser jedoch als Wissen ist Meditation, und besser als Meditation ist der Verzicht auf die Früchte der Arbeit, denn durch solche Entsagung kann man inneren Frieden erlangen. 

12.13-14 Wer nicht neidisch ist, sondern allen Lebewesen ein gütiger Freund, wer keinen Besitzanspruch erhebt, frei vom falschen Ich und in Glück und Leid ausgeglichen ist, wer immer zufrieden und mit Entschlossenheit im hingebungsvollen Dienen beschäftigt ist und 
wessen Geist und Intelligenz mit Mir in Einklang stehen, ist Mir sehr lieb. 

12.15 Wer niemanden in Schwierigkeiten bringt, nicht von Angst beunruhigt wird und beständig ist in Glück und Leid, ist Mir sehr lieb. 

12.16 Ein Gottgeweihter, der nicht vom gewohnten Verlauf der Aktivitäten abhängig ist, der rein, erfahren, ohne Sorgen und frei von allem Leid ist, und nicht nach irgendwelchen Ergebnissen strebt, ist Mir sehr lieb. 

12.17 Wer weder erfreut noch bekümmert ist, weder klagt noch begehrt und sowohl auf glückverheißende als auch ungünstige Dinge verzichtet, ist Mir sehr lieb. 

12.18-19 Wer Freund und Feind gleichgesinnt ist, von Ehre und Schmach, Hitze und Kälte, Glück und Leid und Ruhm und Schande unberührt bleibt, wer ständig frei vonVerunreinigungen und immer schweigsam und mit allem zufrieden ist, wer sich nicht um eine Bleibe sorgt, im Wissen gefestigt ist und sich im hingebungsvollen Dienen beschäftigt, ist Mir sehr lieb. 

12.20 Wer diesem unvergänglichen Pfad des hingebungsvollen Dienens folgt, sich mit festem Vertrauen fortwährend beschäftigt und Mich dabei zum höchsten Ziel macht, ist Mir sehr, sehr lieb. 

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11. Die universale Form

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11.1 Arjuna sagte: Ich habe Deine Unterweisung in vertraulichen spirituellen Angelegenheiten vernommen, die Du mir in Deiner Güte verkündet hast, und meine Illusion ist von mir gewichen. 

11.2 O Lotusäugiger, ich habe von Dir im einzelnen über das Erscheinen und Fortgehen aller Lebewesen und über Deine unerschöpfliche Herrlichkeit gehört. 

11.3 O größter aller Persönlichkeiten, o höchste Gestalt, obwohl ich Dich in Deiner wirklichen Identität hier vor mir sehe, möchte ich dennoch sehen, wie Du in die kosmische Manifestation eingegangen bist. Zeige mir bitte diese Deine Form. 

11.4 O mein Herr, o Meister aller mystischen Kräfte, wenn Du glaubst, ich sei fähig, Deine kosmische Form zu betrachten, dann sei bitte so gütig, mir dieses universale Selbst zu zeigen. 

11.5 Der Höchste Herr sagte: Mein lieber Arjuna, o Sohn Prthas, betrachte nun Meine Füllen - Hunderttausende von verschiedenen göttlichen Formen, die vielfarbig wie die See. 

11.6 O Bester der Bharatas, sieh nur die verschiedenen Manifestationen der Adityas, Rudras und aller Halbgötter. Betrachte die Vielfalt, die niemand zuvor gesehen und von der niemand jemals etwas gehört hat. 

11.7 Was immer du auch sehen möchtest kann augenblicklich in diesem Körper gesehen werden. Diese universale Form kann dir alles zeigen, was du dir jetzt, wie auch in der Zukunft wünschen magst. Alles ist hier vorhanden.  

11.8 Doch mit deinen gegenwärtigen Augen kannst du Mich nicht sehen. Deshalb gebe Ich dir göttliche Augen, mit denen du Meinen mystischen Reichtum betrachten kannst. 

11.9 Sanjaya sagte: O König, mit diesen Worten offenbarte der Höchste, der Herr allermystischen Kraft, der Persönliche Gott, Arjuna seine universale Form. 

11.10-11 Arjuna sah in dieser universalen Form unbegrenzt viele Münder und Augen. Alles war überwältigend. Die Form war mit göttlichem, gleissendem Geschmeide geschmückt und in viele Gewänder gekleidet. Wunderschöne Girlanden bekränzten den Herrn und sein Körper war mit wohlriechenden Ölen gesalbt. All dies war großartig und erweiterte sich überall hin ins Grenzenlose. Dies wurde von Arjuna geschaut. 

11.12 Wenn Hunderttausende von Sonnen gleichzeitig in den Himmel steigen, könnten sie dem Glanz der Höchsten Person in dieser universalen Form vielleicht gleichkommen. 

11.13 Arjuna konnte in der universalen Form des Herrn die grenzenlosen Erweiterungen des Universums sehen, die sich alle an einem Ort befanden, obwohl es ihrer viele Tausende waren. 

11.14 Da Arjuna von Erstaunen überwältigt war und seine Haare sich in Ekstase sträubten, brachte er dem Höchsten Herrn seine Ehrerbietung dar und begann mit gefalteten Händen zu beten. 

11.15 Arjuna sagte: Mein lieber Krsna, ich sehe in Deinem Körper alle Halbgötter und verschiedene andere Lebewesen versammelt. Ich sehe Brahma auf dem Lotus, und ich kann auch Siva, viele Weise und göttliche Schlangen erkennen. 

11.16 O Herr des Universums, ich sehe in Deinem universalen Körper zahllose Formen -Arme, Bäuche, Münder und Augen - , die sich ins Grenzenlose ausdehnen. All dies hat kein Ende, keine Mitte und keinen Anfang. 

11.17 Der Anblick Deiner Form, die als Schmuck verschiedene Kronen, Keulen und Feuerräder trägt, ist kaum zu ertragen, da ein strahlender Glanz von ihr ausgeht, derfeurig und unermeßlich ist wie die Sonne. 

11.18 Du bist das höchste, ursprüngliche Ziel; Du bist der Vortrefflichste in allen Universen; Du bist unerschöpflich, und Du bist der Älteste; Du bist der Erhalter derReligion, der ewig Höchste Persönliche Gott. 

11.19 Du bist der Ursprung, ohne Anfang, Mitte oder Ende. Du hast zahllose Arme, und die Sonne und der Mond gehören zu Deinen großen, unbegrenzten Augen. Durch Deinen strahlenden Glanz erhitzt Du das gesamte Universum. 

11.20 Obwohl Du eins bist, bist Du dennoch überall im Himmel, in den Planeten und im Raum dazwischen verbreitet. O Erhabener, während ich diese schreckliche Formbetrachte, sehe ich, daß die Bewohner aller Planetensysteme bestürzt sind. 

11.21 Alle Halbgötter geben sich Dir hin und gehen in Dich ein. Sie fürchten sich sehr und singen mit gefalteten Händen vedische Hymnen. 

11.22 Die verschiedenen Manifestationen Sivas, die Adityas, die Vasus, die Sadhyas, die Visvadevas, die beiden Asvins, die Maruts, die Vorväter und die Gandharvas, die Yaksas, die Asuras, und alle vollkommenen Halbgötter betrachten Dich mit erstaunen. 

11.23 O Starkarmiger, alle Halbgötter sind bestürzt, da sie Deine vielen Gesichter, Augen, Arme, Bäuche, Beine und Deine fürchterlichen Zähne sehen. Und wie sie, so bin auch ich verwirrt. 

11.24 O alldurchdringender Visnu, ich kann meinen Gleichmut nicht länger bewahren. Wenn ich sehe, wie Deine leuchtenden Farben den Himmel bedecken, und wenn ich Deine Augen und Münder betrachte, überkommt mich Angst. 

11.25 O Herr aller Herren, Zuflucht der Welten, bitte sei mir gnädig. Ich kann meinen Gleichmut nicht bewahren, wenn ich Deine lodernden, todesähnlichen Gesichter und Deine fürchterlichen Zähne sehe. Ich bin völlig verwirrt. 

11.26-27 Alle Söhne Dhrtarastras stürzen zusammen mit ihren Verbündeten Königen, mit Bhisma, Drona und Karna und all unseren Soldaten in Deine Münder, wo ihre Köpfe von Deinen Zähnen zerschmettert werden. Und ich sehe, daß einige zwischen Deinen Zähnen 
auch zermalmt werden. 

11.28 Wie sich die Flüsse ins Meer ergießen, so stürzen all diese großen Krieger in Deine lodernden Münder und vergehen. 

11.29 Und gleich Motten, die in ein loderndes Feuer jagen, so sehe ich alle Menschen mit rasender Geschwindigkeit in Deine Münder stürzen. 

11.30 O Visnu, ich sehe, wie Du alle Menschen mit Deinen flammenden Mündern verschlingst und das Universum mit Deinen unermeßlichen Strahlen erfüllst. In dem Du die Welten versengst, bist Du offenbar. 

11.31 O Herr der Herren, schreckliche Gestalt, bitte sage mir, wer Du bist. Ich bringe Dir meine Ehrerbietung dar, bitte sei mir gnädig. Ich weiß nicht, was Dein Vorhaben ist, doch ich möchte davon hören. 

11.32 Der Höchste Herr sagte: Zeit bin Ich, die Zerstörerin der Welten, und Ich bin gekommen, um alle Menschen in der Schlacht zu verschlingen. Außer euch (den Pandavas) werden alle Soldaten auf beiden Seiten erschlagen werden. 

11.33 Darum erhebe dich und rüste dich zum Kampf. Nachdem du deine Feinde besiegt hast, wirst du dich eines blühenden Königreiches erfreuen. Durch Meinen Willen sind sie bereits getötet worden, und du, o Savyasacin, kannst in diesem Kampf nur ein Instrument sein.  

11.34 Der Höchste Herr sagte: All die großen Krieger wie Drona, Bhisma, Jayadrathaund Karna sind bereits getötet worden. Kämpf nur, und du wirst deine Feinde vernichten. 

11.35 Sanjaya sagte zu Dhrtarastra: O König, nachdem Arjuna diese Worte vom Höchsten Persönlichen Gott vernommen hatte, erbebte er und brachte Ihm ehrfürchtig, mit gefalteten Händen, seine Ehrerbietungen dar und begann stockend wie folgt zusprechen. 

11.36 Arjuna sagte: O Hrsikesa, die Welt wird von Freude erfüllt, wenn sie Deinen Namen hört, und somit fühlt sich jeder zu Dir hingezogen. Während Dir die vollkommenen Wesen ihre respektvollen Ehrerbietungen darbringen, werden die Dämonen von Angst ergriffen und fliehen nach allen Seiten. All das geschieht in rechter Weise. 

11.37 O Erhabener, der Du selbst über Brahma stehst, Du bist der ursprngliche Meister.Warum sollten sie Dir nicht ihre Ehrerbietung darbringen, o Grenzenloser? O Zuflucht des Universums, Du bist die unüberwindliche Quelle, die Ursache aller Ursachen, und Du bist transzendental zur materiellen Manifestation. 

11.38 Du bist die ursprngliche Persönlichkeit, der Höchste Gott. Du bist das einzige Allerheiligste der manifestierten kosmischen Welt. Du weißt alles, und außer Dir gibt es nichts zu erkennen. Du stehst über den materiellen Erscheinungsweisen. O grenzenlose Form, die gesamte kosmische Manifestation wird von Dir durchdrungen. 

11.39 Du bist Luft, Feuer, Wasser, und Du bist der Mond. Du bist der höchste Kontrollierende und der Großvater. Daher bring ich Dir tausendmal und immer und immer wieder meine respektvolle Ehrerbietung dar. 

11.40 Ehrerbietungen seien Dir von vorne, von hinten und von allen Seiten dargebracht. O ungebundene Kraft, Du bist der Herr über unbegrenzte Macht. Du bist alldurchdringend, und daher bist Du alles. 

11.41-42 Ohne Deine Herrlichkeit zu kennen, habe ich Dich in der Vergangenheit mit "oKrsna" , "o Yadava" , "o mein Freund" angeredet. Bitte vergib mir, was immer ich in Verrücktheit oder aus Liebe getan haben mag. Ich habe Dich - manchmal allein und manchmal vor vielen Freunden - viele Male beleidigt, während wir uns ausruhten oder auf den gleichen Bett lagen oder zusammen speisten. Bitte verzeih mir all meine Vergehen. 

11.43 Du bist der Vater der gesamten kosmischen Manifestation; Du bist der Herr, dem alle Verehrung gebührt, und Du bist der geistige Meister. Niemand kommt Dir gleich, noch kann jemand eins mit Dir sein. Es gibt niemanden in den drei Welten, der Dich ermessen könnte. 

11.44 Du bist der Höchste Herr, der von jedem Lebewesen verehrt werden muß. Daher falle ich nieder, um Dir meine Ehrerbietung zu erweisen und Deine Barmherzigkeit zu erflehen. Bitte, übersieh die Kränkungen, die ich Dir zugefügt haben mag, und dulde mich wie ein Vater seinen Sohn, ein Freund seinen Freund oder ein Liebender seine Geliebte duldet. 

11.45 Nachdem ich die universale Form gesehen habe, die ich niemals zuvor sah, bin ich von Glück erfüllt; doch zur gleichen Zeit ist mein Geist von Angst verwirrt. Sei mir daher bitte gnädig, und offenbare wieder Deine Gestalt als Persönlicher Gott, o Herr der Herren, Zuflucht des Universums.  

11.46 O universaler Herr, ich möchte Dich in Deiner vierarmigen Gestalt sehen, mit behelmten Haupt und mit Keule, Feuerrad, Muschelhorn und Lotus in Deinen Händen. Ich sehne mich danach, Dich in dieser Form zu sehen. 

11.47 Der Höchste Herr sagte: Mein lieber Arjuna, mit Freuden habe Ich dir durch Meine innere Energie diese universale Form in der materiellen Welt gezeigt. Niemand vor Dir hat jemals diese unbegrenzte und gleisende Form gesehen. 

11.48 O Bester der Kuru - Krieger, niemand vor dir hat jemals diese Meine universale Form gesehen, denn sie kann weder durch studieren der Veden noch durch Opferdarbringungen, noch durch Wohltätigkeiten oder ähnliche Aktivitäten gesehenwerden. Nur du allein hast sie gesehen. 

11.49 Dein Geist ist verwirrt worden, weil du diese Meine entsetzliche Erscheinung gesehen hast. Es soll nun genug sein. Sei frei von aller Verwirrung; mit friedvollem Geist kannst du nun die Gestalt sehen, nach der Du verlangst. 

11.50 Sanjaya sagte zu Dhrtarastra: Da der Höchste Persönliche Gott, Vasudeva (Krsna), so zu Arjuna sprach, offenbarte Er Seine wirkliche, vierarmige Form und zeigte ihm schließlich Seine zweiarmige Gestalt, um so den furchtvollen Arjuna zu ermutigen. 

11.51 Als Arjuna Krsna in Seiner ursprünglichen Gestalt sah, sagte er: O Janardana, da ich diese menschenähnliche Gestalt sehe, die so überaus schön ist, ist mein Geist beruhigt und mein ursprüngliches Wesen wieder hergestellt. 

11.52 Der Höchste Herr sagte: Mein lieber Arjuna, die Gestalt, die du nun erblickst, ist sehr schwer zu schauen. Sogar die Halbgötter suchen stets die Gelegenheit, diese Gestalt zu sehen, die so lieblich ist. 

11.53 Diese Gestalt, die du nun mit deinen transzendentalen Augen siehst, kann man weder durch Studieren der Veden verstehen, noch durch strenge Bußen, Wohltätigkeit oder Verehrung. Nicht mit diesen Mitteln kann man Mich sehen, wie Ich bin. 

11.54 Mein lieber Arjuna, allein durch uneingeschränktes hingebungsvolles Dienen kann Ich verstanden werden, wie Ich bin und vor dir stehe, und kann so direkt gesehen werden. Nur so kannst du in die Geheimnisse Meines Verstehens eindringen. 

11.55 Mein lieber Arjuna, wer in Meinem reinen hingebungsvollen Dienst beschäftigt ist, frei von den Verunreinigungen vorangegangener Aktivitäten und frei von gedanklichen Spekulationen, und wer jedem Lebewesen ein Freund ist, gelangt ganz sicher zu Mir.  

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10. Die Füllen des Absoluten

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10.1 Der Höchste Herr sagte: Mein lieber Freund, o starkarmiger Arjuna, höre nun wieder Meine erhabenen Worte, die Ich dir zu deinem Wohl verkünde und die dir große Freude bereiten werden. 

10.2 Weder die Scharen der Halbgötter noch die großen Weisen kennen Meinen Ursprung, denn Ich bin der Ursprung der Halbgötter und Weisen. 

10.3 Wer Mich als den Ungeborenen, den Anfanglosen und den Höchsten Herrn aller Welten kennt, ist frei von Täuschung und frei von allen Sünden. 

10.4-5 Intelligenz, Wissen, freiheit von Zweifel und Täuschung, Nachsicht, Wahrhaftigkeit, Selbstbeherrschung und Ruhe, Freude und Schmerz, Geburt und Tod, Furcht, Furchtlosigkeit, Gewaltlosigkeit, Ausgeglichenheit, Zufriedenheit, Buße, Wohltätigkeit, Ruhm und Schmach werden von Mir allein geschaffen. 

10.6 Die sieben großen Weisen, vor ihnen die vier anderen großen Weisen und die Manus (die Vorväter der Menschheit) sind aus Meinem Geist geboren und alle Geschöpfe auf allen Planeten stammen von ihnen ab. 

10.7 Wer diese Meine Herrlichkeit und Macht in Wahrheit kennt, beschäftigt sich im reinen hingebungsvollen Dienen; darüber besteht kein Zweifel. 

10.8 Ich bin der Ursprung der spirituellen und der materiellen Welt. Alles geht von Mir aus. Die Weisen, die dies wissen, dienen Mir in Hingabe und verehren Mich von ganzem Herzen. 

10.9 Die Gedanken Meiner reinen Geweihten weilen in Mir, ihr Leben ist Mir hingegeben, und sie erfahren große Zufriedenheit und Glückseligkeit, wenn sie einandererleuchten und über Mich sprechen. 

10.10 Denen, die Mir fortwährend hingegeben sind und Mich mit Liebe verehren, gebe Ich die Intelligenz, durch die sie zu Mir gelangen können.  

10.11 Aus Mitleid zerstöre Ich, der Ich in ihren Herzen weile, mit der leuchtenden Fackel der Erkenntnis die Dunkelheit, die aus Unwissenheit geboren wurde.  

10.12-13 Arjuna sagte: Du bist der Höchste Brahman, das Endgültige, das Höchste Reich und der Alles - Reinigende, die Absolute Wahrheit und die Ewige Göttliche Person. Du bist der Urerste Gott, transzendental und ursprünglich, und Du bist die ungeborene, alldurchdringende Schönheit. Alle großen Weisen wie Narada, Asita, Devala und Vyasa sagen dies von Dir, und nun verkündest Du es mir Selbst. 

10.14 O Kesava (Krsna), alles, was Du mir gesagt hast, akzeptiere ich als Wahrheit. Weder die Götter noch die Dämonen, o Herr, kennen Deine Persönlichkeit. 

10.15 Wahrlich, Du allein kennst Dich durch Deine Energien, o Ursprung allen Seins, Herr aller Wesen, Gott der Götter, o Höchste Person, Herr des Universums. 

10.16 Bitte erkläre mir im einzelnen Deine göttlichen Energien, mit denen Du alle Welten durchdringst und in ihnen gegenwärtig bist. 

10.17 Wie soll ich über Dich meditieren? In welch mannigfachen Formen kann man über Dich nachdenken, o Höchster Herr? 

10.18 O Janardana (Krsna) berichte mir abermals im einzelnen über Deine mächtigen Kräfte und Deine Herrlichkeit, denn ich werde es niemals Müde, Deinen nektarnenWorten zu lauschen. 

10.19 Der Höchste Herr sagte: Ja, Ich werde dir von Meinen herrlichen Manifestationen berichten, o Arjuna; doch nur von den bedeutendsten, denn Meine Füllen kennen keine Grenzen. 

10.20 Ich bin das Selbst, o Gudakesa, das in den Herzen aller Geschöpfe weilt. Ich bin der Anfang, die Mitte und das Ende aller Wesen. 

10.21 Von den Adityas bin Ich Visnu; von den Lichtern bin Ich die strahlende Sonne; von den Maruts bin Ich Marici, und unter den Sternen bin Ich der Mond. 

10.22 Von den Veden bin Ich der Sama - veda; von den Halbgöttern bin Ich Indra; von den Sinnen bin Ich der Geist und in den Lebewesen bin Ich die lebendige Kraft (Wissen). 

10.23 Von den Rudras bin Ich Siva; von den Yaksas und Raksasas bin Ich der Herr des Reichtums (Kuvera); von den Vasus bin Ich das Feuer (Agni), und von den Bergen bin Ich der Meru. 

10.24 Wisse, o Arjuna, von den Pristern bin Ich das Oberhaupt, Brhaspati, der Herr der Hingabe. Von den Generälen bin Ich Skanda, der Herr des Krieges, und von den Wassern bin Ich der Ozean. 

10.25 Von den großen Weisen bin Ich Bhrgu, und von den Klangschwingungen bin Ich das transzendentale om; von den Opfern bin Ich das Chanten der heiligen Namen (japa), und von den unbeweglichen Dingen bin Ich der Himalaja. 

10.26 Von allen Bäumen bin Ich der heilige Feigenbaum; unter den großen Weisen und Halbgöttern bin Ich Narada; von den Sängern der Götter (Gandharvas) bin Ich Citraratha, und unter den vollkommenen Wesen bin Ich der Weise Kapila. 

10.27 Wisse, von allen Pferden bin Ich Uccaihsrava, das aus dem Elexier der Unsterblichkeit geboren wurde und dem Ozean entstieg; von den Elefantenfürsten bin IchAiravata, und unter den Menschen bin Ich der König. 

10.28 Von den Waffen bin Ich der Blitz, und unter den Kühen bin Ich die surabhi - Kuh, die Milch im überfluß gibt. Von den Erzeugern bin Ich Kandarpa, der Gott der Liebe, und von den Schlangen bin Ich Vasuki. 

10.29 Von den himmlischen Naga - Schlangen bin Ich Ananta; von den Gottheiten des Wassers bin Ich Varuna; von den verstorbenen Vorvätern bin Ich Aryama, und unter den Gesetzeshütern bin Ich Yama, der Herr des Todes. 

10.30 Unter den Daitya - Dämonen bin Ich der hingegebene Prahlada; unter den Bezwingern bin Ich die Zeit; unter den wilden Tieren bin Ich der Löwe, und von denVögeln bin Ich Garuda, der gefiederte Träger Visnus. 

10.31 Von den reinigenden Kräften bin Ich der Wind; von den Waffenträgern bin Ich Rama; von den Fischen bin Ich der Hai, und von den strömenden Flüssen bin Ich der Ganges. 

10.32 Von allen Schöpfungen bin Ich der Anfang, das Ende und auch die Mitte, o Arjuna; von allen Wissenschaften bin Ich die spirituelle Wissenschaft vom Selbst, und von aller Logik bin Ich die endgltige Wahrheit. 

10.33 Von den Buchstaben bin Ich der Buchstabe A, und unter den zusammengesetzten Wörtern bin Ich das Doppelwort. Auch bin Ich die unerschöpfliche Zeit, und von den Schöpfern bin Ich Brahma, dessen mannigfache Gesichter in alle Richtungen schauen. 

10.34 Ich bin der alles - verschlingende Tod, und Ich bin der Erzeuger aller Dinge, die noch sein werden. Unter den Frauen bin Ich Ruhm, Glück, Rede, Erinnerung, Intelligenz, Treue und Geduld. 

10.35 Von den Hümnen bin Ich der Brhat - sama, der Indra vorgesungen wurde, und von den Dichtungen bin Ich der Gayatri - mantra, den die brahmans täglich chanten. Von den Monaten bin Ich der November und der Dezember, und von den Jahreszeiten bin Ich der blühende Frühling. 

10.36 Von allem Betrug bin Ich das Glücksspiel, und von allem Prunkvollen bin Ich die Pracht. Ich bin der Sieg; Ich bin das Abenteuer, und Ich bin die Stärke der Starken. 

10.37 Von den Nachkommen der Vrsni - Dynastie bin Ich Vasudeva, und von den Pandavas bin Ich Arjuna. Von den Weisen bin Ich Vyasa, und unter den großen Denkern bin Ich Usana. 

10.38 Bei der Bestrafung bin Ich der Prügelstock, und bei denen, die den Sieg suchen, bin Ich die Moral. Von den Geheimnissen bin Ich das Schweigen, und von den Weisen bin Ich die Weisheit. 

10.39 Ferner, o Arjuna, bin Ich der zeugende Same allen Seins. Es gibt kein Wesen - ganzgleich, ob es sich bewegt oder nicht bewegt - , das ohne Mich existieren kann.  

10.40 O mächtiger Bezwinger der Feinde, Meine göttlichen Manifestationen haben kein Ende. Was Ich dir berichtet habe, ist nur ein kleiner Hinweis auf Meine unbegrenzten Füllen.

10.41 Wisse, daß alle wunderschönen, herrlichen und mächtigen Schöpfungen nur einem Funken Meiner Pracht entspringen. 

10.42 Doch wozu ist dieses detaillierte Wissen notwendig, o Arjuna? Mit einem einzigen Teil meines Selbst durchdringe und erhalte Ich das gesamte Universum. 

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9. Das vertraulichste Wissen

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9.1 Der Höchste Herr sagte: Mein lieber Arjuna, weil du Mich niemals beneidest, werde Ich dir das vertraulichste Wissen offenbaren. Wenn du es verwirklichst, wirst du von allen Leiden des materiellen Daseins befreit sein. 

9.2 Dieses Wissen ist der König der Erziehung und das Geheimste aller Geheimnisse. Es ist das reinste Wissen, und weil es die direkte Erfahrung vom Selbst vermittelt, wenn es verwirklicht wird, ist es die Vollkommenheit der Religion. Es ist unvergänglich und wird mit Freude praktiziert. 

9.3 Wer aber auf dem Pfad des hingebungsvollen Dienens ohne Glaube ist, kann Mich nicht erreichen, o Bezwinger der Feinde, sondern muß zu Geburt und Tod in die materielle Welt zurück. 

9.4 Von Mir, in Meiner unmanifestierten Form, wird das gesamte Universum durchdrungen. Alle Wesen befinden sich in Mir, doch Ich bin nicht in ihnen.  

9.5 Und dennoch ruht alles Erschaffene nicht in Mir. Sieh nur Meinen Mystischen Reichtum! Obwohl Ich der Erhalter aller Lebewesen und obwohl Ich allgegenwärtig bin, ist Mein Selbst dennoch der Ursprung der Schöpfung. 

9.6 Wisse, wie der mächtige Wind, der überall weht, immer im ätherischen Raum bleibt, so ruhen alle Welten in Mir. 

9.7 O Sohn Kuntis, am Ende des Zeitalters geht die gesamte materielle Schöpfung in Mich ein, und am Anfang des nächsten Zeitalters erschaffe Ich sie durch Meine Kraft erneut.  

9.8 Die gesamte kosmische Manifestation untersteht Mir. Durch Meinen Willen wird sie immer wieder manifestiert, und durch Meinen Willen wird sie am Ende aufgelöst. 

9.9 O Dhananjaya, all diese Aktivitäten können Mich nicht binden. Ich bin immer unberührt - als währe Ich unbeteiligt.  

9.10 O Sohn Kuntis, die materielle Natur wirkt unter Meiner Führung und bringt alle sich bewegenden und sich nicht bewegenden Wesen hervor. Nach ihrem Gesetz wird die kosmische Manifestation immer wieder erschaffen und immer wieder aufgelöst. 

9.11 Dumme Menschen verspotten Mich, wenn Ich in der menschlichen Gestalt erscheine. Sie kennen nicht Mein transzendentales Wesen und Meine höchste Herrschaft über alles Existierende. 

9.12 Menschen, die in dieser Weise verwirrt sind, werden von dämonischen und atheistischen Auffassungen angezogen. In diesem verblendeten Zustand werden ihre Hoffnungen auf Befreiung, ihre fruchtbringenden Aktivitäten und das Wissen, das sie sich angeeignet haben, zunichte gemacht.

9.13 O Sohn Prthas, die großen Seelen, die nicht verblendet sind, stehen unter dem Schutz der göttlichen Natur. Sie sind völlig im hingebungsvollen Dienen beschäftigt, da sie wissen, daß Ich der Höchste Persönliche Gott bin, der ursprünglich und unerschöpflich ist. 

9.14 Ohne Unterlaß preisen sie Meine Herrlichkeiten, bemühen sich mit großer Entschlossenheit und bringen Mir ihre Ehrerbietung dar. So verehren Mich die großen Seelen unaufhörlich mit Hingabe. 

9.15 Andere, die mit der Entwicklung von Wissen beschäftigt sind, verehren den Höchsten Herrn als den Einen ohne einen Zweiten, den in viele Aufgeteilten und als die universelle Form. 

9.16 Ich bin das Ritual und das Opfer zu den Vorvätern, das Heilkraut und der transzendentale mantra. Ich bin die Butter, das Feuer und die Opferung. 

9.17 Ich bin der Vater des Universums, die Mutter, der Erhalter und der Großvater. Ich bin das Ziel des Wissens, der Alles - Reinigende und die Silbe om. Und ich bin auch der Rg - , der Sama - und der Yajur - veda. 

9.18 Ich bin das Ziel, der Erhalter, der Meister, der Zeuge, das Reich, die Zuflucht und der liebste Freund. Ich bin die Schöpfung und die Vernichtung, die Grundlage allen Seins, die Ruhestätte und der ewige Same. 

9.19 O Arjuna, Ich kontrolliere die Hitze, den Regen und die Dürre. Ich bin die Unsterblichkeit und auch der personifizierte Tod. So wohl Sein als auch Nichtsein sind in Mir. 

9.20 Die die Veden studieren und den soma - Saft trinken, weil sie die himmlischen Planeten erreichen wollen, verehren Mich indirekt. Sie werden auf den Planeten Indras geboren, auf dem sie himmlische Freuden genießen. 

9.21 Nachdem sie himmlische Sinnesfreuden genossen haben, kehren sie wieder auf diesen sterblichen Planeten zurück. Somit erreichen sie durch die vedischen Prinzipien nur flackerndes Glück. 

9.22 Doch denen, die Mich mit Hingabe verehren und über meine transzendentale Gestalt meditieren, gebe Ich, was sie brauchen, und erhalte Ich, was sie haben.  

9.23 O Sohn Kuntis, alles, was ein Mensch an deren Göttern opfert, ist in Wirklichkeit allein für Mich bestimmt, doch es wird ohne rechtes Verständnis geopfert. 

9.24 Ich bin der alleinige Genießende und das einzige Ziel des Opfers. Wer Mein wahres, transzendentales Wesen nicht erkennt, sinkt ins materielle Dasein zurück. 

9.25 Wer die Halbgötter verehrt, wird unter den Halbgöttern geboren; wer Geist und Gespenster verehrt, wird unter solchen Wesen geboren; wer die Vorfahren verehrt, geht zu den Vorfahren, und wer Mich verehrt, wird mit Mir leben.  

9.26 Wenn jemand Mir mit Liebe und Hingabe ein Blatt, eine Blume, eine Frucht oder einwenig Wasser opfert, werde ich es annehmen. 

9.27 O Sohn Kuntis, alles, was du tust, alles, was du ißt, alles, was du opferst und fortgibst, sowie alle Bußen, die du dir auferlegst, sollten Mir als Opfer dargebracht werde. 

9.28 Auf diese Weise wirst du von allen Reaktionen auf gute und schlechte Handlungen befreit und durch dieses Prinzip der Entsagung erlöst werden und zu Mir kommen. 

9.29 Ich beneide niemanden, noch bin Ich jemandem besonders zugetan. Ich bin allen gleich gesinnt. Doch wer auch immer Mir in Hingabe dient, ist Mein Freund und ist in Mir, und auch ich bin sein Freund. 

9.30 Wer im hingebungsvollen Dienen beschäftigt ist, muß - auch wenn er die widerwärtigsten Handlungen begeht - als Heiliger angesehen werden, da er sich auf dem rechten Pfad befindet. 

9.31 Sehr bald wird er rechtschaffen werden und immerwährend Frieden erlangen. O Sohn Kuntis, verkünde kühn, daß Mein Geweihter niemals vergehen wird. 

9.32 O Sohn Prthas, diejenigen, die bei Mir Zuflucht suchen, können das höchste Ziel erreichen - selbst wenn sie von niedriger Geburt sind, wie Frauen, vaisyas oder auchsudras. 

9.33 Wie viel vortrefflicher sind also die brahmanas, die Rechtschaffenen, die Gottgeweihten und die heiligen Könige, die Mir in dieser zeitweiligen, elenden Welt in Liebe dienen. 

9.34 Denke ständig an Mich, bringe Mir deine Ehrerbietung dar, und verehre Mich. Wenn du völlig in Gedanken an Mich versunken bist, wirst du ohne Zweifel zu Mir kommen.

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  1. 8. Wie man den Höchsten erreicht
  2. 7. Wissen über den Absoluten
  3. 6. Sankhya - yoga
  4. 5. Karma - yoga - Handeln im Krisna - Bewußtsein
  5. 4. Transzendentales Wissen
  6. 3. Karma - yoga
  7. 2. Inhalt der Gita zusammengefasst
  8. 1. Die Armeen auf dem Schlachtfeld von Kuruksetra
  9. Bhagavad Gita
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